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Fritz Spratte (von links), Daniel Neuhaus (beide ADFC), Bürgermeister Henning Schulz und Thomas Karrasch (ADFC) radeln über den kürzlich neu ausgewiesenen Abschnitt. - © Max Maschmann
Fritz Spratte (von links), Daniel Neuhaus (beide ADFC), Bürgermeister Henning Schulz und Thomas Karrasch (ADFC) radeln über den kürzlich neu ausgewiesenen Abschnitt. | © Max Maschmann

Gütersloh Fahrradstraße in der Gütersloher Innenstadt freigegeben

Die Stadt weist die Achse Park-/Dalkestraße als Fahrradstraße aus. Für Autofahrer gilt dort ab sofort Tempo 30 und besondere Rücksicht.

Max Maschmann
16.09.2019 | Stand 16.09.2019, 17:38 Uhr

Gütersloh. Die Stadt Gütersloh treibt die Ausweisung von Fahrradstraßen voran: Nachdem Radfahrer am Postdamm zwischen den Straßen Am Schlangenbach und Zum Brinkhof schon seit Juli Vorrang genießen, gilt das nun auch auf der Dalkestraße und in ihrer Fortsetzung der Park- bis zur Einmündung Brunnenstraße. Dort endet sie, da im weiteren Verlauf der Parkstraße (Spielstraße) mit Schritttempo weiter „ein besonderer Schutz für Parkbesucher" gelten soll, sagt Ordnungsamtsleiter Thomas Habig. Begleitet von Vertretern des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club), Ordnungsamtes und der Kreispolizeibehörde eröffnete Bürgermeister Henning Schulz am Montag die erste Fahrradstraße im Innenstadtbereich symbolisch. Der Weg zur Umsetzung Ausgangspunkt für die zweite Gütersloher Fahrradstraße ist der Masterplan klimafreundliche Mobilität. „Daran hängen Ziele und Maßnahmen", erklärt Schulz. Es geht darum, klimafreundliche Mobilität zu fördern – etwa durch Ausweisung von Fahrradstraßen. Der Bürgermeister betont, dass eine solche Maßnahme „eine Logik in sich tragen", also an der Stelle sinnvoll sein muss. Dies scheint der Fall zu sein, denn schon vorher waren auf jenem Abschnitt viele Radfahrer unterwegs. Daraufhin sind die Dalkestraße von der Blessenstätte bis Neuenkirchener Straße sowie die Parkstraße von der Neuenkirchener Straße bis Brunnenstraße von Verkehrsplanung, Polizei und Straßenverkehrsbehörde auf ihre potenzielle Umsetzung überprüft worden. Es folgten weitere Beratungen, etwa auch im Arbeitskreis Mobilität, ehe der Planungsausschuss die Pläne in einer seiner Sitzungen zuletzt zustimmend zur Kenntnis nahm. Bekanntes und Neues Wie bei der Fahrradstraße am Postdamm handelt es sich bei jener an der Dalkestraße zunächst um einen Verkehrsversuch, der auf eineinhalb Jahre begrenzt ist und bewertet werden soll. Bekannt sind auch die großen Schilder an der Straße und die Piktogramme auf der Fahrbahn, die Verkehrsteilnehmer auf die folgende Fahrradstraße aufmerksam machen. Neu ist, dass dieser Abschnitt, anders als jener am Postdamm, nicht allein für Anlieger geöffnet ist, sondern auch für den übrigen Kfz-Verkehr. Da einmündende Straßen untergeordnet sind, gilt fortan an der Brunnen- und Reckenbergstraße die Rechts-vor-links-Regelung nicht mehr. Die Beschilderung wurde angepasst. Was ist erlaubt? Generell gilt in Fahrradstraßen eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern, auch für Radfahrer selbst. Auf dem ausgewiesenen Abschnitt haben diese jetzt absoluten Vorrang, sie dürfen auch nebeneinander fahren. Wollen andere Verkehrsteilnehmer einen Fahrradfahrer überholen, dürfen sie ihn dabei weder behindern oder gefährden. Die Polizei weist in diesem Zusammenhang auch auf die Abstandsregelung von mindestens 1,50 Metern hin, die beim Überholen von Fahrrädern gilt. Stimmen zur Eröffnung Daniel Neuhaus, Vorstandsmitglied beim ADFC-Kreisverband Gütersloh, empfindet die Ausweisung der Fahrradstraße als ein „Geschenk der Stadt an die Radfahrer" und „Symbol für den Radverkehr". Habig geht derweil davon aus, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis die neuen Regeln „in den Köpfen sind", hofft aber, dass sie sich bald herumsprechen werden. Auch Ulrich Lipperheide aus der Führungsstelle Verkehr bei der Kreispolizeibehörde ist es wichtig, „dass jeder Verkehrsteilnehmer weiß, was er auf diesem Abschnitt darf". Dafür sei, darin kam er mit Ordnungsamtsleiter Habig überein, weitere Aufklärungsarbeit notwendig. Wie geht es weiter? Die Stadt prüft aktuell, wo es weitere Möglichkeiten gäbe, eine Fahrradstraße auszuweisen. Aber Schulz sagt auch: „Man kann sie nicht überall hinproduzieren. Es benötigt einen Korridor, in dem das Sinn macht." Die Mitglieder des Planungsausschusses waren zuletzt einem Antrag der CDU gefolgt, die eine Prüfung einer Verlängerung der Achse Park-/Dalkestraße über untere Berliner, Münster- und Hohenzollernstraße gefordert hatte. Der Bürgerverein Blankenhagen hatte derweil einen Antrag gestellt, den Nottebrocksweg als eine Fahrradstraße auszuweisen. Im Gespräch seibei den Sitzungen der Arbeitsgruppe Fuß und Rad zudem auch eine Fahrradstraße über Schul- und Strengerstraße mit Durchstich über ein Pättchen zur Hohenzollernstraße gewesen, berichtet Neuhaus. „Das werden wir baulich aber nicht machen, bevor die Berliner Straße hergerichtet ist", sagt Schulz.

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