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Dienstag will die Stadt die neue Calisthenics-Turn-Anlage und die Spielgeräte freigeben. - © Barbara Franke
Dienstag will die Stadt die neue Calisthenics-Turn-Anlage und die Spielgeräte freigeben. | © Barbara Franke

Bielefeld Endlich fertig: Spielplatz und Krafttraining auf dem Bielefelder Kesselbrink

Die Stadt will am Dienstag den Bauzaun entfernen lassen. Neue Attraktion paart sich aber mit Sorge über die Zustände rund um den Würfel. Könnte ein Drogen- und Alkoholverbot helfen?

Joachim Uthmann
09.09.2019 | Stand 10.09.2019, 02:46 Uhr

Bielefeld. Grüner Kunststoffschutzboden als Grund, darauf ein gelbes Stangengewirr mit Netzen, Rutschen, Kletterseilen und Turnstangen - das ist die neue Spiel- und Calisthenics-Anlage auf dem Kesselbrink. Sie soll eine weitere Attraktion bringen auf dem Platz, der zunehmend zum Sorgenkind wird. Am Freitag nahmen die Behörden die neue Calisthenics-Anlage ab, die an Vorbilder an kalifornischen Stränden erinnert. Hier kann man auf offenem Platz an Reck und Stangen Krafttraining betreiben, gleich gegenüber der BMX- und Skateranlage. Am Dienstagmorgen will die Stadt den Bauzaun entfernen lassen. Krafttraining wie in Kalifornien Dann kann auch gespielt werden - auf der großen gelben Kletteranlage, die auf dem früheren Rasen hinter dem "Grünen Würfel" neu aufgebaut ist. Hiervon versprechen sich die Verantwortlichen der Stadt eine Belebung des Platzes und ein Stück soziale Kontrolle. Denn das Publikum auf dem Platz ist weiter sehr gemischt. Bei Kulturveranstaltungen ist viel los, auch der Markt am Samstag wird gut besucht. Die Skater- und BMX-Szene ist zufriedener, weil die Anlage teils optimiert und Schmutz bringende Bäume entfernt wurden. Jugend- und Kulturzentrum im Würfel? Doch der leerstehende Würfel, in dem der zweite Gastronom gescheitert ist, bietet einen traurigen Anblick. Und um ihn herum hat sich eine Drogen- und Alkoholszene festgesetzt, die vielen ein Dorn im Auge ist und manchen davon abhält, auf den für 12,4 Millionen Euro neu gestalteten Platz zu gehen. Offen wird mit Drogen gehandelt. Um so mehr treibt auch Politiker die Sorge um, ob es richtig ist, hier mehr Anreize für junge Leute zu schaffen. Die Dealer reiben sich die Hände, sagen einige. Derzeit arbeitet die Stadt unter Federführung von Sozial- und Kulturdezernent an einem Konzept für ein Jugend- und Kulturzentrum im Würfel. Spielplatz-Schilder, um Alkohol verbieten zu können Die Hoffnung dahinter ist, durch eine Belebung des Platzes mit angestrebten Maßnahmen die ungeliebte Szene zu verdängen. Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Franz (SPD): "Wir müssen schauen, wie sich die neuen Anlagen auswirken." Ein schnelleres Eingreifen hält Hartmut Meichsner (CDU) für nötig: "Wir müssen das in den Griff bekommen, damit Menschen ihre Kinder wieder dort hin lassen." Meichsners Vorschlag: Die Kesselbrink-Flächen als Kinderspielplatz ausweisen. Dann könnte man ein Drogen- und Alkoholverbot durchsetzen.

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