René Müller wird Nachfolger von Stefan Effenberg. - © Marc Köppelmann
René Müller wird Nachfolger von Stefan Effenberg. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn Nach Effenberg-Entlassung: Finke übt Selbstkritik / Müller wird Nachfolger

Liveticker und Video zur Pressekonferenz

Angela Wiese
Julia Gesemann

Patrick Albrecht

Paderborn. René Müller wird Nachfolger des am Mittwochabend entlassenen SCP-Cheftrainers Stefan Effenberg. Das gab der Verein am Donnerstagnachmittag auf einer Pressekonferenz bekannt, die mit einer 20-minütigen Verspätung begann. Stefan Effenberg war am späten Mittwochabend von Präsident Wilfried Finke über seine Entlassung telefonisch informiert worden. Kurz darauf habe René Müllers Telefon gegen 22 Uhr geklingelt. Und er musste nur kurz darüber nachdenken, ob er die Nachfolge übernimmt. "Ich habe eine große Affinität zum Verein, bin im Sommer schon acht Jahre dabei - und ich komme aus Ostwestfalen und identifiziere mich mit der Region." Der entscheidende Punkt sei aber: "Ich kenne die Mannschaft, kann sie in ihrer Leistungsfähigkeit einschätzen und bin absolut überzeugt davon." Jetzt gelte es, diese Leistung konstant abzuliefern. Über Vertragsmodalitäten wurde noch nicht gesprochen, Müller hat als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums einen gültigen Arbeitsvertrag mit dem SCP. Ob Effenbergs Co-Trainer Sören Osterland dem Verein erhalten bleibt, ist noch offen. René Müller hatte den SCP bereits nach der Trennung von Markus Gellhaus im Herbst 2015 als Interimstrainer geführt und auch in der Saison 2012/2013, als er für die letzten beiden Spieltage von Stephan Schmidt übernahm und den Klassenerhalt sicherte. SCP-Präsident Wilfried Finke sagte, er habe vor der Entlassung Effenbergs "lange nachgedacht", besonders über die sportliche Entwicklung der Mannschaft und die mediale Begleitung der Person Effenberg. "Die Inhalte der medialen Berichterstattung waren alle negativ." Proschwitz-Affäre, Führerschein-Verlust, "ich konnte es nicht mehr ertragen, dass der SCP so bundesweit in den Medien erscheint". Im Nachhinein sei die Entscheidung, Stefan Effenberg als Trainer zu holen, eine Fehlentscheidung gewesen, so Finke. Effenberg habe die Entscheidung aber professionell aufgenommen. Und mit einem Blick in die Zukunft ist sich Finke nun sicher: "Sie können es sich ganz dick an die Wand schreiben: Der SC Paderborn steigt nicht ab!" Weitere Details erfahren Sie bei nw.de im untenstehenden Ticker oder im Video von der Pressekonferenz mit einem Klick auf diesen Button: @nwnews Ereignisreiche fünf Monate Der SC Paderborn 07 hatte sich nach nicht einmal fünf Monaten von seinem Trainer getrennt. Per Telefonat aus seinem Urlaubsdomizil Mallorca hatte Finke Effenberg am Mittwochabend über die Trennung informiert, die Öffentlichkeit wurde kurz vor Mitternacht vom Verein informiert. Effenberg hatte das Amt im Oktober von Markus Gellhaus übernommen und einen Vertrag bis Ende Juni 2017 unterschrieben. Der Job in Paderborn war Effenbergs erste Station als Coach. Die Paderborner stehen nun nach 24 Spieltagen mit 19 Punkten und einer miserablen Tordifferenz auf dem 17. Tabellenplatz der Zweiten Liga. Effenberg war zwar nur fünf Monate Trainer des SC Paderborn, dennoch war es eine ereignisreiche Zeit. Im Dezember sorgte die Suspendierung des Dreigestirns Mahir Saglik, Daniel Brückner und Srdjan Lakic für Rätselraten. Bundesweit machte der Verein mit der Affäre um Nick Proschwitz auf sich aufmerksam. Der Stürmer hatte sich im Trainingslager in Belek vor einer Mitarbeiterin entblößt. Im Februar akzeptierte Effenberg dann einen Strafbefehl wegen Trunkenheit am Steuer nach einem Oktoberfestbesuch. Erst vor wenigen Tagen rückte schließlich Stefan Effenbergs Trainerlizenz in den Fokus: Der 47-Jährige hatte versäumt, die notwendigen Fortbildungsveranstaltungen des DFB zu besuchen.

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