Auf dem Bielefelder Weihnachtsmarkt soll es in diesem Jahr keine erhöhte Polizeipräsenz geben.  - © Bielefeld Marketing
Auf dem Bielefelder Weihnachtsmarkt soll es in diesem Jahr keine erhöhte Polizeipräsenz geben.  | © Bielefeld Marketing

Ostwestfalen Betonklötze und Notfallpläne: So schützen die OWL-Städte ihre Weihnachtsmärkte

Die einen setzen auf Poller, die anderen auf gute Abstimmung. Die meisten Städte sehen der Weihnachtsmarktsaison gelassen entgegen.

Matthias Schwarzer

Bielefeld. Besinnliche Weihnachtstage hinter Betonpollern: Auch in Ostwestfalen-Lippe werden in diesem Jahr die Weihnachtsmärkte vor möglichen Terroranschlägen geschützt. Nach dem Attentat im Dezember 2016 in Berlin, bei dem der 24-jährige Anis Amri mit einem Lastwagen elf Menschen tötete, herrschen in der Region besondere Sicherheitsvorkehrungen. Poller in Bad Oeynhausen In Bad Oeynhausen werden in diesem Jahr Betonblöcke die Besucher vor möglichen Anschlägen mit Fahrzeugen schützen. "Die Blöcke sind so aufgestellt, dass sie mit langsamer Geschwindigkeit von Rettungsfahrzeugen umfahren werden können", erklärt Kristina Quest vom Stadtmarketing. Lastwagen oder Kleintransporter mit hoher Geschwindigkeit hätten hingegen keine Chance. "Wir versuchen, unseren Besuchern so viel Sicherheit wie möglich zu bieten", sagt Quest. Dazu gehöre auch ein umfassendes Sicherheitskonzept in Abstimmung mit Polizei und Rettungskräften. Enge Abstimmung in Gütersloh In Gütersloh blickt man den anstehenden Festtagen gelassen entgegen: "Die Abstimmung zwischen Polizei, Ordnungsamt und Veranstalter klappt in unserer Stadt hervorragend", sagt Eva Willenborg vom Gütersloh Marketing. Das hätte bereits der Kreiskirchentag im Sommer gezeigt - eine Großverstanstaltung mit ähnlicher Dimension. Eine Besonderheit in Gütersloh: Die City-Wache der Polizei. Sie liegt nah am Geschehen und ist rund um die Uhr besetzt. Der Draht zu den Polizisten ist kurz, und die Wege auch. Wegen der Terrorgefahr sei die Abstimmung zwischen den Behörden und dem Veranstalter in den vergangenen Jahren noch weiter verbessert worden. Von baulichen Veränderungen, wie zum Beispiel Betonklötzen, weiß das Stadtmarketing bislang nichts. "Beim Kirchentag wurden zum Schutz Poller aufgestellt", sagt Willenborg. Ob das auch beim Weihnachtsmarkt passiert, entscheide das Ordnungsamt auf Basis von Einschätzungen der Polizei. Der Gütersloher Weihnachtsmarkt liege aber ohnehin nicht an einer stark befahrenen Straße, sondern in der Fußgängerzone. Normales Polizeiaufgebot in Bielefeld Die Polizei in Bielefeld sieht derzeit keinen Anlass für ein erhöhtes Aufgebot von Beamten auf dem Weihnachtsmarkt. Nach dem Anschlag im vergangenen Jahr hatten schwer bewaffnete Polizisten den Weihnachtsmarkt kontrolliert. "Das wollten wir in diesem Jahr eigentlich nicht wiederholen", erklärt Achim Ridder von der Polizei Bielefeld. Dennoch zeige die Polizei "in gewohntem Maße" Präsenz. Über bauliche Veränderungen auf dem Weihnachtsmarkt gibt es derzeit keine Informationen. Der Weihnachtsmarkt zieht sich durch die gesamte Innenstadt, auch in der Nähe des viel befahrenen Jahnplatzes sind Stände. Ob es hier Betonklötze geben wird, möchte die Bielefeld Marketing GmbH derzeit nicht beantworten. "Das Sicherheitskonzept ist noch nicht ganz fertig", sagt Jens Möller vom Bielefeld Marketing. Dafür sei es noch zu früh. Fest steht aber: Mögliche Terroranschläge spielen bereits seit einigen Jahren auf dem Bielefelder Weihnachtsmarkt eine Rolle im Sicherheitskonzept. Beispielsweise würden Schausteller gezielt für mögliche Szenarien sensibilisiert. "Wer herumliegende Gegenstände entdeckt, soll diese umgehend melden", sagt Möller. Verbessertes Sicherheitskonzept in Wiedenbrück Der beliebte Christkindlmarkt in Wiedenbrück ist ohnehin "sehr sicher", teilt der Gewerbeverein auf Anfrage mit. Betonblöcke seien hier nicht nötig. Die Stadttore schützen Besucher vor möglichen Fahrzeugen. "Unser Sicherheitskonzept haben wir bereits vor einigen Jahren verschärft", heißt es vom Gewerbeverein weiter. Notfallpläne und Fluchtwege seien zum Schutz vor Terroranschlägen verbessert worden. Noch kein Konzept in Paderborn Aus Paderborn gibt es derzeit keine Auskunft zu einem möglichen Terrorschutz. Das Sicherheitskonzept steht noch nicht, heißt es vom Stadtmarketing.

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