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Das Spiel gegen Dortmund war das bisher stärkste des Ex-Mainzers im Trikot des SCP. - © Dennis Angenendt
Das Spiel gegen Dortmund war das bisher stärkste des Ex-Mainzers im Trikot des SCP. | © Dennis Angenendt

SC Paderborn Warum Paderborns Linksaußen Gerrit Holtmann heiß auf Werder ist

Holtmann hat sich beim SC Paderborn von der Bank in die Startelf gekämpft. Wo seine Schwächen liegen und warum er Nationalspieler in spe ist

Uwe Müller
03.12.2019 | Stand 03.12.2019, 18:13 Uhr

Paderborn. Beim bärenstarken Auftritt des SC Paderborn in Dortmund zeigte Gerrit Holtmann wie wichtig er für den SCP sein kann. Nicht nur sein sensationeller Antritt, bei dem er Nationalspieler Julian Weigl wie einen Altherrenspieler aussehen ließ, und sein anschließendes Tor zum 3:0, ließen aufhorchen. Es war das beste Spiel des Ex-Mainzers im SCP-Trikot. Daran würde er gerne anknüpfen, denn am Sonntag steht für den gebürtigen Bremer ein besonderes Spiel im Weserstadion an. Schließlich hat der linke Mittelfeldmann des SC Paderborn eine große Verbundenheit zur Hansestadt. Er ist dort geboren und spielte drei Jahre in der Jugend von Werder. Den Sprung zu den Profis schaffte er aber dort nicht. Mirko Votava wollte ihn nicht bei Werder Der damalige U19-Trainer Mirko Votava hatte die Ansicht, dass es nicht für Werder reiche. „Vielleicht kann ich ihm Sonntag das Gegenteil beweisen", sagt Holtmann, der sich auf eine „unglaubliche Atmosphäre im Weserstadion und einen heißen Tanz dort freut". Mit Mainz 05 hat er schon 2016 seine Visitenkarte an der Weser abgegeben. Als Joker in der 82. Minute eingewechselt bereitete er das 2:1-Siegtor durch De Blasis in der Nachspielzeit vor. Das könnte er sich auch diesmal so vorstellen – allerdings nicht als Einwechselspieler. Denn nach einem mühsamen Start in Paderborn, wo er die ersten drei Spiele nur Kurzeinsätze hatte und danach viermal gar nicht spielte, hat er sich einen Platz in der Startelf erkämpft. „Zweifel hatte ich nicht, aber man fragt sich schon, woran es liegt. Denn im Training war ich immer gut drauf", erinnert sich der 24-Jährige Ex-Mainzer an seine Anfangszeit beim SCP. „Im Fußball darf man nicht aufgeben und muss auch mal in den sauren Apfel beißen", fügt er an. Er hat Geduld gehabt und hat seine Chance auf der linken Seite genutzt – wenn er auch noch Luft nach oben hat. In seinen bisher neun Einsätzen für den SCP spielte er nur zweimal durch. An der Kondition liege es nicht. „Bei meiner Spielweise, immer Vollgas zu geben, kann ich 60, 70 Minuten durchspielen – dann bekomme ich zurzeit muskuläre Probleme", beschreibt er seine Situation und nennt auch selbstkritisch die Lösung: „Ich muss mehr machen." Von einer Ausstiegsklausel weiß er nichts Die fehlende Konstanz ist aber nicht nur Holtmanns Schwachstelle, auch die der gesamten Mannschaft. Eine überragende erste Halbzeit in Dortmund und zuletzt eine starke zweite Halbzeit gegen Leipzig belegen das. Über 90 Minuten ist der SCP nicht immer auf Bundesliga-Niveau. „Was wir an Tempo und Geradlinigkeit haben, da ist es schwer zu verstehen, dass wir so wenig Punkte haben. Wir müssen konsequenter sein und aus Spielen wie gegen Dortmund oder Leipzig Lehren ziehen", so Holtmann, der noch ein halbes Jahr von Mainz 05 ausgeliehen ist. „Es stand mal irgendwo, dass ich eine Ausstiegsklausel habe, davon weiß ich aber nichts", sagt er schmunzelnd. Er wolle sich auf die Saison in Paderborn konzentrieren und ganz in Ruhe dann über seine Zukunft reden. Und die dürfte interessant werden: Gerrit Holtmann könnte der achte Nationalspieler des SCP werden. Da seine Mutter Philippinin ist, hatte er auch ein Angebot, für die dortige Nationalmannschaft zu spielen. „Meine Mutter wäre sehr stolz darauf, aber problematisch sind die langen Reisen. Nach 18 Stunden im Flugzeug würde es schwerfallen, hier in Paderborn wieder Gas zu geben. Erst wenn ich ein gestandener Profi bin, würde ich den Schritt wagen", hat sich Holtmann vorgenommen.

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