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Von der Lausitz an die Pader: SCP-Neuzugang Streli Mamba sorgt in der Offensive für noch mehr Geschwindigkeit. - © Wilfried Hiegemann
Von der Lausitz an die Pader: SCP-Neuzugang Streli Mamba sorgt in der Offensive für noch mehr Geschwindigkeit. | © Wilfried Hiegemann

SC Paderborn Mamba erhöht Paderborns PS-Zahl

Der Neuzugang aus Cottbus passt mit seiner Schnelligkeit und Dribbelstärke perfekt zum Spielstil des Erstliga-Aufsteigers

Frank Beineke
10.07.2019 | Stand 10.07.2019, 16:02 Uhr

Paderborn. Pfeilschnell, zielstrebig und dribbelstark. Das sind Eigenschaften, auf die der SC Paderborn bei der Suche nach Neuzugängen besonders achtet. Streli Mamba passt perfekt in dieses Anforderungsprofil. Der gebürtige Schwabe mit kongolesischen Wurzeln sollte daher eigentlich schon im Sommer 2018 von Energie Cottbus zum SCP wechseln. Doch die Lausitzer riefen utopische Ablösesummen auf, um ihren Topstürmer am Ende gar als unverkäuflich zu erklären. So kam Mamba nun mit einem Jahr Verspätung ablösefrei an die Pader. Und dort deutete der 25-Jährige in den ersten Testspielen bereits seine außergewöhnlichen Qualitäten an. Die Zielstrebigkeit, die Mamba auf dem Platz beweist, ließ er auf seinem Karriere-Weg allerdings lange Zeit vermissen. Schon in der Jugend brachte es der gebürtige Göppinger auf acht verschiedene Stationen. Nach dem Sprung in den Seniorenbereich kickte Mamba für Oberligisten in der schwäbischen Provinz. In den ersten fünf Jahren folgten hierbei fünf weitere Vereine. „Es gibt viele Gründe für die vielen Wechsel. Aber zum Großteil bin ich selbst dafür verantwortlich. Ich war oft zu ungeduldig. Und ich musste erst als Charakter reifen", erklärt der SCP-Neuzugang. In Cottbus gelang die Wende Der besagte Reifeprozess gelang bei Energie Cottbus. 2016 wechselte Mamba von der zweiten Mannschaft des SV Sandhausen zu den Lausitzern, für die er in den folgenden drei Jahren 39 Ligatore in 98 Dritt- und Viertliga-Spielen schießen sollte. „Cottbus tat mir enorm gut. Ich hatte einen Ort gefunden, an dem ich mich heimisch fühlte und an dem ich so akzeptiert wurde, wie ich bin. Dort konnte ich meine Stärken erstmals richtig einsetzen", urteilt Mamba. In der Saison 2017/2018 trug er mit 20 Treffern und acht Assists maßgeblich zum Cottbuser Drittliga-Aufstieg bei. Der erhoffte Wechsel zum SCP aber sollte anschließend platzen. „Ich war schon enttäuscht, habe dann aber einfach weitergemacht. Und das Drittliga-Jahr war für mich letztlich sehr wertvoll. Ich konnte Erfahrungen in einer Profi-Liga sammeln und habe viel gelernt", bilanziert Mamba. Nun wartet die 1. Bundesliga auf den einstigen Oberliga-Kicker. Im Abschluss gibt's Luft nach oben Der Deutsch-Kongolese sieht sich und sein Team für diese Herausforderung gewappnet. „Wir haben extrem hungrige Spieler und bringen gerade in der Offensive jede Menge PS auf den Platz. Und die anderen Mannschaften kochen auch nur mit Wasser", sagt Mamba, der auf all seinen Stationen fast immer als Stoßstürmer agierte. Der 25-Jährige kann Abwehrreihen durcheinander wirbeln, lässt aber zuweilen die nötige Effizienz vermissen. „Ich muss vor dem Tor ruhiger werden. Da habe ich das größte Steigerungspotenzial", sagt der 25-Jährige. Auch Cottbus-Trainer Claus-Dieter „Pele" Wollitz habe ihm stets gesagt, er solle sich vor dem gegnerischen Tor nicht so viele Gedanken machen. Seit neun Monaten stolzer Papa Sollte Mamba in Paderborn der Durchbruch gelingen, könnte auch eine Nationalmannschafts-Karriere in Reichweite rücken. Zu U21-Zeiten gab es schon einmal eine Anfrage der Demokratischen Republik Kongo. „Es wäre eine schwierige Entscheidung, denn mein Herz schlägt für Deutschland. Aber das alles ist derzeit kein Thema. Ich konzentriere mich lieber aufs Hier und Jetzt", betont Mamba, der seit neun Monaten stolzer Vater eines Sohnes ist. Lyonel heißt der kleine Wonneproppen, der mit seiner Mama derzeit in Stuttgart lebt. Papa Streli ist unterdessen in Paderborn noch auf Wohnungssuche. Dennoch ist er schon voll und ganz in seiner neuen Heimat angekommen. „Ich wurde hier super aufgenommen. Die Jungs sind einfach cool. Alle funken auf einer Wellenlänge", schwärmt der SCP-Novize. Eine Profi-Karriere auf Umwegen könnte somit nun richtig Fahrt aufnehmen.

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