In Feierlaune: Bernard Tekpetey (l.) jubelt beim 3:1-Pokalsieg in Duisburg über seinen 1:1-Treffer. Jamilu Collins gratuliert. - © Imago/Revierfoto
In Feierlaune: Bernard Tekpetey (l.) jubelt beim 3:1-Pokalsieg in Duisburg über seinen 1:1-Treffer. Jamilu Collins gratuliert. | © Imago/Revierfoto

SC Paderborn Paderborns Tekpetey hat hohe Ziele

Der 21-Jährige will mit Ghana zu Olympia und hofft, in nicht allzu ferner Zukunft in der 1. Liga zu spielen

Paderborn. Aller Anfang ist schwer. Dies galt auch für Bernard Tekpetey, als er im Sommer vom FC Schalke 04 zum SC Paderborn wechselte. „In den ersten drei Wochen ist er über jeden Ball gestolpert“, frotzelt SCP-Coach Steffen Baumgart. Doch inzwischen hat sich Tekpetey zu einem der besten Zweitliga-Offensivakteure gemausert. Der 21-Jährige ist nicht nur pfeilschnell, sondern auch torgefährlich. Und Tekpetey hofft, dass er seine Qualitäten auch an diesem Samstag, 13. April, im Heimspiel gegen den MSV Duisburg (13 Uhr, Benteler-Arena) zeigen kann. Eigentlich war der Ghanaer in dieser Saison stets gesetzt. Doch nach einer anstrengenden Länderspielreise wurde Tekpetey in der Partie bei Union Berlin geschont. Anschließend enttäuschte er im DFB-Pokalspiel gegen den HSV, ehe der dynamische Flügelspieler beim 1:1 in Sandhausen eingewechselt wurde. Die Gegenspieler haben Tekpetey jetzt noch mehr auf dem Radar Dort brachte Tekpetey zusammen mit Babacar Gueye frischen Wind in die SCP-Offensive. „Ich hoffe natürlich, dass ich gegen Duisburg wieder anfangen darf“, sagt der 21-Jährige, der unabhängig davon aber ein positives Zwischenfazit zieht. „Ich bin sehr zufrieden. Der Trainer schenkt mir Vertrauen. Ich bekomme viel Spielpraxis“, so Tekpetey. Dem besagten Coach ist klar, dass es hierbei nicht nur bergauf gehen kann. „Berni hat gezeigt, was er kann. Aber jetzt gilt es, Kontinuität in die Leistungen zu bekommen. Und das ist schwierig, denn ähnlich wie bei Philipp Klement achten die Gegenspieler nun noch mehr auf ihn“, betont Baumgart und ergänzt: „Zudem strömen derzeit viele Einflüsse auf ihn ein. Berni ist plötzlich im Gespräch – ob bei anderen Vereinen oder im Nationalteam. Und man darf nicht vergessen, dass er noch sehr jung ist.“ Der Traum von Tokio lebt Für Ghana war Tekpetey allerdings nicht für die A-Nationalmannschaft der „Black Stars“, sondern „nur“ für die U-23-Auswahl der „Black Meteors“ im Einsatz. Dabei hatten viele ghanaische Fußball-Experten mit einer Nominierung für die Black Stars gerechnet. „Aber wer weiß, was Gott mit mir vorhat“, sagt der tiefreligiöse SCP-Kicker und fügt an: „Ich war nicht enttäuscht, denn die Einsätze für die U 23 sind ebenfalls eine großartige Erfahrung.“ Auch dank eines Tekpetey-Treffers setzten sich die Black Meteors in der Qualifikation zum U-23-Africa-Cup gegen Gabun durch. Sollten sie Anfang Juni auch die Hürde Algerien aus dem Weg räumen, wären Tekpetey und Co. im November bei der Endrunde in Ägypten mit dabei. Falls dort der Sprung unter die ersten Drei gelingt, würde Ghana erstmals seit 2004 wieder ein Ticket zu den Olympischen Spielen lösen. „Das wäre ein schönes Ziel“, sagt Tekpetey mit Blick auf die Spiele 2020 in Tokio. Ob er bis dahin für den SCP kickt, ist fraglich. Chancen auf einen Verbleib beim SCP stehen 50:50 Sein Vertrag in Paderborn läuft zwar bis Juli 2021. Doch Tekpetey dürfte längst das Interesse anderer Klubs geweckt haben. Noch dazu besitzt Schalke eine Rückkauf-Option, müsste aber wohl mindestens 1,3 Millionen Euro auf den Tisch legen. „Es kann alles passieren. Vieles hängt auch davon ab, wer Schalkes neuer Trainer wird“, sagt Tekpetey. „Aber ich werde mich erst mal voll auf den SCP konzentrieren. Mein Berater hat mir gesagt, dass wir uns erst nach der Saison mit dem Thema beschäftigen werden“, ergänzt der 21-Jährige, der die Chancen auf einen Verbleib an der Pader auf „50:50“ beziffert. Vielleicht kann Tekpetey ja sogar mit dem SCP sein Ziel 1. Bundesliga verwirklichen. „Als ich hierher gekommen bin, habe ich gesagt, dass ich mit Paderborn unter die ersten Drei möchte. Jetzt sind wir Vierter. Alles ist möglich“, sagt der Ghanaer. Dafür sollte am Samstag ein Heimsieg gegen Duisburg her. „Die werden nach dem 4:4 gegen Köln hochmotiviert sein“, urteilt Tekpetey über den MSV. Doch der 21-Jährige weiß, wie die Zebras zu knacken sind. Beim 3:1-Pokalsieg in Duisburg schoss Tekpetey ein Tor, um am Ende zum „Man of the Match“ gekürt zu werden. Sollte der 21-Jährige auch am Samstag einnetzen, wäre es sein zehnter Zweitliga-Saisontreffer.

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