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Brigitte Mohn: Sie ist Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung und sitzt zugleich im Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG. - © Thomas Kunsch
Brigitte Mohn: Sie ist Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung und sitzt zugleich im Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG. | © Thomas Kunsch

Interessenkonflikt? Zweifel an Unabhängigkeit der Bertelsmann-Studie zu Patientenversorgung

In der neuen Studie wird angeregt, dass die Patientenversorgung durch die Schließung von Krankenhäusern verbessert werden könnte

17.07.2019 | Stand 17.07.2019, 21:42 Uhr

Gütersloh (dpa). Die Bertelsmann Stiftung hat den Verdacht eines möglichen Interessenskonflikts im Zusammenhang mit ihrer Krankenhausstudie zurückgewiesen. „Wir empfehlen nicht, bestimmte Kliniken zu schließen, sondern wir schlagen eine generelle Neuordnung der Krankenhausstruktur in Deutschland vor", hieß es am Mittwoch in einer Erklärung aus Gütersloh.

Die Untersuchungen der Stiftung seien grundsätzlich „unabhängig und evidenzbasiert". In Medienberichten wurden Zweifel an der Unabhängigkeit der Untersuchung laut und auf die Personalie Brigitte Mohn verwiesen.

Sie sitzt im Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG

Diese ist Vorstandsmitglied der auftraggebenden Bertelsmann Stiftung und sitzt zugleich im Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG. Solche großen Privatbetreiber könnten von der Schließung kommunaler Krankenhäuser profitieren, schreiben verschiedene Zeitungen.

Dazu betonte die Stiftung, zwischen Mohns Aufsichtsratssitz und den Vorschlägen der Studie bestehe kein Zusammenhang. Die Stiftung pflege keine Geschäftsbeziehung zum Rhön-Klinikum. Es handele es sich um eine Modellrechnung, mit der man eine politische Debatte anstoßen wolle. „Bei dieser Berechnung spielt keine Rolle, wie und von wem einzelne Kliniken betrieben werden."

Heftige Kritik an der Studie

Die Analyse hatte das Berliner Institut für Gesundheits- und Sozialforschung im Stiftungsauftrag erarbeitet. Die Studie hatte viel Aufsehen erregt mit der Kernaussage, die Patientenversorgung könne durch Schließung von mehr als jedem zweiten Krankenhaus erheblich verbessert werden. Verbleibende größere Häuser könnten dann auch mehr Personal und bessere Ausstattung erhalten.

Kleine Kliniken verfügen nach Ansicht der Autoren oft nicht über ausreichend Erfahrung und Ausstattung für eine angemessene Versorgung in lebensbedrohlichen Notfällen. Krankenhäuser und Ärzte hatten die Empfehlungen heftig kritisiert.

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