Seit Jahren kämpfen die Aktivisten gegen die Abholzung des Hambacher Forstes. Immer wieder kommt es zu Gewalten zwischen Aktivisten und der Polizei - © picture alliance / dpa
Seit Jahren kämpfen die Aktivisten gegen die Abholzung des Hambacher Forstes. Immer wieder kommt es zu Gewalten zwischen Aktivisten und der Polizei | © picture alliance / dpa

Aachen Gewalt und fliegende Steine im Hambacher Forst

Aachen (dpa). Erneut sind im Hambacher Forst Vermummte auf die Polizei losgegangen. Aus dem Wald flogen Steine, Böller und Molotowcocktails auf die Beamten. Zwei Polizisten erlitten dabei am Samstag leichte Blessuren. Eine 22-jährige Frau wurde festgenommen. Als Polizisten die Frau abführten, drohten ihnen Vermummte mit Eisenstangen. Die Ermittler vermuten, dass die Gewalttäter aus der linken Szene kommen. Die Polizei betrachtet die Angriffe als Hinweis darauf, dass sich „offensichtlich zunehmend extreme, gewaltbereite, der linksautonomen Szene zugehörige Straftäter" in dem Wald aufhalten, wie sie mitteilte. Bereits in der Vergangenheit war es im Konflikt um den Hambacher Forst immer wieder zu Auseinandersetzungen gekommen. Er gilt als Symbol des Widerstands gegen die Braunkohle. Bereits am Freitag hatten Vermummte am Hambacher Forst Polizisten mit Steinen beworfen und dabei einen Beamten am Hinterkopf verletzt. Die Attacke habe sich am Freitagabend auf einer Landstraße ereignet, teilte die Polizei am Samstag mit. Erst als die Beamten drohten, von ihren Waffen Gebrauch zu machen, habe die Attacke aufgehört. Die Vermummten seien wieder im Wald verschwunden. Der verletzte Polizist sei mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht worden. Sprengvorrichtungen entdeckt - Echtheit wird geprüft Am Samstag wurden dann an einem Waldweg drei Gegenstände entdeckt, die nach selbstgebauten Sprengvorrichtungen aussahen und von einem Spezialisten untersucht werden mussten. Auch da wurde wieder ein Polizeiwagen mit Steinen beworfen. Die Polizisten nahmen eine 22-Jährige fest, worauf sich Vermummte mit Metallstangen näherten. Eine Sprengvorrichtung stellte sich als Attrappe heraus. Die übrigen Vorrichtungen müssen noch kontrolliert werden. An zwei weiteren Stellen kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Umweltaktivisten und der Polizei. Die Beamten wurden dort mit Steinen, Pyrotechnik und Molotowcocktails beworfen. Dabei wurden zwei weitere Beamte verletzt. Immer wieder Angriffe auf Polizisten und RWE-Mitarbeiter In der Vergangenheit war es im Konflikt um den alten Hambacher Wald immer wieder zu Angriffen auf Polizeibeamte und Beschäftigte des Energiekonzerns RWE gekommen. Er liegt im Südosten des Tagebaus Hambach und gilt als Symbol des Widerstands gegen die Braunkohle. RWE plant ab Oktober Rodungsarbeiten im Hambacher Forst für den dortigen Tagebau. Darüber war es in der frisch gegründeten Kohlekommission zu einem offenen Streit gekommen.

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