Mit Verkleidung ans Steuer? Grundsätzlich erlaubt. Aber... - © Symbolbild: picture alliance / dpa Themendienst
Mit Verkleidung ans Steuer? Grundsätzlich erlaubt. Aber... | © Symbolbild: picture alliance / dpa Themendienst

Bielefeld Kostüme, Waffen, Alkohol: Was Jecken zu Karneval dürfen - und was nicht

Bielefeld. Die tollen Tage stehen ins Haus. Nicht nur in den bundesdeutschen Hochburgen, auch im als leidlich feierbegabt verschrienen Ostwestfalen wird gejeckt, was die Tradition hergibt. Doch trotz aller Tollheit ist nicht jeder Spaß erlaubt. Wir klären, was Karnevalisten dürfen und was nicht. Verbotene Kostüme Ein Gesetz, das bestimmte Kostüme explizit verbietet, gibt es nicht. Dennoch gilt auch im Karneval die einzige Ausnahme: Echte Dienstkleidung von Polizisten darf wegen Verwechselungsgefahr nicht getragen werden. Andere Dienstkleidung ist hingegen unverfänglich. Arztkittel, Feuerwehruniform oder Müllmann-Overall sind also erlaubt.Ebenso verboten sind sämtliche verfassungsfeindliche Symbole und volksverhetzende Kostüme. Wer als Adolf Hitler geht, macht sich also strafbar. Zu den verbotenen Zeichen zählen unter anderem solche der Nazis oder des Ku-Klux-Klan und sämtliche Abkürzungen dafür, heißt es im Bußgeldkatalog. Kostümiert Auto fahren ist übrigens nicht grundsätzlich verboten. Allerdings darf die Verkleidung weder Sicht noch Gehör beeinträchtigen. Also die Clownsperücke und die übergroße Brille vorher ablegen. Dasselbe gilt für Masken, die zwar nicht zwingend zu einem Bußgeld führen, aber dennoch nicht die Sinne beeinträchtigen dürfen. Wer maskiert einen Unfall baut, wird in der Regel sowohl vom Staat als auch von Versicherungen zur Kasse gebeten. Zu vermeidende Kostüme Die Polizei warnt in Zeiten von Terrorismusgefahr vor Verkleidungen als Terrorist oder ähnlichen Aufzügen. Verboten sind sie nicht, allerdings können auch sie zu Verwechselungen und Angst unter den Mitkarnevalisten führen.Auch Verkleidungen wie das mittlerweile wieder aufgetauchte Flüchtlingskostüm, das die Zeit des 1. und 2. Weltkriegs veranschaulichen soll, werden nicht empfohlen. "Das ist hier aber bisher kein Thema gewesen", teilt die Pressestelle der Polizei Gütersloh mit. Zur Erklärung: Diese und ähnliche Verkleidungen stammen meist von Händlern aus dem Vereinigten Königreich, wo besonders in Schulen zu bestimmten Daten aus der Zeit zu Beginn und Mitte des 20. Jahrhunderts gedacht wird. Dazu werden bestimmte Ereignisse häufig nachgestellt, worum sich eine regelrechte Kostümindustrie entwickelt hat. Hierzulande gibt es zumindest die Tradition des Nachstellens und Verkleidens zu diesen Anlässen nicht. Waffen Sämtliche Wasserpistolen und ähnlich deutlich nicht als echte Waffen erkennbare Spielzeuge sind erlaubt. Ausdrücklich verboten - per Gesetz, also nicht nur im Karneval - sogenannte Anscheinswaffen. Also Waffen, die ihren echten Vorbildern täuschend ähnlich sehen.Dazu zählen auch unbrauchbar gemachte echte Schusswaffen. Wer dennoch solche Waffen mitbringt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 10.000 Euro bestraft werden kann. Die Polizei Gütersloh weist darauf hin, dass selbstverständlich auch das Mitbringen echter Waffen verboten ist. Und zwar auch, wenn der Besitzer im Besitz des kleinen Waffenscheins ist. Ebenso untersagt ist das Mitbringen von Reizgas. "Ein Missachten führt zu einem Verstoß gegen das Waffengesetz und stellt eine Straftat dar, die mit Freiheitsstrafe bewährt ist", heißt es von der Polizei Gütersloh. Alkohol und Drogen Nur nochmal der Vollständigkeit halber, liebe Feiernden: Nicht trinken und fahren (ab einem Blutalkoholspiegel von 0,5 Promille wird's spätestens strafbar, vorher ist es nur fahrlässig). Wer vorher mal schauen möchte, was der "Spaß" ihn kostet, hier geht's zum Bußgeldkatalog. Lasst euch halt fahren.Ach ja: Keine Drogen nehmen. Die Polizei wird auch das während der Karnevalstage kontrollieren. Arbeit Der Arbeitgeber muss an Karneval nicht freigeben. Wer feiern will, muss sich freinehmen. Eine denkbare Ausnahme: Es gibt ein Gerichtsurteil, nach denen ein Arbeitgeber, der drei Jahre in Folge "vorbehaltlos und ohne Einschränkung" an einem Karnevalstag freigegeben hat, das auch in Zukunft tun muss.Und was ist mit Kostümen bei der Arbeit? Das Kriterium hier: Schränkt das Kostüm bei der Arbeit ein? Deshalb gilt grundsätzlich: Wo Arbeitskleidung vorgeschrieben ist, muss sie auch getragen werden. Das gilt zum Beispiel für Schutzkleidung aller Art. Auto dekorieren Nicht erst seit es Seitenspiegelfahnen gibt, kommen Feiernde auf die Idee, auch ihr Auto zu verkleiden. Verboten ist das nicht, allerdings darf dadurch die Fahrtüchtigkeit nicht beeinträchtigt werden. Der Präsident des Bundes Deutscher Karneval, Klaus-Ludwig Fess empfiehlt deshalb: "Ein Auto zu verkleiden ist grundsätzlich kein Problem, sollte aber vom zuständigen TÜV rechtzeitig abgenommen werden." Ansonsten könne die Betriebserlaubnis erlöschen. Mit Material von dpa.

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