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Neuer Look: Alle Busse der neu vergebenen Linien sollen einheitlich lackiert sein. - © NPH
Neuer Look: Alle Busse der neu vergebenen Linien sollen einheitlich lackiert sein. | © NPH

Kreis Paderborn Verbesserungen für den Busverkehr im Hochstift

Ausschreibung von Linien: Den Zuschlag hat ein Unternehmen aus Bielefeld bekommen. Kunden werden Verbesserungen versprochen

Eva Mikolajczak
10.10.2019 | Stand 11.10.2019, 11:17 Uhr

Kreis Paderborn. Für die Kunden, die in den Kreisen Paderborn und Höxter mit dem Bus unterwegs sind, soll vieles besser werden. Mehr Komfort für die Fahrgäste und Busse, die mit hohen Standards und geringeren Abgasemissionen unterwegs sind, sollen dazu gehören. Die deutlichste Veränderung für die Kunden dürften aber erst einmal die einheitlich lackierten Busse sein, die ab nächstem Sommer vermehrt in den roten und gelben Farben der "Fahr-mit"-Dachmarke unterwegs sind. Denn der Nahverkehrsverbund Paderborn-Höxter (NPH) hat fünf so genannte Linienbündel neu vergeben. Es handelt sich im Kreis Paderborn um Linien zwischen Delbrück und Paderborn sowie Delbrück und Hövelhof, aber auch um den Verkehr innerhalb Delbrücks. Ebenso neu vergeben wurden die Linienbündel Brakel, Warburger Börde, Nordkreis Höxter und Wesertal. Den Zuschlag bekommen hat "Go.on", ein Unternehmen, das im Jahr 2000 gegründet wurde und seinen Sitz in Bielefeld hat. Wirtschaftliches Risiko wird geteilt Derzeit ist das Unternehmen mit 85 Bussen im Hochstift, außerdem in Gütersloh und in Lippe unterwegs. Für den neuen Auftrag soll die Anzahl der Busse etwa verdoppelt werden. Im Inneren der Busse sollen Monitore den Streckenverlauf anzeigen und außen auf den Bussen die elektronischen Anzeigen gut lesbar seien. Um auf dem neuesten Stand der Technik zu sein, aber auch zukünftigen Klimaschutz-Standards zu entsprechen, sollen die Busse die Euro-6d-Temp-Abgasnorm erfüllen. Neu ist nicht nur, dass Go.on den Zuschlag bekommen hat. Zum ersten Mal sollen die Linienbündel auch gemeinwirtschaftlich betrieben werden. Das Busunternehmen trägt das wirtschaftliche Risiko also nicht mehr alleine. Man sei auch mit dem früheren System gut gefahren, so NPH-Verbandsvorsteher Ulrich Conradi, doch auf die eigenwirtschaftliche Ausschreibung habe sich niemand beworben. Als Grund führt er schlechtere Rahmenbedingungen für die Unternehmen an, etwa weil die demografische Entwicklung zu geringeren Einnahmen im Schülerverkehr geführt habe. Für den NPH bedeutet die Gemeinwirtschaftlichkeit mehr Einfluss auf den ÖPNV. Denn die Unternehmen bedienen den Busverkehr dann nicht mehr auf eigenes Risiko auf Grundlage einer einmaligen Konzession mit mehreren Jahren Laufzeit, sondern aufgrund eines Vertrages. NPH will flexibel reagieren "Wir haben einen konkreten Fahrplan vorgegeben", erklärt Siegfried Volmer, Geschäftsführer des NPH. Auch die Anzahl an Plätzen, die benötigt werden, sei angegeben worden. Ein Vorteil sei außerdem, dass auf geänderte Anforderungen flexibler reagiert werden könne, so Conradi. Zeichne sich etwa ab, dass ein Bus auf einer Strecke nicht ausreiche, könne ein weiterer eingesetzt werden. "Auch angesichts der Klimadebatte wollen wir flexibler reagieren können. Dies ist dann natürlich mit Kosten verbunden, so dass Steuergelder investiert werden müssen. Das neue System birgt Chancen und Risiken", findet Conradi und hofft, mehr Menschen für den ÖPNV begeistern zu können. Hierfür soll auch mehr geworben werden. "Menschen wissen oft nicht, wie gut sie an den ÖPNV angebunden sind", rührt Conradi die Werbetrommel.

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