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Die Barker-Kaserne: Auch das Verteidigungsministerium hat ein Auge auf das Gelände, das in Kürze von den Briten zurück gegeben wird, geworfen. - © Gerd Vieler
Die Barker-Kaserne: Auch das Verteidigungsministerium hat ein Auge auf das Gelände, das in Kürze von den Briten zurück gegeben wird, geworfen. | © Gerd Vieler

Paderborn Stadt hätte sich frühere Entscheidung für die Barker-Kaserne gewünscht

Die Bundeswehr will bis Ende Oktober prüfen, ob sie eine Verwendung für das Areal an der Driburger Straße hat

14.08.2019 | Stand 14.08.2019, 19:49 Uhr

Paderborn. "Wir verstehen das jüngste Schreiben des Bundesministeriums der Verteidigung als Unterstützung unserer Interessen an einer zivilen Nachnutzung des Areals Barker. Wir hätten uns allerdings gewünscht, zeitnah die abschließende Bestätigung dafür zu erhalten." Mit diesen Worten kommentiert Bürgermeister Michael Dreier in einer Pressemitteilung die Entscheidung der Bundeswehr, die ihm in einem Schreiben vom 6. August mitgeteilt wurde. Darin schreibt Staatssekretär Gerd Hoofe vom Bundesministerium der Verteidigung, dass die Prüfung der Bundeswehr, die Kaserne für eigene Zwecke zu nutzen, noch voraussichtlich bis Ende Oktober dauern werde. Bisher hatte die Stadt das Ende der Prüfung durch die Bundeswehr für Ende August erwartet. "Wir werden weiter gemeinsam mit der Universität mit Hochdruck an der Umsetzung der Projekte für die Nachnutzung der Kaserne arbeiten", so die für die Konversion zuständige Technische Beigeordnete der Stadt Paderborn, Claudia Warnecke. Akzelerator geplant Geplant ist auf dem Gelände der Barker-Kaserne unter anderem ein sogenannter Akzelerator. Als Gewinnerin des Wettbewerbs „Exzellenz Start-Update Center.NRW" erhält die Universität Paderborn rund 20 Millionen Euro zur Förderung für die Entwicklung und Förderung von Start-ups. Mit dem damit verbundenen Projekt „Akzelerator.OWL" der Universität Paderborn soll ein Vorhaben entstehen, das in Form einer hochmodernen Immobilie die Funktionen eines Start-up-Hotspots vereint. Der Rat der Stadt Paderborn hatte sich gegen eine weitere militärische Nutzung der im Stadtgebiet integriert gelegenen Barker Kaserne an der Driburger Straße und Dempsey in Schloß Neuhaus nach der Freigabe durch die britischen Streitkräfte durch die Bundeswehr ausgesprochen. Für eine militärische Nutzung stehen mit der Normandy-Kaserne und der Athlone-Kaserne rund 250 Hektar am Rand des Paderborner Stadtgebietes zur Verfügung, heißt es im Beschluss des Rates. Hoher Zeitdruck Über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hatte die Stadt Paderborn am 3. Juli dieses Jahres die Nachricht erreicht, dass die Bundeswehr derzeit die Nutzung der Kaserne an der Driburger Straße prüfe. Eine Weiternutzung des Areals der Barker-Kaserne durch die Bundeswehr würde Planungen, die seitens der Stadt und weiterer Akteure bereits getätigt wurden bzw. sich bereits im fortgeschrittenen Prozessstadium befinden, zunichte machen. Noch Ende Mai dieses Jahres versicherte die die BImA - nach zuvor erfolgter Rücksprache mit dem Bundesverteidigungsministeriums - dass seitens der Bundeswehr kein Anspruch der Bundeswehr auf die Kaserne erhoben würde. Auch das Bundesverteidigungsministerium bekräftigte in mehreren Schreiben, dass keine Absicht der Bundeswehr bestünde, britische Kasernen nachnutzen zu wollen. Im Vertrauen darauf wurde vor dem Hintergrund des hohen Zeitdrucks mit der konkreten Umsetzungsplanung begonnen.

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