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Moderner Bürgerservice: So soll die Paderborner Stadtverwaltung am Abdinghof einmal aussehen. - © Illustration: Behet-Bondzio-Lin
Moderner Bürgerservice: So soll die Paderborner Stadtverwaltung am Abdinghof einmal aussehen. | © Illustration: Behet-Bondzio-Lin

Paderborn Rat gibt grünes Licht für Paderborner Stadtverwaltung

Es könnte allerdings noch einen Bürgerentscheid in der Sache geben

Birger Berbüsse
16.11.2018 | Stand 16.11.2018, 08:19 Uhr

Paderborn. Der Paderborner Stadtrat hat am Donnerstagabend den geplanten Neubau der Stadtverwaltung am Abdinghof auf den Weg gebracht. CDU, SPD und Linke stimmten für das mit 69,5 Millionen Euro veranschlagte Großprojekt. Allerdings könnte die grüne Ampel für das neue Stadthaus noch auf Orange umspringen. Im Raum steht nämlich weiterhin ein möglicher Bürgerentscheid, den die kleineren Fraktionen ins Spiel gebracht haben. Sie waren zuvor mit ihrem Antrag auf einen Ratsbürgerentscheid gescheitert. Vorausgegangen war den beiden Abstimmungen eine lange und teils fast schon hitzige Debatte. FDP, FBI-Freie Wähler, LKR, Für Paderborn und die Grünen sprachen sich dabei gegen die Neubaupläne aus. "Zu groß und zu teuer" fassten es Grünen-Fraktionssprecher Klaus Schröder und Alexander Senn von der FDP zusammen: "Das ist die falsche Lösung für Paderborn." Auch LKR-Ratsherr Johannes Knaup sah angesichts der Kosten die "Eigenständigkeit und Zukunftsfähigkeit der Stadt" in Gefahr, schließlich sei Paderborn hoch verschuldet. Hartmut Hüttemann von der FBI sagte, die Planungen machten keinen Sinn, "wenn wir nicht wissen, ob wir einen ausgeglichenen Haushalt haben." Er plädierte dafür, erst nur die Gebäude A und B am Franz-Stock-Platz zu sanieren, um dann weiter zu sehen. Stephan Hoppe (Für Paderborn) kritisierte, dass "ohne finanzielles Maß" geplant worden sei. "Rathaus gehört in die Innenstadt" Hingegen bewertete CDU-Fraktionschef Markus Mertens das neue Stadthaus in der Innenstadt "als optimale Lösung für die Bürgerschaft". Manfred Krugmann von der SPD betonte: "Es ist unsere feste Überzeugung, dass das Rathaus in die Innenstadt gehört." Unterstützung bekamen sie von der Linksfraktion / Offene Liste. Reinhard Borgmeier sagte mit Blick auf die kritisierte Größe des Gebäudeensembles: "Es macht keinen Sinn, ein Gebäude zu planen, das nur auf Kante genäht ist." Den geforderten Ratsbürgerentscheid schmetterten die drei Parteien mit ihrer deutlichen Mehrheit ab. Den Argumenten der Befürworter ("wichtig genug, um Bürger entscheiden zu lassen") hielten sie entgegen, dass dies ein "Wegducken vor einer Entscheidung" (Borgmeier) wäre und zudem Alternativen fehlten. CDU, SPD und Linke stimmten danach auch als einzige für den gesamten Plan, während die übrigen Ratsfraktionen nur die Sanierung der Gebäude A und B mittrugen. 6.000 Unterschriften für Bürgerentscheid nötig Damit läuft es wohl auf einen Bürgerentscheid hinaus. Einen solchen hatten FDP, FBI, LKR und Für Paderborn im Falle ihres Scheiterns im Rat angekündigt. Sie müssten nun - gemeinsam mit den Grünen, die sich ebenfalls dafür aussprachen - über die Wintermonate für das Plebiszit werben. Um den Entscheid auf den Weg zu bringen, sind immerhin knapp 6.000 Unterschriften von Paderborner Bürgern nötig. Stand jetzt ist aber zunächst folgende Planung auf den Weg gebracht: Das Projekt beinhaltet den Abriss des Gebäudes über den Arkaden am Abdinghof sowie des Gebäudes zum Marienplatz hin (Gebäude C und Ca), deren vollständige Neukonzeption inklusive eines umfangreichen Bürgerservice-Angebotes und inklusive der Neugestaltung der dazugehörigen Plätze (Marienplatz, Franz-Stock-Platz sowie des derzeitigen Parkplatzes Am Abdinghof). Daneben sollen die Gebäude oberhalb des derzeitigen Abdinghof-Parkplatzes sowie zur Abdinghofkirche hin (A und B) saniert werden. Am Abdinghof soll so ein moderner Bürgerservice das Herzstück der künftigen Paderborner Stadtverwaltung bilden. Architekt Martin Behet beschrieb den Entwurf „als eine vertikale Markthalle".

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