Der rechte Teil der Stadtverwaltung (Gebäude C) soll abgerissen und neu gebaut werden, der linke Teil (Gebäude B) wird saniert. - © Marc Köppelmann
Der rechte Teil der Stadtverwaltung (Gebäude C) soll abgerissen und neu gebaut werden, der linke Teil (Gebäude B) wird saniert. | © Marc Köppelmann

Paderborn Grüne lehnen neue Paderborner Stadtverwaltung ab

Die Partei hält das geplante Gebäude für zu groß und zu teuer

Paderborn. 69,5 Millionen Euro soll die neue Stadtverwaltung am Abdinghof kosten. Am Donnerstag, 15. November, entscheidet der Rat über den geplanten Neubau. Doch nun hat die erste Partei angekündigt, den eingebrachten Beschlussvorschlag abzulehnen. Vier weitere Fraktionen wollen einen Bürgerentscheid beantragen. Die grüne Ratsfraktion im Paderborner Rat wird dem geplanten Neubau der Stadtverwaltung zwischen Marienplatz und Abdinghof nicht zustimmen, teilte die Partei am Dienstag mit. Nach Ansicht der Grünen ist der Bau insgesamt zu groß und zu teuer geraten, weil versucht worden sei, zu viele Einrichtungen und Ämter unterzubringen. Der außerdem geplanten Sanierung der Gebäude am Franz-Stock Platz (Gebäudeteile A und B) wollen die Grünen hingegen zustimmen. Diese sei überfällig. Die Entscheidung im Rat ist bereits mehrfach vertagt worden. 2016 sei beschlossen worden, die Gebäudeteile C und Ca, also die städtischen Gebäude am Marienplatz zu überplanen. „Damals war die Rede von einem Bürgerzentrum mit weiteren Dienstleistungen und Einzelhandelsflächen”, sagt Fraktionssprecher Klaus Schröder. Beim Beschluss des städtebaulichen Wettbewerbs hätten die Grünen dann schon darauf drängen müssen, dass der Einzelhandel überhaupt noch berücksichtigt werde. „Wir haben damals klargestellt, dass wir keine reine Verwaltungsfassade zum Marienplatz wollen, damit der Platz lebendig bleibt", so Schröder weiter. „Nun sehen wir, dass der Neubau Richtung Marienplatz nichts weiter bietet, als den Haupteingang zu einem Verwaltungsgebäude. Nennenswerter Einzelhandel ist nicht vorgesehen, der Eingang zum geplanten Café ist ganz unten am Platz." Keine Impulse für die Innenstadt Den Hauptteil des Gebäudes würden nun sieben Ämter, das Dezernat III und die Verwaltung der Stadtbibliothek einnehmen. Für die Ämter sind zudem noch etliche Reserveflächen vorgesehen. Insgesamt, so die Grünen, habe man mit dem geplanten Gebäude zu viele Wünsche erfüllen wollen. Im Ergebnis sei das Gebäude nun zu groß und zu teuer. Die Grünen erwarten anders als der Bürgermeister vom Neubau auch keinen wirklichen Impuls für die Paderborner Innenstadt. „Wir glauben, dass die Innenstadt mehr gewinnen würde, wenn man am Marienplatz größere Flächen für den Einzelhandel schaffen würde", sagt Sprecherin Petra Tebbe. Das könnte man zum Beispiel über Erbpacht machen, ohne die Flächen zu verkaufen. Die Fachgeschäfte brauchen Zugpferde, die die Menschen in die Stadt locken. Und wir finden, dass das Café Ostermann viel Leben auf den Platz gebracht hat. Ein Bürgerzentrum könnte man auch Richtung Abdinghof öffnen." Die Grünen erinnern daran, dass in der vergangenen Wahlperiode einstimmig beschlossen worden war, die Stadtverwaltung in der ehemaligen Alanbrooke-Kaserne unterzubringen. Leider habe der Bürgermeister diese Entscheidung, die in der Bevölkerung auf viel Zustimmung gestoßen sei, nach der Kommunalwahl gekippt. Schröder und Tebbe abschließend: „Wenn wir die Alanbrooke-Kaserne durchgezogen hätten, dann hätte im Frühjahr Baubeginn sein können."

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