0
Markant: Architekt Martin Behet zeigt den Gewinnerentwurf, der sich durch die Höhenstaffelung sowie die Vor- und Rücksprünge des Ensembles auszeichnet. Dieser Blick auf das Bürgerzentrum geht vom Marienplatz aus, der offener werden soll. - © Birger Berbüsse
Markant: Architekt Martin Behet zeigt den Gewinnerentwurf, der sich durch die Höhenstaffelung sowie die Vor- und Rücksprünge des Ensembles auszeichnet. Dieser Blick auf das Bürgerzentrum geht vom Marienplatz aus, der offener werden soll. | © Birger Berbüsse

Paderborn So könnte der Neubau der Paderborner Stadtverwaltung aussehen

Zu den Kosten äußerten sich die Beteiligten nicht

Birger Berbüsse
27.04.2018 | Stand 27.04.2018, 09:46 Uhr

Paderborn. Städtebaulich ungewöhnlich und geschickt: So lautet das Jury-Urteil zum Gewinner-Entwurf des Wettbewerbs zur Neugestaltung des Bereichs zwischen Abdinghof, Rathaus und Marienplatz: Mit der Bekanntgabe und Vorstellung der Preisträger ist der nächste Schritt zur Entwicklung des Quartiers im Herzen der Stadt gemacht. Der fast einstimmig gewählte Siegerentwurf des im September gestarteten europaweit ausgeschriebenen Wettbewerbs gelang den Architekten "Behet-Bondzio-Lin" aus Münster zusammen mit der Planergruppe Oberhausen. "Sie überzeugten mit einem modernen und zukunftsfähigen Entwurf, der sich auf überzeugende Weise mit den hohen städtebaulichen, freiraumplanerischen, architektonischen und funktionalen Ansprüchen des Areals und des Gebäudekomplexes auseinandersetzt", teilte das Preisgericht mit. Angaben zu Kosten und Zeitplan wollten die Beteiligten noch nicht machen Besonderes Lob im Beurteilungstext fanden die Höhenstaffelung sowie die Vor- und Rücksprünge des Ensembles, die die angrenzenden Dachhöhen aufnehmen, die Eingangssituation betonen, das Bauvolumen geschickt auflösen und dadurch eine "selbstbewusste Geste" zum Marienplatz darstellen. Das in der Ausschreibung gewünschte "Bürgerzentrum" soll nach den Vorstellungen der Architekten ein Ort der persönlichen Begegnung werden. Dies soll erreicht werden durch einen sich über drei Geschosse entwickelnden Innenraum, in dem das Einwohnermeldeamt, die Kinder- und Computerbibliothek, ein Café sowie Service-Angebote wie die Tourist Information, das Ticket Center und das FamilienServicecenter untergebracht sind. "Wie eine vertikale Markthalle", beschrieb es Architekt Martin Behet. Da er gebürtiger Paderborner ist, habe er dem Projekt auch persönlich eine große Bedeutung beigemessen. Von außen fällt die "Dreischiffigkeit" des Gebäudes ins Auge, das durch schmale mit Natursandstein verkleidete Pfeiler gegliedert wird. Die unter Denkmalschutz stehende Fassade des Heising'schen Hauses wird erhalten. Veränderungen gibt es hingegen auf den öffentlichen Plätzen: Der Marienplatz soll "transparenter und durchgehbarer" werden, sagte Ute Aufmkolg von der Planergruppe Oberhausen. Am Abdinghof soll die Treppenanlage "großzügig aufgelöst" werden, um dadurch besser genutzt werden zu können. Entscheidung soll möglichst bis Ende Juni fallen Der Franz-Stock-Platz soll "sensibel restauriert" werden und Sitzgelegenheiten bekommen. Zu hundert Prozent steht jedoch noch nicht fest, dass der Siegerentwurf später auch umgesetzt wird. Denn nun steht das Verhandlungsverfahren mit den drei Preisträgern an, in dem es um Termine, Qualitäten und vor allem ums Geld geht. "Wir wollen eine wirtschaftliche Lösung", betonte Bürgermeister Dreier. Ziel sei es, die Entscheidung möglichst bis Ende Juni zu fällen. Nach NW-Informationen gab es im Preisgericht während der Diskussion durchaus unterschiedliche Ansichten, viele Mitglieder favorisierten zwischenzeitlich den Entwurf der Paderborner Architektin Eva Matern, der mit seiner deutlich klassischer gehaltenen Optik letztlich in der Abstimmung auf Platz 2 landete. Angaben zu möglichen Kosten und einem Zeitplan wollten die Beteiligten noch nicht machen. Bei der Vorstellung des Wettbewerbs im September war jedoch ein Baubeginn 2020 ins Auge gefasst worden. Alle Entwürfe sind bis Freitag, 11. Mai, im Einwohneramt der Stadt Paderborn am Marienplatz zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.

realisiert durch evolver group