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Standort: Auf diesem Gelände möchte der Investor den Sport- und Freizeitkomplex errichten. - © Johannes Büttner
Standort: Auf diesem Gelände möchte der Investor den Sport- und Freizeitkomplex errichten. | © Johannes Büttner

Büren Bekommt Büren ein neues Sport- und Veranstaltungszentrum?

Am Kapellenberg will ein Investor ein Gebäude für Kinder, Familien und Vereine errichten. Informationsbedarf besteht bei einem weiteren Unterhaltungsgewerbe

Johannes Büttner
10.10.2019 | Stand 11.10.2019, 08:04 Uhr

Büren. Die heimische Investorenfamilie Krieger möchte im Bürener Industriegebiet West eine Sport- und Veranstaltungshalle bauen. Bei den Mitgliedern des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Stadtplanung fand die Bauvoranfrage zwar Gefallen, aber eine Zustimmung gibt es noch nicht. Vielmehr wurde die Verwaltung beauftragt, mehr Informationen einzuholen "um eine sachgerechte Lösung zu finden". Das Gebäude, das in der Nähe des Kapellenbergs errichtet werden soll, und mit einer Nutzfläche von rund 11.000 Quadratmetern geplant ist, soll für sportliche sowie kulturelle Aktivitäten genutzt werden. Das Projekt soll auf einer Fläche von 11.000 Quadratmetern entstehen. In der Halle sollen ein Sport- und Trampolinbereich (1.900 Quadratmeter), eine Kinderspielhalle (1.900 Quadratmeter) sowie ein Veranstaltungsbereich (2.100 Quadratmeter) entstehen. Anschließen soll sich laut Investor ein viergeschossiger Anbau. Hier sind Umkleiderräume, Café, Speiseräume, Räume für Bürener Vereine und Privatpersonen zum kostenfreien sportlichen Training sowie Büro und Seminarräume geplant. Baugenehmigung wäre Ausnahmefall Der geplante Komplex liegt in einem rechtskräftigen Bebauungsplan, der als Industriegebiet ausgewiesen ist. Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke sind im Industriegebiet nur ausnahmsweise zulässig. Diese Ausnahmegenehmigung ist möglich. Allerdings gibt es noch einen weiteren Aspekt. Zusätzlich ist eine Befreiung von der Festsetzung des Bebauungsplanes notwendig, da das geplante Gebäude die festgesetzte Zahl von maximal zwei Vollgeschossen überschreitet. Eine grundsätzliche Ablehnung des Baus war bei den Ausschussmitgliedern nicht zu spüren, Ratsherr Josef Zumdick von der FDP-Fraktion sprach sogar von einer Chance, die man so schnell nicht wiederbekomme. Er warf der Verwaltung sogar eine Verhinderungspolitik vor. Dagegen verwehrte sich jedoch Bürgermeister Burkhard Schwuchow (CDU). Auch Reinhold Zühlke (Bündnis 90/Die Grünen) argumentiert, dass es bereits mehrere höhere Baukörper im Baugebiet gebe. Allerdings mahnt Zühlke an, dass die Parkplatz- und Verkehrssituation bei einer solch großen Halle geklärt sein müsse. Auch müsse berücksichtigt werden, dass es zu Klagen von angrenzenden Windkraftbetreibern kommen könnte. Beschluss müsste bis 14. Oktober fallen Auch CDU-Ratsfrau Irmgard Kurek betont, dass sich ihre Fraktion für sportliche Angebote in der Stadt einsetze. Gleichwohl mahnt sie an, dass man sich bei der Entscheidung auf unsicherem Boden bewege und noch zu viele Fragen offen seien: „Wir sollten das klären und die Sache nicht mit einem Federstrich abhandeln. Uns fehlt hier die Entscheidungsgrundlage." Allerdings tut Eile Not, denn, wie Bauamtsleiterin Marita Krause sagt, muss über den Antrag bis zum 14. Oktober entschieden sein, sonst gilt er als einvernehmlich genehmigt. Die Verwaltung wurde beauftragt, weitere Informationen einzuholen und Gespräche mit dem Investor zu führen. Unter anderem soll es dabei um die Bauhöhe gehen. In der Diskussionsrunde wurde auch das von dem gleichen Investor erstellte Bordell, das sich ebenfalls im Industriegebiet befindet, thematisiert. Vermutungen, dass es sich dabei um einen Übernachtungsbetrieb handelt, soll nachgegangen werden. Wie Bauamtsleiterin Krause sagt, sei im Industriegebiet zwar ein Bordell genehmigt, nicht aber ein Beherbergungsbetrieb.

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