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Eine der beiden Linden wurde jetzt gefällt. - © SPD
Eine der beiden Linden wurde jetzt gefällt. | © SPD

Pr. Oldendorf Am neuen Aldi-Standort: Linde wurde doch gefällt

Eigentlich sollten beide Linden auf dem Gelände trotz des Neubaus erhalten bleiben. Doch nun wurde das Wurzelwerk beschädigt. Die SPD Pr. Oldendorf übt Kritik an der Glaubhaftigkeit des Investors.

Sandra Spieker
10.07.2020 | Stand 09.07.2020, 19:40 Uhr

Pr. Oldendorf. Im Herbst will Aldi seine neue Filiale im Stadtzentrum eröffnen. Noch im Juni vergangenen Jahres sollten zwei Linden und eine Platane auf dem betreffenden Gelände der ehemaligen Realschule an der Mindener Straße trotz des Neubaus erhalten bleiben. Nun ist einer der Bäume doch gefällt worden. Kritik kommt aus den Reihen der SPD. Bürgermeister Marko Steiner sagt, es habe keine andere Möglichkeit gegeben.

„Auf den Zeichnungen, die den politischen Vertreterinnen und Vertretern erstmals vorgestellt wurden, waren die Bäume noch zu sehen“, teilt die SPD Pr. Oldendorf in einer Stellungnahme mit. Seinerzeit sei dem Projektplaner Rohde noch das Mikroklima wichtig gewesen, heißt es weiter. „13 Monate später ist davon nicht mehr viel zu spüren.“

Nachdem im Rahmen der Abrissarbeiten bereits die Platane gefallen war, hätte am Montag eine der beiden Linden Platz für den Aldi-Neubau machen müssen. „Wir sind in unseren Bedenken bestätigt worden“, so Jan Hendrik Maschke für die SPD-Fraktion. Dass der Erhalt „nur leere Worthülsen“ für eine breitere Zustimmung gewesen seien, sei der SPD „von Anfang an klar“ gewesen. Dennoch hätten einige Ratsvertreter erst aufgrund der „Zusage“ damals dem Vorhaben zugestimmt, heißt es weiter.

„Dieser Wortbruch ist ein Teil der Baumfällung, die mit Wissen der Stadt Pr. Oldendorf und deren Bürgermeisters Marko Steiner erfolgt ist“, so Maschke. Auf Nachfrage in der Verwaltung habe die SPD-Fraktion erfahren, dass die Fällung in Abstimmung mit der Stadt erfolgte.

"Nur leere Worthülsen"

Man habe ein Gutachten vorgelegt bekommen, das den möglichen Erhalt der Linde ausschloss. „Im Rahmen einer transparenten Politik hätten wir uns eine Information durch den Bürgermeister gewünscht und zwar vor der Fällung. Leider blieb diese aus, scheinbar ist die Angelegenheit für ihn nicht von Bedeutung“, so Maschke.

Bereits im vergangenen Jahr seien mit Blick auf den Erhalt der Bäume auf dem ehemaligen Realschulgelände Suchschachtungen vorgenommen worden, erklärt Bürgermeister Marko Steiner zu der Angelegenheit.

Demnach konnte die dortige Platane nicht erhalten bleiben, die zwei Linden schon, hieß es damals. Doch nun seien bei Arbeiten für die zu bauende Lärmschutzwand weitere Wurzeln aufgetaucht und beschädigt worden. Der Investor habe gleich ein Gutachten in Auftrag gegeben, um zu sehen, ob der Baum noch zu retten ist, so Steiner.

Laut Gutachten sei der Baum nicht mehr standsicher

Laut Gutachten aber sei der Baum nicht mehr standsicher. „Wir wollten uns aber selbst davon überzeugen“, so Steiner. So habe sich ein Mitarbeiter vor Ort alles angeschaut. Auch sei ein Gegengutachten in Auftrag gegeben und der Kreis Minden-Lübbecke mit ins Boot geholt worden.

Allerdings mit dem gleichen Ergebnis: Das Wurzelwerk der Linde sei zu stark beschädigt, eine Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben. So sei der Baum nun doch gefällt worden. „Ich hätte es mir auch anders gewünscht“, so Steiner. An der Stelle werde als Ersatz ein neuer, ebenfalls großer Baum gepflanzt, so der Bürgermeister. Außerdem werde es weitere Ersatzpflanzungen, wenn nicht an dieser Stelle, dann woanders, geben.

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