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Der Angeklagte Jörg W. betritt einen Sitzungssaal im Landgericht in Begleitung eines Justizbeamten.  - © picture alliance/dpa
Der Angeklagte Jörg W. betritt einen Sitzungssaal im Landgericht in Begleitung eines Justizbeamten.  | © picture alliance/dpa

Hille Verteidigerin im Mordprozess Hille: Jörg W. hat nicht getötet

12.07.2019 | Stand 12.07.2019, 14:17 Uhr

Bielefeld/Hille (dpa). Im Prozess um den mutmaßlichen Dreifachmord von Hille hat Verteidigerin Nicole Friedrich für ihren Mandanten bestritten, dass Jörg W. an den Tötungen aktiv beteiligt gewesen sei. Sie schob die Verantwortung für die drei Taten dem Mitangeklagten Kevin R. zu. In der Beweisaufnahme sei ihrem Mandanten nichts nachgewiesen worden. Dass er unschuldig sei, sagte Friedrich in ihrem Plädoyer nicht. Allerdings müsse sich der heute 53-Jährige vorwerfen lassen, dass er dem Treiben seines Ziehsohnes (25) keinen Anhalt geboten hat. Auch hätte er beim Ausheben der Gräber für die Opfer nicht helfen dürfen. Die Staatsanwaltschaft hatte W. dennoch vorgeworfen, die Tötungen "quasi zelebriert" zu haben. Der Verteidiger von Kevin R. forderte Freispruch für seinen Mandanten und die Aufhebung des Haftbefehls. Anwalt Peter Jahn gestand Schläge des heute 25-Jährigen auf die Opfer ein. „Aber wir wissen nicht, ob sie tödlich waren", sagte Jahn, der die Taten Jörg W. zuwies. Staatsanwaltschaft: Heimtückischer Mord aus Habgier Die Staatsanwaltschaft hatte für die beiden deutschen Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld beantragt. Damit wäre eine Haftentlassung nach 15 Jahre nahezu ausgeschlossen. Eine Gutachterin hatte W. für voll schuldfähig erklärt. Die Anklage wirft den Männern einen gemeinschaftlich ausgeführten dreifachen, heimtückischen Mord aus Habgier vor. Im Prozess hatten sich die beiden Angeklagten gegenseitig der Taten beschuldigt. Im Frühjahr 2018 waren auf zwei angrenzenden Höfen im ostwestfälischen Hille an der Grenze zu Niedersachsen zuerst eine, später zwei weitere verscharrte Leichen gefunden worden. Der 53 Jahre alte Angeklagte und sein 25-jähriger Helfer sollen zuerst einen 72-jährigen Nachbarn, dann einen 64-jährigen Hilfsarbeiter und später einen 30 Jahre alten Geschäftspartner erschlagen haben, um sich zu bereichern. Ein Urteil will das Landgericht Bielefeld in einer Woche am Freitag, 19. Juli, sprechen.

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