0
Windenergie im Fokus: EnBW Energie Baden-Württemberg, eines der größten Energieversorgungsunternehmen Deutschlands, übernimmt die Trianel-Projekte in Steinheim. - © Simone Flörke/Symbolbild
Windenergie im Fokus: EnBW Energie Baden-Württemberg, eines der größten Energieversorgungsunternehmen Deutschlands, übernimmt die Trianel-Projekte in Steinheim. | © Simone Flörke/Symbolbild

Steinheim EnBW übernimmt Windkraft-Projekte in Steinheim von Trianel

Lokales: Eines der größten Energieversorgungsunternehmen Deutschlands ist jetzt zuständig für die Projekte im Steinheimer Becken

Wolfgang Tilly
17.02.2019 | Stand 16.02.2019, 12:12 Uhr

Steinheim. Im Juni vergangenen Jahres hatte die Aachener Trianel GmbH trotz negativer Beschlusslage eines gemeindlichen Einvernehmens des Steinheimer Stadtrates Anträge auf Errichtung und Betrieb von insgesamt fünf Windkraftanlagen beim Kreis Höxter als Genehmigungsbehörde gestellt. Zum Jahreswechsel hatte das baden-württembergische EnBW diese Anträge übernommen und will das Projekt für den Betrieb der angestrebten Windkraftanlagen vom Typ Vestas 150 weiter vorantreiben. Bei der Genehmigungsbehörde des Kreis Höxter waren damals zwei Anträge eingegangen. Drei der Anlagen sollen in Ottenhausen/Eichholz und zwei weitere in der Gemarkung Ottenhausen/Vinsebeck errichtet werden. Damals war der Steinheimer Stadtrat der Meinung, dass die vier kleinen Windkraftanlagen im Hagedorner Lärchenfeld als ausreichend für die Stadt angesehen wurden. Bezüglich eines möglichen Prozessrisikos zeigte sich die überwiegende Mehrheit der Stadtvertreter optimistisch, dass es dazu nicht kommen werde. Martin Reinemann (CDU) war damals überzeugt, dass der Kreis Höxter der Position der Stadt folgen werde und auch aufgrund der Beteiligung der eigenen Stadtwerke am Trianel-Verbund es zu keiner Klage gegen städtische Interessen kommen könne. Bürgermeister Carsten Torke setzt im Moment auf Abwarten Aufgrund der neuen Situation – das mächtigere EnBW ist nach der Übernahme der Trianel-Projekte ein neuer Akteur – sieht möglicherweise die Konfrontation jetzt etwas anders aus. Steinheims Bürgermeister Carsten Torke setzt im Moment auf Abwarten: „Da es noch keine Entscheidung zum Antrag der genehmigenden Behörde oder ein rechtskräftiges Urteil – sollte ein Klageverfahren durch Ablehnung beim Antragsteller eingeleitet werden – vorliegt, gilt es schlichtweg: Abwarten", sagt er. Er hatte Ende Januar den Ältestenrat über die geänderte Projektierung Trianel durch das EnBW in Kenntnis gesetzt. Die Öffentlichkeit will er aber erst dann informieren, wenn das endgültige Ergebnis des Kreises Höxter vorliegt. Mitte Dezember wurden im Ottenhausener Dorfgemeinschaftshaus alle Flächeneigentümer des Windparks „Steinheimer Becken" über die neue Situation informiert. Eingeladen hatte der bisherige Trianel-Projektmanager Tobias Hassel. Mit dabei waren auch EnBW-Mitarbeiter wie der neue EnBW-Projektleiter Christopher Sonntag. Wie aus dieser nichtöffentlichen Runde zu erfahren war, offerierte EnBW den bisher in Pachtverträgen mit der Trianel verbundenen Landeigentümern neue Vertragsoptionen. Bis zum heutigen Tag, so ein Eigentümer, liegen aber noch keine neuen Verträge zur Unterschrift vor. Zeitnahes Versenden der Vertragsunterlagen „90 Prozent der Steinheimer Bürger sind offensichtlich gegen das Windpark-Konzept im Steinheimer Becken", so der Landeigentümer, er möchte selbst aber auch endgültige Klarheit über dieses seit 2015 laufende Verfahren haben. „Dass die neuen Verträge noch nicht den Eigentümern vorliegen, ist einer firmeninternen handwerklichen Problematik geschuldet", sagt der EnBW-Pressesprecher Ulrich Stark. Aus seiner Sicht wird es zeitnah zum Versenden dieser Vertragsunterlagen kommen. Auf die Frage, wie der Stand des Antragsverfahrens ist, antwortete der Kreis Höxter durch seinen Leiter des Fachbereichs Umwelt, Bauen und Geoinformationen, Michael Werner, dass beide Antragsverfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt würden. „Die Einleitung der Öffentlichkeitsbeteiligung wird zu gegebenem Zeitpunkt (. . .) bekanntgegeben. Der Zeitrahmen ist allerdings noch nicht festgelegt", erklärt er. Der Antragstellerwechsel wird laut Werner auf das laufende Verfahren aber keine Auswirkungen haben. Eine Prognose für einen abschließenden Bescheid wollte er aber nicht nennen. Aus der EnBW-Pressestelle war dazu zu hören, dass bei einer Öffentlichkeitsbeteiligung in der Regel ein Sieben-Monate-Zeitraum zur Bearbeitung grundsätzlich eingehalten werden könne. Stark bat aber auch um Verständnis, dass nach Vorliegen neuer möglicher Gutachten die Beteiligung neuer Träger öffentlicher Belange die Bearbeitungszeit auch dehnbarer sein könnte: „Wir werden aber auf jeden Fall an dem am 1. Januar offiziell übernommenen Vorhaben im Steinheimer Becken festhalten", betont er.

realisiert durch evolver group