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Zum Abschluss des Gesprächs treten die beiden Bundesfreiwilligen Tjorben Eggers (v.l.) und Marleen Vogt gegen Thorsten Klute (Vorstand des AWO-Bezirksverbandes Ostwestfalen Lippe) und den Bundestagsabgeordneten Christian Haase an. - © Sebastian Beeg
Zum Abschluss des Gesprächs treten die beiden Bundesfreiwilligen Tjorben Eggers (v.l.) und Marleen Vogt gegen Thorsten Klute (Vorstand des AWO-Bezirksverbandes Ostwestfalen Lippe) und den Bundestagsabgeordneten Christian Haase an. | © Sebastian Beeg

Höxter Einblick in den Dienst zweier Höxteraner "Bufdis"

Wie Marleen Vogt und Tjorben Eggers ihren Alltag in der Kinder-Tagesgruppe des AWO-Familienstützpunktes Höxter erleben.

Sebastian Beeg
03.12.2019 | Stand 02.12.2019, 20:52 Uhr

Höxter. Der Vorsitzender der Höxteraner Kreis-CDU und Bundestagsabgeordnete Christian Haase tauschte jüngst sein Arbeitszimmer in Berlin gegen den Besprechungsraum des Dieter-Heistermann-Zentrum des AWO-Kreisverbandes Höxter. Bei einem Gespräch informierte sich Haase über den Alltag junger Bundesfreiwilligendienstleistenden. Dabei standen ihm Marleen Vogt und Tjorben Eggers Rede und Antwort. Die beiden 18-jährigen leisten ihren Dienst seit etwa drei Monaten in der Kinder-Tagesgruppe des AWO-Familienstützpunktes Höxter. Etwa 9.100 Bundesfreiwillige in NRW Vogt und Eggers sind dabei zwei von gut 9.100 Bundesfreiwilligendienstleistenden, die im November in Nordrhein-Westfalen im Einsatz waren. 200 davon alleine bei der AWO im Bezirk Ostwestfalen-Lippe, 15 sind momentan im Kreis Höxter aktiv. Vogt und Eggers unterstützen in der Kinder-Tagesgruppe die drei Fachkräfte bei der Betreuung der etwa zehn Kinder. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Vorbereitung des gemeinsamen Essens, die Hausaufgabenbetreuung oder die Arbeit an eigenen Projekten. So bastelten die beiden 18-Jährigen einen Adventskalender, der nach einem genauen Plan täglich von einem anderen Kind geöffnet wird. Die Motivation der beiden Höxteraner, sich für den Bundesfreiwilligendienst zu entscheiden waren ähnlich. "Nach dem Abi im Sommer stand für mich fest, dass ich in den sozialen Bereich möchte. Ich wollte mir die Arbeit mit den Kindern aber erst einmal anschauen", sagt Marleen Vogt. "Für mich war es wichtig, mich mit dem Berufswunsch auseinanderzusetzen und mich nicht sofort in eine Ausbildung oder ein Studium zu stürzen." "Bisher gefällt es mir gut" Auch Tjorben Eggers wollte im Anschluss an das Abitur nicht sofort an eine Hochschule. "Ich dachte mir, dass es am besten ist, wenn ich ein Jahr zur Überbrückung mache. Allerdings hatte ich die sozialen Berufe eigentlich ausgeschlossen", sagt der 18-jährige. Eine Nachbarin brachte ihn auf das Angebot der AWO. Nach einem Tagespraktikum fiel dann die Entscheidung zum Bundesfreiwilligendienst. "Bisher gefällt es mir gut." Das hören die Verantwortlichen bei dem Gespräch natürlich gerne. "Das sind zwei ganz wichtige Ziele, die wir mit dem Bundesfreiwilligendienst verfolgen. Zum einen die persönliche Entwicklung und zum anderen die berufliche Orientierung", sagt Ute Diekmann, die bei der AWO für die Koordination der Freiwilligendienste zuständig ist. Thorsten Klute, Vorstand des AWO-Bezirksverbandes Ostwestfalen Lippe, ergänzt: "Die Freiwilligen leisten einen wertvollen Dienst, der sowohl für sie als auch für die jeweiligen Einrichtungen sehr befruchtend ist." Schlüssel für mehr soziales Engagement sei die Freiwilligkeit Deshalb verfolge Klute die momentane Diskussion um ein verpflichtendes Dienstjahr mit besonderem Interesse und einer großen Portion Skepsis. "Die Zeiten der Wehrpflicht sind vorbei. Wir müssen den Freiwilligendienst stärken, denn damit ist ein großes Engagement verbunden." Und auch Christian Haase hält von einem etwaigen Pflichtjahr nichts. "Das ist ein völliger Irrglaube, dass wir so etwas wie die Wehrpflicht noch einmal aufleben lassen können. Was machen wir zum Beispiel mit denen, die den Dienst nicht ausüben können oder keine geeignete Stelle finden?" Und wie lautet die Zwischenbilanz der beiden Bundesfreiwilligendienstleistenden nach etwa drei Monaten? "Aus meiner Sicht hat es schon etwas gebracht. Ich lasse das Ganze aber noch einmal sacken und brauche das Jahr sicherlich zur Orientierung", sagt Vogt. Tjorben Eggers, der sich zwischenzeitlich bei Verwaltungen beworben hatte, überlegt "aber auch, in dem Bereich zu bleiben."

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