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Sanierungsbedürftig: Die Sporthalle am Bielenberg. Schüler und Vereine nutzen die Halle. - © Mathias Brüggemann
Sanierungsbedürftig: Die Sporthalle am Bielenberg. Schüler und Vereine nutzen die Halle. | © Mathias Brüggemann

Höxter Sportstätten in Höxter müssen auf Investitionen warten

Haushaltsplan 2019: Investitionen von mehr als 15 Millionen Euro sind vorgesehen. Geld für Sporthallen und -plätze steht aber noch nicht bereit. Das erste Gespräch zwischen Stadt und Sportverband ist erfolgreich

Amina Vieth
13.12.2018 | Stand 13.12.2018, 19:19 Uhr

Höxter. Viel Missmut herrschte beim Sportverband Höxter gegenüber der Stadt. Mangelnde Kommunikation und vor allem Kritik an der nicht vorhandenen oder schlechten Informationspolitik seitens der Stadt wurden laut. Das soll sich nun ändern. Man wolle künftig zusammenarbeiten. Drei essenzielle Punkte stehen dafür auf der Liste: eine bessere Informationspolitik, die Umsetzung des Konzepts und das Ausschöpfen von Fördermöglichkeiten. Das ist das Ergebnis eines ersten Gespräches zwischen Roland Merker, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, und Bürgermeister Alexander Fischer. Doch es folgt auch gleich eine schlechte Nachricht: Geld für die Umsetzung des Sportstättenkonzeptes ist im Haushaltsplan 2019 nicht vorgesehen. Die Maßnahmen werden um ein bis zwei Jahre nach hinten geschoben. Freude kommt da bei Roland Merker nicht auf. Aber immerhin werde es nun frühzeitig kommuniziert, hebt er positiv hervor. Denn genau um die Weitergabe von Informationen und Zusammenarbeit ging es in dem Gespräch zwischen Merker und Fischer, das von beiden Seiten als „sehr konstruktiv, sehr gut und sachlich" geschildert wird. „Bevor wir Entscheidungen fällen, müssen wir erst mit den Betroffenen sprechen", betont Fischer und räumt ein, dass es in der Vergangenheit nicht immer optimal gelaufen sei. »Sport ist elementar wichtig für unsere Stadt« Doch das soll nun eben dieses sein: Vergangenheit. Um eine bessere Informationspolitik wolle sich der Bürgermeister nun persönlich sorgen. „Sport ist elementar wichtig für unsere Stadt, und die Sportvereine sind wichtige Stützen für unsere Stadt und unsere Gesellschaft. Deswegen werden wir das, was wir beschlossen haben, auch auf den Weg bringen", betont Fischer mit Nachdruck. Denn aufgeschoben soll in diesem Fall nicht aufgehoben bedeuten. Das Sportstättenkonzept werde nicht jetzt umgesetzt, „aber es wird umgesetzt". Im Haushaltsplan haben für das kommende Jahr Investitionen für den Hallenbadneubau beispielsweise Vorrang, deswegen müssten einige Dinge geschoben werden. „Ein Haushalt ist immer Einflüssen ausgesetzt, auf die man reagieren muss", sagt Bürgermeister Fischer. Auch wenn der Stadt der Investitionsstau aus den Jahren der Haushaltssicherung im Nacken hängt, lässt sich augenscheinlich ein weiterer Aufschub für die Umsetzung des Konzepts nicht umgehen. „Aber wir wollen die Zeit nutzen, um Fördermöglichkeiten zu generieren", so Fischer. Eine Option dafür ist das neu aufgelegte Förderprogramm des Landes NRW, welches insgesamt 300 Millionen Euro in einem Zeitraum von drei Jahren für die Instandsetzung, energetische Sanierung und den barrierefreien Ausbau zur Verfügung stellt. Doch das Geld steht nur für vereinseigene Objekte bereit. Wer einen langjährigen Nutzungsvertrag mit der Kommune vorweisen kann, für den komme diese Förderung auch in Frage, berichtet Roland Merker. „Der Sport soll jede Förderung genießen können, die möglich ist", so Fischer. Die Fördermöglichkeiten wurden auch schon in der letzten Ratssitzung des Jahres am Donnerstagabend thematisiert. "Die Halle in Stahle ist in einem desolaten Zustand" Fördermittel des Landes zu akquirieren, das sei schon in Erwägung gezogen worden, als die Hallenbadpläne konkreter wurden. Wegen des Antrags für das Hallenbad gab es keinen Antrag auf Fördermittel für die Sportstätten. „Aber jetzt wollen wir es probieren", so der Bürgermeister entschlossen. Und alle Beteiligten hoffen auf eine positive Entscheidung, denn einige Sportstätten haben eine Sanierung bitter nötig. So nennt Merker beispielsweise die Halle in Stahle: „Sie ist in einem sehr desolaten Zustand." Für eben solche Objekte – die Halle wird ausschließlich vom Sportverein genutzt – könnte die bereits erwähnte Förderung des Landes eine Option sein. Auch die Sporthalle am Bielenberg ist sanierungsbedürftig, sind sich Fischer und Merker einig. Ebenso die Halle der Realschule. „Wir müssen schauen, was sich wie realisieren lässt und eine Prioritätenliste aufstellen. Es ist vor allem wichtig, dass über die Pläne rechtzeitig kommuniziert wird, insbesondere, wenn etwas verschoben wird", so der Stadtverbandsvorsitzende. Ein zweites Gespräch, „ein Arbeitsgespräch mit den Fachleuten", soll im Januar stattfinden, kündigte Fischer an.

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