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Auf dem Schwarzen Platz: Die Soldaten des ABC-Abwehrbataillons 7, welches in diesem Jahr seit 25 Jahren besteht. Gefeiert wird am 6. Oktober in der Kaserne. - © ABC-Abwehrbataillon 7
Auf dem Schwarzen Platz: Die Soldaten des ABC-Abwehrbataillons 7, welches in diesem Jahr seit 25 Jahren besteht. Gefeiert wird am 6. Oktober in der Kaserne. | © ABC-Abwehrbataillon 7

Höxter 25 Jahre ABC-Abwehrbataillon 7: General-Weber-Kaserne Höxter im Wandel der Zeit

25 Jahre ABC-Abwehrbataillon 7 (1): Höxter ist schon lange Garnisonsstadt. Der Ursprung des Bundeswehrstandortes Höxter liegt bei den Pionieren. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich viel verändert, auch die Anforderungen an Unterkünfte. Um- und Neubau prägen aktuell die Höxteraner Kaserne

Amina Vieth
07.07.2018 | Stand 13.07.2018, 15:27 Uhr

Höxter. Das ABC-Abwehrbataillon 7 feiert 25-jähriges Bestehen in Höxter. Zum Jubiläum gibt es am 6. Oktober ein Fest in der General-Weber-Kaserne. In einer Serie befasst sich die NW mit der Historie der Kaserne an der Brenkhäuser Straße, den Aufgaben der ABC-Abwehr-Soldaten und ihren Einsätzen im Ausland.

Das heutige ABC-Abwehrbataillon 7 besteht aus einem Stab und fünf Kompanien, eine davon ist in Husum stationiert. Der Stab unterstützt den Kommandeur, derzeit Oberstleutnant Marc Michalek, in der Führung des Bataillons. Die 1. Kompanie ist die Versorgungs- und Unterstützungskompanie. Die 2., 3. und 4. Kompanie sind die Einsatzkompanien mit den Fähigkeiten ABC-Aufklärung, Dekontamination und Wasseraufbereitung. Die 5. Kompanie hat den Schwerpunkt Brandschutz und schwere Dekontamination und ist seit 2013 in Husum stationiert. Seinen Ursprung hat der Bundeswehrstandort in Höxter bei den Pionieren.

Erkennungszeichen: Das Wappen des ABC-Abwehrbataillons 7. - © Amina Vieth
Erkennungszeichen: Das Wappen des ABC-Abwehrbataillons 7. | © Amina Vieth

Chronik
Höxter ist spätestens seit der Veröffentlichung des neuen Buches von Heinz Würzburger als Garnisonsstadt bekannt. Die lange Historie lässt sich auch an der Kaserne an der Brenkhäuser Straße festmachen, die Mitte der 30er Jahre gebaut worden ist, wie Carsten Grünebach, stellvertretender Kommandeur in Höxter, berichtet. Kaserne sei dabei als Sammelbegriff für Truppenunterkunft zu verstehen.

Bis 2012 in der Kaserne: Eine Ziege, das Maskottchen des ABC-Abwehrbataillons 7. - © ABC-Abwehrbataillon 7
Bis 2012 in der Kaserne: Eine Ziege, das Maskottchen des ABC-Abwehrbataillons 7. | © ABC-Abwehrbataillon 7

Am 3. Oktober 1934 fand der feierliche Einmarsch des Pionierbataillons in Höxter statt, welches am 15. Oktober in Pionierbataillon 16 umbenannt wurde. Kasernen befanden sich zu diesem Zeitpunkt am Berliner Platz und an der Albaxer Straße, der Bau an der Brenkhäuser Straße begann erst im Jahr 1935. Auch der Wasserübungsplatz Brückfeld, der Schießstand sowie die Übungsplätze Bielenberg und Lüchtringer Heide wurden in diesem Zuge errichtet.

Benannt nach General Erich Weber

Die neuen Unterkünfte: Für die Soldaten sind Einzelstuben mit eigener Nasszelle vorgesehen. - © Amina Vieth
Die neuen Unterkünfte: Für die Soldaten sind Einzelstuben mit eigener Nasszelle vorgesehen. | © Amina Vieth

Die neue Kaserne konnte dann am 16. Februar 1936 bezogen werden, wie aus der Chronik zu entnehmen ist. Benannt wurde sie nach General Erich Weber. „Er war einer der bedeutendsten Pioniere zur Kaiserzeit", berichtet Grünebach und erläutert weiter: „Bekannt wurde er durch seine Ingenieurskunst in Bezug auf den Festungsbau." General Erich Weber ist am 1. Oktober 1933 verstorben.

Bis 1949 waren durchgehend Pioniere in der General-Weber-Kaserne ansässig, und zwar das Pionierbataillon 16, „welches später in Pionierbataillon 31 umbenannt wurde", so Grünebach. Daneben gab es an der Albaxer Straße das Panzer-Pionierbataillon 57. In der Nachkriegszeit war der Standort Höxter nacheinander in der Hand von den britischen, belgischen und norwegischen Besatzungstruppen. Erst 1952 ging der Standort wieder in die nationale Nutzung über. So war die Kaserne von 1952 bis 1956 vom Bundesgrenzschutz belegt. „Dieser belegte zwei Blöcke der Kaserne. In den anderen Gebäuden waren die evangelische und die katholische Volksschule untergebracht", so Grüneweg.

"Gründerväter des Bundwehrstandortes Höxter"

Noch im Jahr 1956 trafen dann der Kommandeur der Bundesgrenzschutzabteilung III/4 und zwei Drittel der Angehörigen der Bundesgrenzschutzabteilung den Entschluss, in die Bundeswehr übernommen zu werden. „Sie sind sozusagen die Gründerväter des Bundeswehrstandortes Höxter", betont Grünebach. Am 1. Juli 1956 wurden dann das Panzergrenadierbataillon 2 und das Panzergrenadierbataillon 12 gegründet. Das Panzergrenadierbataillon 2 ging später nach Marburg an der Lahn.

„Es war klar, dass es sich nur um eine kurzzeitige Lösung handeln konnte. Die Bundeswehr wollte in Höxter wieder ein Pionierbataillon aufstellen", erläutert Grünebach. So wurde 1960 das Pionierbataillon 7 an der Weser aufgestellt. Und die in Höxter ansässigen Panzergrenadiere wurden am 28. Juni 1961 nach Osterode/Harz verlegt.

Am 17. November 1960 traf das erste Kommando des Pionierbataillons 7 in Höxter ein und startete den Neuaufbau. Zudem wurden in den 60er Jahren die Panzerpionierkompanie 210, die Ausbildungskompanie 4/7 und die ABC-Abwehrkompanie 7 aufgestellt. Die bekannten Übungsmöglichkeiten, Landungsübungsplatz Bielenberg, Wasserübungsplatz Höxter, Standortschießanlage Taubenborn und Standortübungsplatz Lüchtringer Heide, wurden weiter genutzt.

ABC-Abwehrbataillon 7 ab 1994

Untergebracht wurden in der Kaserne die Dienststellen des katholischen sowie des evangelischen Militärpfarrers. Letzterer leitet seit 1985 die Bläsergruppe des Pionierbataillons 7. Zu Beginn des Jahres 1993 befanden sich folgende Verbände, Einheiten und Dienststellen in Höxter: Pionierbataillon 7, Panzerpionierkompanie 210, Pionierbataillon 150, Verteidigungskreiskommando 353, Wallmeistertrupp 353/3 und 353/4, Standortfernemeldanlage 324/225, Sanitätsbereich 35/2, Zahnarztgruppe 303/2, Standortverwaltung Höxter, katholischer und evangelischer Standortpfarrer, Kasernenfeldwebel, Pionierübungsplätze Land und Wasser.

Im April 1994 trat dann die Heeresstruktur 5 in Kraft, wodurch auch auf Höxter Veränderungen zukamen: Das Pionierbataillon 7 wurde in das ABC-Abwehrbataillon 7 umstrukturiert. Die Panzerkompanie 210 wurde Ende 2002 und die Technische Spezialkompanie 300 im Juni 2004 aufgelöst. Seit 2005 befindet sich auch ein Sanitätszentrum in der Höxteraner Kaserne.

Die Aufgaben an die Bundeswehr werden größer und weitreichender. Die Bundeswehr unterliegt einem ständigen Wandel, resultierend auch aus neuen Herausforderungen wie Auslandseinsätze. Aber auch in der Kaserne selbst tut sich etwas. Denn die Anforderungen an die Unterkünfte sind gestiegen. Seit Monaten ist bereits Baustelle in der Kaserne.

Infrastruktur
Seit 2010 gebe es größere Veränderungen in der Infrastruktur der Bundeswehr, erklärt Grünebach. Das Stabsgebäude und Casino sind nun auch direkt auf dem Kasernengelände untergebracht und die zuvor genutzten Gebäude gegenüber der Kaserne jetzt in städtischer Hand als Flüchtlingsunterkünfte. Ursprünglich sollte das jetzige Stabsgebäude als Unterkunft für Soldaten dienen. „Aber dann wurde die Wehrpflicht ausgesetzt." Der Raum war somit nicht mehr nötig. Aktuell laufen drei große Baumaßnahmen in der General-Weber-Kaserne: Es wird ein neues Gebäude für die Waffenkammer geben und ein neues Gebäude für die Materialgruppe. Es sind je eingeschossige Gebäude, die im Sommer übergeben werden sollen.

Mehrere Millionen Euro werden investiert

Derzeit wird auch noch das Gebäude 1, wo früher die Wache und die Erste Kompanie untergebracht waren, kernsaniert. Die Wache sowie Kasernenein- und -ausfahrt sind bereits 2016 verlegt worden. „Es wird umgebaut nach Seedorfer Modell. Das heißt, die Kompanieführungselemente sind unter einem Dach zusammengefasst", erklärt Grünebach. Dieses Modell beinhaltet die Trennung von Unterkunft und Bürobereichen. Für die Unterkünfte gibt es extra Gebäude. Im Sommer soll das dann sanierte Gebäude 1 bezogen werden. Die Kosten: 3,5 Millionen Euro.

Dann folgt Gebäude 4: Abriss und Neubau nach neuesten Standards. „Einzelunterbringung mit eigener Nasszelle, Kühlschrank, Bett, Schrank, Spiegel", erklärt Grünebach. 111 Soldaten sollen in dem neuen Haus Unterkünfte bekommen. Im Oktober/November sollen die Arbeiten beginnen.

Eine Kindertagespflege in der Kaserne

Ist der Bau abgeschlossen, gilt gleiches für Gebäude 3. Auch hier steht Abriss und Neubau für 111 Soldaten auf der Agenda. Bis 2021 sollen die beiden Gebäude fertig sein. Die Kosten belaufen sich auf 13 Millionen Euro, so Grünebach. Diese beiden Gebäude dienen aber nicht für die Rekruten in der Grundausbildung. „Sie haben Zimmer mit bis zu vier Betten und Sammelsanitäranlagen." Vorhalten muss der Standort Höxter Unterkünfte für 260 Soldaten und Rekruten. Nach dem Neubau seien es dann mehr als 300, so Grünebach. Sind diese Baumaßnahmen abgeschlossen, folgt noch der Umbau des technischen Bereiches. „Das umfasst den Zeitrahmen 2020 bis 2032." Es soll unter anderem eine neue Halle für Fahrzeuge entstehen. „Die jetzige Halle ist zu klein für die modernen Fahrzeuge." Anschließend sollen nach und nach alle technischen Gebäude abgerissen, saniert und modernisiert werden. Das betrifft auch das Brückfeld.

Libelli
Im März 2013 wurde die Kindertagespflege Libelli in der Höxteraner Kaserne offiziell eingeweiht, die Arbeit aufgenommen wurde schon Ende 2012. Im Sommer 2012 wurde der Grundstein für dieses bisher einmalige Projekt gelegt. Die Idee, eine Kindertagesgruppe auf dem Kasernengelände des ABC-Abwehrbataillons 7 einzurichten, war eine große Herausforderung seitens der Stadt und der Bundeswehr. Innerhalb von sechs Monaten erfolgte die Umsetzung – ein Leuchtturmprojekt. Zwei Tagesmütter betreuen maximal neun Kinder. Fünf Plätze sind für die Kinder von Soldaten reserviert, vier Plätze für Kinder ziviler Eltern. Und das Angebot werde auch jetzt noch gut angenommen, wie Presseoffizier Stefan Jahn berichtet.

Carsten Grünebach war bis März stellvertretender Kommandeur in Höxter. Jetzt ist er in Potsdam im Einsatzführungskommando eingesetzt. Frank Lindemann ist Grünelbachs Nachfolger in Höxter.

Information
Das Wappen



  • Am 15. Dezember 1992 wurde das Wappen des ABC-Abwehrbataillons 7 in Höxter offiziell genehmigt.
  • Das alte Verbandsabzeichen des Pionierbataillons 7 ist weitestgehend erhalten geblieben, um die Tradition zu symbolisieren. Nur das untere Feld mit dem Symbol der ABC-Abwehrtruppen – den stilisierten Retorten – wurde hinzugefügt.
  • Auf rotem Grund ist das weiße, steigende Westfalenross zu sehen.
  • Auf der anderen Seite ist die stilisierte Silhouette der Kilianikirche abgebildet, deren romanischer Kernbau aus dem 11. Jahrhundert stammt. Die Türme sind unterschiedlich hoch. Unter der Kirche ist die stilisierte Brücke zu sehen – das Symbol der Pioniertruppe.
  • Das ABC-Abwehrbataillon 7 pflegt intensiven Kontakt zu den Bürgern. So hat jede Kompanie eine Patengemeinde, deren Feste sie beispielsweise mit Abordnungen besucht: Boffzen (1. Kompanie), Beverungen (2. Kompanie), Albaxen (3. Kompanie) und Brenkhausen (4. Kompanie).