0
Kostbares Nass: In Löhne und in benachbarten Kommunen wird das Trinkwasser durch die Hitzewelle knapp. 
Kostbares Nass: In Löhne und in benachbarten Kommunen wird das Trinkwasser durch die Hitzewelle knapp. 

Löhne/Kreis Minden-Lübbecke Trinkwasser in Löhne, Bad Oeynhausen, Hüllhorst und Hille wird knapp

Wegen der anhaltenden Trockenheit nähert sich der Wasserstand im Hochbehälter überraschend schnell dem kritischen Pegel.

Susanne Barth
25.06.2019 | Stand 26.06.2019, 19:19 Uhr

Löhne/Kreis Minden-Lübbecke. Die Temperaturen steigen, das Wasser im Hochbehälter sinkt: Wegen der anhaltenden Trockenheit und der Rekordhitze wird das Trinkwasser wieder knapp. Rot leuchtet der Balken auf der Startseite der Homepage der Stadt Löhne. Alarmstufe. "Wir haben orange übersprungen", sagt Klaus Wilmsmeier, Geschäftsbereichsleiter Wasserversorgung bei den Wirtschaftsbetrieben Löhne. Verordnet hat das der Bürgermeister höchstpersönlich. Bernd Poggemöller ist nicht nur Löhnes Stadtoberhaupt, sondern auch der Vorsteher des Wasserbeschaffungsverbands "Am Wiehen" (WBV) und hat das Thema Trinkwasser deswegen ganz genau im Blick. Das Wasser wird knapper. Auf einer Tabelle, die auf der Homepage der Stadt verfügbar ist, ist zu erkennen, dass der Hochbehälter nur noch mit drei Metern befüllt ist. In der Nacht von Montag auf Dienstag, 0 Uhr, ist der Wasservorrat sogar auf 1,90 Meter abgesackt. Wilmsmeier: "Das ist unglaublich." Kritisch wird es bei 1,20 bis 1,15 Meter Wasser. "Das wäre der Super-Gau", sagt der Experte. Von dem Wassermangel sind die Städte Löhne, Bad Oeynhausen sowie die Gemeinden Hüllhorst und Hille betroffen. Gärten nicht mit Trinkwasser sprengen Am Montag kletterte das Thermometer schon an die 30-Grad-Marke. "Wir haben mehr als 18.000 Kubikmeter Wasser abgeben müssen", sagt Klaus Wilmsmeier. Allein etwa 6.000 Kubikmeter Wasser sind in Löhne verbraucht worden. Das ist recht hoch. Zum Vergleich: Bis zu 15.000 Kubikmeter Trinkwasser verbrauchen die Bürger im WBV-Gebiet normalerweise am Tag. Doch kommt die Hitze, steigt der Verbrauch. Und das kann der WBV "Am Wiehen" nicht alleine leisten. Zum ersten Mal ist das Problem der Wasserknappheit 2017 aufgekommen. Seitdem sind verschiedene Maßnahmen beschlossen worden, um dem Mangel in Zukunft vorzubeugen. Ein neuer Hochbehälter wird gebaut, auch hat der WBV "Herford-West" bereits in der Vergangenheit mit mehr Wasser ausgeholfen. "Mit dem WBV sind wir wieder im Gespräch", sagt Wilmsmeier. Entscheiden muss das aber die Bezirksregierung Detmold. Wichtig sei für die Zukunft, mehr Wasser selbst zu fördern. "Da müssen wir hin. Wenn wir 18.000 Kubikmeter Wasser pro Tag hätten, würden wir uns wohl fühlen", sagt Poggemöller in einem Gespräch mit der NW Anfang des Monats. Bei solchen Temperaturen - die Spitzenwerte sollen am Dienstag und Mittwoch bei 34 Grad in Ostwestfalen-Lippe liegen - steigt der Wasserverbrauch vor allem in den Abendstunden enorm an. Wilmsmeier: "Der Anstieg geht eindeutig mit der Bewässerung der Gärten am Abend einher." Bürgermeister hofft auf das Verständnis der Bürger Deswegen appelliert die Stadt Löhne dringend, die Gärten nicht mit Trinkwasser zu sprengen oder Pools und sonstige Becken mit Leitungswasser zu füllen. Eine Verschwendung der knappen Ressource Trinkwasser sollte unbedingt unterbleiben. Auch das private Waschen von Fahrzeugen oder Arbeiten mit Hochdruckreinigern sollte aktuell nicht gemacht werden. Bürgermeister Bernd Poggemöller ruft zur Mithilfe auf: „Wir sind überzeugt, dass mit dem Engagement aller Beteiligten die Situation gemeistert wird und hoffen auf Ihr Verständnis." Alexander Hermelink vom Roten Kreuz Löhne rät allen Bürgern, sich einen Wasser-Notvorrat anzulegen. Zwei Liter Trinkwasser pro Person und Tag sollten es sein. "Das ist nie verkehrt. Am besten sollte der Vorrat für zehn Tage reichen", sagt Hermelink.

realisiert durch evolver group