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Axel Weinekötter (v.l.), Jens Völker, Jakub Wiskirchen, Georg Rüter, Stefan Piepenstock und Christian Wieder freuen sich über die geglückte Landung des neuen MRT. Fotos: Eike J. Horstmann - © Eike J. Horstmann
Axel Weinekötter (v.l.), Jens Völker, Jakub Wiskirchen, Georg Rüter, Stefan Piepenstock und Christian Wieder freuen sich über die geglückte Landung des neuen MRT. Fotos: Eike J. Horstmann | © Eike J. Horstmann

Herford Millionen-Investition schwebt ins Mathilden Hospital ein

Der neue, tonnenschwere MRT des Mathilden-Hospitals ist per Lastkran an seinen Bestimmungsort gehievt worden. Für die Auswahl des Herstellers legten sich die Verantwortlichen selbst in die Röhre.

Eike J. Horstmann
04.12.2019 | Stand 03.12.2019, 17:47 Uhr

Herford. Die Installation war von langer Hand geplant, der Anbau an das Mathilden Hospital war eigens für die Anlieferung mit einer „Einbringungsöffnung“ an der Seite versehen worden. Trotzdem war bei den Verantwortlichen die Anspannung zu spüren, als der neue Kernspintomograf gestern Morgen wenn nicht am seidenen Faden, dann aber zumindest an drei dicken Stahlketten hing. 1,5 Millionen Euro kostet das von Siemens hergestellte MRT, etwa genau so viel wie der Gebäudekomplex, in den das tonnenschwere Hightech-Gerät jetzt am Lastkran hängend einschwebte. Auf den Zentimeter genau landete die wertvolle Fracht vor dem Hospital, wenig später stand der Magnetresonanztomograf an seiner vorgesehenen Stelle – die Mediziner und Dr. Georg Rüter, Geschäftsführer der Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen (KHO), konnten aufatmen. »Die Firmen überschlagen sich, wenn sie ihre Geräte vorstellen« Die Vorbereitung für den gestrigen Tag begann bereits mit dem Anbau für die neue Liegendanfahrt vor zwei Jahren. Im Frühjahr 2019 begannen dann die Herforder mit ihren Erkundigungen, welches Gerät von welchem Hersteller nun das Richtige für das Hospital ist. Dabei verließen sie sich bewusst nicht auf die Versprechen der Unternehmen, sondern gingen einen eigenen, etwas eigenwilligen Weg. „Die Firmen überschlagen sich förmlich, wenn sie ihre Geräte vorstellen“, erläutert Prof. Jakub Wiskirchen, Chefarzt für Radiologie und Nuklearmedizin. Und das beschränke sich keineswegs nur auf die werbewirksame Präsentation der Maschinen. So würden etwa bei Vorführungen vorzugsweise gertenschlanke junge Damen als Probantin durch die Röhre geschickt, um die Funktionen zu demonstrieren. „Das entspricht aber nicht der Realität oder unserem Klientel“, sagt Wiskirchen. „Daher haben wir uns daher gesagt: Wir drehen den Spieß einfach mal um.“ So hatten die jungen Damen bei den Präsentationen für die Herforder Pause, statt dessen wurden unter anderem Georg Rüter oder der technische Leiter der KHO, Christian Wieder, testweise untersucht. „Die Bilder haben wir dann mitgenommen und hier bei uns gründlich ausgewertet“, sagt der Abteilungsleiter der Radiologie, Axel Weinekötter. „Dadurch konnten wir die Qualität der einzelnen Hersteller miteinander vergleichen.“ Dieses Vorgehen sei „aussagekräftiger als jeder Hochglanzprospekt“. »Bester Stand der Technik "Made in Germany"« Den Zuschlag erhielt letztlich Siemens, vor dem niederländischen Anbieter Philips oder Canon aus Japan. „Das ist der beste Stand der Technik, ,Made in Germany‘“, sagt Georg Rüter, der unlängst selbst in Kliniken in den USA hauptsächlich die Geräte aus Erlangen gesehen hatte. „Da waren keine Geräte von General Electric, sondern nur welche aus Deutschland oder auch aus Japan – und das trotz ,America First‘.“ Von der modernen Technik soll nun das gesamte Mathilden-Hospital profitieren, wie der Ärztliche Direktor Jens Völker hervorhebt. Während früher die Einsatzmöglichkeiten der mitunter noch bedrohlich wirkenden langen und engen Röhren beschränkt waren, kommt die neue Technik in fast allen Bereichen der Diagnostik zum Einsatz – und zwar deutlich schneller und wesentlich komfortabler als noch vor wenigen Jahren. Ab Januar soll der MRT im Einsatz sein Bis das MRT in Herford erstmals im regulären Betrieb hochauflösende Bilder von Organen, Gliedmaßen oder Körperteilen macht, wird noch etwas Zeit vergehen. „Wir werden zunächst noch vom Hersteller Schulungen bekommen und das Gerät intensiv testen“, sagt Axel Weinekötter. „Die Bedienung bedarf eben einiger Übung.“ Er geht aber davon aus, dass die ersten Patienten im Januar untersucht werden können.

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