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Am Tisch 5 hat sich unter anderem Bürgermeister Tim Kähler (l.) eingefunden, der die Ideen für die Elverdisser Quartiersentwicklung festhält. - © Peter Steinert
Am Tisch 5 hat sich unter anderem Bürgermeister Tim Kähler (l.) eingefunden, der die Ideen für die Elverdisser Quartiersentwicklung festhält. | © Peter Steinert

Das wünschen sich Elverdisser Bürger für ihre Gegend

Workshop zur weiteren Entwicklung des Ortsteils, in dem künftig ein Mehrgenerationen-Treffpunkt und zusätzliche Sportangebote entstehen könnten.

Peter Steinert
29.08.2019 | Stand 30.08.2019, 12:56 Uhr

Herford. Wie kann sich der Ortsteil Elverdissen weiter entwickeln? Was wünschen sich die Bürger? Braucht das Gebiet im Südwesten der Stadt einen eigenen Treffpunkt? Und wenn ja, wer sollte dafür verantwortlich sein? Diese und andere Fragen wurden in einem sogenannten „World Café" diskutiert, das von der Agentur „City2science" im Auftrag der Stadt Herford Mittwochabend in der Grundschule Elverdissen moderiert wurde. „Auch wenn der Vorschlag eines eigenen Hallenbades angeführt worden war, Luftschlösser werden nicht gebaut. Eine Mehrheit kann sich dagegen einen Mehrgenerationentreff vorstellen", sagt Agentur-Geschäftsführerin Annette Klinkert. Verein „Unser Elverdissen" als Anstoßgeber Schon einmal war für Elverdissen eine Quartiersentwicklerin angetreten, die einen nachhaltig positiven Eindruck hinterließ. Daraus resultierend beantragte der Verein „Unser Elverdissen", dass die Stadt Herford auch nach Auslaufen der vom Land geförderten Projektstelle die Ortsteil-Entwicklung weiter fördert. Der städtische Sozialausschuss reagierte und begründete den in Frühjahr gefassten Beschluss wie folgt: „Für den Ortsteil Elverdissen soll die Realisierung eines Ortsteil-Treffpunkts geprüft werden. Dabei sind insbesondere räumliche und zeitliche Bedarfe, Zielgruppen sowie mögliche Standorte mit den Einwohnrinnen und Einwohnern, Interessensvertretungen und Vereinen zu erörtern." „City2science" weiß, wie die leicht bürokratische Vorgabe aufzulockern ist und wie der Ideen-Fluss gefördert werden kann. Gleich am Eingang liegen kleine ausgestanzte Papp-Eichhörnchen in verschiedenen Farben für die 30 Teilnehmer bereit. „Jeder darf eines auswählen, damit vermeiden wir Grüppchenbildungen", sagt Annette Klinkert. Das rote Eichhörnchen passt zu Bürgermeister Tim Kähler Tim Kähler greift zum roten Eichhörnchen – „das passt zu mir". Die grünen Eichhörnchen bleiben zunächst liegen. Bis Herbert Even erscheint. Er ist Ratsherr der Grünen und kann wohl nicht anders. Warum später Kähler und Even gemeinsam am Tisch mit den grünen Eichhörnchen sitzen, bleibt ungeklärt. Auf jeden Fall zählt Oliver Galling (CDU) zu dieser Runde. „Die Hauptschule gehört ja wohl nicht zu dieser Kreativ-Phase", ahnt der Christdemokrat, der auf einen SPD-Vorstoß anspielt, wonach die Elverdisser Sozialdemokraten einen baldigen Planungsbeginn für die 2022 frei werdenden ehemalige Hauptschule am Biemser Weg einfordern (die NW berichtete). Tim Kähler antwortet umgehend: „Es ist alles erlaubt". Und so finden sich am Tisch der grünen Eichhörnchen die Gedanken von Hans-Ulrich Brünger, der eine Sporthalle für Kinder und Jugendliche sowie einen Gymnastikraum für die über 40-Jährigen haben möchte. Und die von Jannis Wendland, der eine offene Außensportanlage ohne Vereinsbindung ins Gespräch bringt. Wolfgang Tiekötter gibt den Schriftführer Unterdessen gibt am Tisch der grauen Eichhörnchen der Elverdisser Wolfgang Tiekötter den Schriftführer. Er notiert unter anderem „einen Treffpunkt und eine Begegnungsstätte für Jung und Alt". Während die kleine Gruppe der orangefarbenen Eichhörnchen um den gebürtigen Elverdisser Klaus Wortmann „einen Generationen-Spieletreff" und einen „Jugendtreff" auf der Vorschlags-Liste hinterlässt, zu der das weiße Tischtuch umfunktioniert worden ist. Am Ende wird Annette Klinkert von „City2science" festhalten, dass ein Bürgertreffpunkt, ein Mehrgenerationenhaus, zusätzliche Sportangebote sowie ein Jugendtreff den größten Zuspruch erhalten. „Deutlich wurde auch, dass dafür die ehemalige Hauptschule in Frage kommen könnte. Es geht nun um den Raumbedarf und mögliche Träger", sagt Klinkert. Bürgermeister Tim Kähler wird das Ergebnis des „World Café" an die Verwaltung weiter reichen. Mögliche Nutzerkonflikte müssen gelöst werden. „Noch ist es zu früh, um zusagen, ob sich die Vorschläge im Bestand oder in einem Neubau realisieren lassen", stellte das Stadtoberhaupt fest. Die von den Elverdisser Eichhörnchen zusammen getragenen Ideen werden am 3. September im Sozialausschuss auf der Tagesordnung stehen.

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