Aufgrund der Corona-Pandemie rechnet die Stadt Enger mit weniger Einnahmen bei der Gewerbesteuer und der Einkommensteuer. - © Mareike Patock
Aufgrund der Corona-Pandemie rechnet die Stadt Enger mit weniger Einnahmen bei der Gewerbesteuer und der Einkommensteuer. | © Mareike Patock

NW Plus Logo Enger Müssen Bürger mehr Steuern zahlen? - Corona reißt Loch in Haushalt

Stadt Enger rechnet 2022 mit Mindereinnahmen von 2,9 Millionen Euro bei der Gewerbe- und Einkommensteuer. Die Kommune will dennoch Geld in die Hand nehmen.

Ekkehard Wind

Enger. 520 Seiten Lektüre gab Stadtkämmerer Jens Stellbrink den Politikerinnen und Politikern des Engeraner Rates mit auf den Heimweg. Dabei handelt es sich um den Haushaltsentwurf 2022 der Kommune. Auch in diesem Jahr wirkt sich die Corona-Pandemie finanziell aus. Sie verursacht Mindereinnahmen in Höhe von rund 2,9 Millionen Euro.

Allein bei der Gewerbesteuer rechnet der Kämmerer gegenüber der "Vor-Corona-Planung" mit 1,5 Millionen Euro weniger an Einnahmen. Ähnlich die Entwicklung beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer. Hier beträgt der erwartete Rückgang rund 1,4 Millionen Euro.

Das Land NRW gestattet den Kommunen, die coronabedingten Einnahmeausfälle in der Bilanz zu isolieren. Nur auf diese Weise gelingt es der Stadt Enger, einen ausgeglichenen Haushalt hinzubekommen.

Aber das dicke Ende kommt noch: Der Kämmerer rechnet im Schnitt mit jährlich 2,5 bis 3,5 Millionen Euro an "Corona-Schäden". Nach Angaben von Jens Stellbrink muss die Politik 2024 entscheiden, wie die Kommune damit umgeht. Variante 1: Die Stadt bucht die Summe auf einen Schlag bilanziell aus. Dabei wird sich aber die Frage stellen: Hat die Stadt zu dem Zeitpunkt überhaupt genug Eigenkapital? Variante 2: Die "Corona-Schäden" werden über einen Zeitraum von 50 Jahren abgeschrieben.

Erträge und Aufwendungen

Der Kämmerer plant in seinem Entwurf für dieses Jahr mit Erträgen in Höhe von rund 45,9 Millionen Euro. Dem stehen Aufwendungen von rund 46,2 Millionen Euro gegenüber. Das Minus von rund 300.000 Euro soll durch einen Griff in die Rücklage ausgeglichen werden.

Steuern

Obwohl die Haushaltslage angespannt ist, soll nicht an der Steuerschraube gedreht werden. Der Kämmerer schlägt vor, die Ansätze bei der Gewerbesteuer, Grundsteuer A (landwirtschaftliche Flächen) und der Grundsteuer B (bebaute und unbebaute Grundstücke) unverändert zu lassen. "Trotz der herausfordernden Situation wollen wir auf eine Anpassung der Steuern verzichten", erklärt Bürgermeister Thomas Meyer.

Kunstrasenplätze

Jetzt weiterlesen

Schnupper-Abo
1 € / 1. Monat
danach 9,90 € / Monat
  • Einen Monat testen - monatlich kündbar

    danach 9,90 € / Monat
Besondere Konditionen für Zeitungsabonnenten
Herbst-Deal
99 € 69 €
  • Alle Artikel lesen - ein ganzes Jahr mit 30 € Sparvorteil

2-Jahres-Abo
169 €
  • Mehr als 65 € sparen

Bereits Abonnent?

Zum Login

Wir bedanken uns für Ihr Vertrauen in unsere journalistische Arbeit.

Aktuelle Nachrichten, exklusive Berichte und Interviews aus Ostwestfalen-Lippe, Deutschland und der Welt von mehr als 140 Journalisten für Sie recherchiert. Hier finden Sie unsere Digital-Angebote in der Übersicht.

Mehr zum Thema