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Der Doberg ist jetzt Nationales Geotop. - © Meiko Haselhorst
Der Doberg ist jetzt Nationales Geotop. | © Meiko Haselhorst

Bünde Doberg in Bünde ist jetzt "Nationales Geotop"

Dem Bünder Aushängeschild wird seine herausragende wissenschatfliche Bedeutung bestätigt. Hobby-Geologe Rainer Ebel berichtet, wie es zu der Auszeichnung kam und was das bedeutet.

Meiko Haselhorst
13.09.2019 | Stand 13.09.2019, 14:20 Uhr

Bünde. Rainer Ebel ist in diesen Tagen guter Dinge. Der leidenschaftliche Hobby-Geologe hat vor einiger Zeit eine erfreuliche Nachricht bekommen: Der Doberg, gewissermaßen Ebels Steckenpferd, ist nun "Nationales Geotop" - auf Bundes- wie auf Landesebene eine ganz spezielle Auszeichnung. Am "Tag des Geotops" am kommenden Sonntag, 15. September, können sich Interessierte direkt im Doberg näher dazu informieren. Dass der Doberg etwas Besonderes ist, hat sich in Bünde mittlerweile herumgesprochen - Naturschutzgebiet, Bodendenkmal und Geotop, Fundort unzähliger Kleinfossilien, aber auch des Zahnwalschädels und des berühmten Seekuh-Skeletts. Mit der Erhebung in den Stand des Nationalen Geotops erfolgte nun eine weitere Adelung. Ansehen des Bünder Aushängeschilds steigt Mit möglichen Fördergeldern, so Rainer Ebel, sei dieser Titel vermutlich nicht verbunden. Aber das Ansehen des Dobergs, so der ehemalige Hausarzt, werde dadurch eine weitere Steigerung erhalten. Immerhin stehe das Bünder Aushängeschild nun deutschlandweit in einer Reihe mit der Insel Helgoland, dem Kaiserstuhl im Breisgau oder dem Elbsandsteingebirge. Um die Aufwertung besser einordnen zu können, betont Ebel: "In ganz NRW gibt es 4.000 Geotope, aber nur 16 davon dürfen sich mit dem Titel ,Nationales Geotop' schmücken." Der Doberg soll nicht nur den Fachleuten vorbehalten bleiben Der Geologische Dienst NRW war es, der Ebel vor einigen Wochen von der Neuigkeit in Kenntnis setzte. Der Vorschlag, den Doberg in den elitären Kreis der Nationalen Geotope aufzunehmen, war bereits vor zwei Jahren von Matthias Piecha vom Geologischen Dienst gemacht worden. "Die Entscheidung darüber nahm dann aber noch mal viel Zeit in Anspruch", sagt Ebel. Dass es jetzt geklappt hat, begründet der Geologische Dienst vor allem mit der herausragenden wissenschaftlichen Bedeutung des Doberges als in seiner Art einzigartiges Fenster in das Zeitalter des Oligozäns (33 bis 23 Millionen Jahre v. Chr.). Außerdem sei es für die Öffentlichkeit zugänglich - und auch das Museum vor Ort, das sich in einer Dauerausstellung dem Doberg widmet, sei ein wichtiger Punkt. "Nicht zu vergessen der Pflegeplan", so Ebel. Der Tag des Geotops Um den Doberg auch Laien verständlich und zugänglich zu machen, veranstaltet der Paläontologische Arbeitskreis gemeinsam mit dem Geologischen Dienst NRW, der Unteren Naturschutz- und Denkmalbehörde sowie der Stadt Bünde einmal jährlich einen Tag des Geotops. Diesmal findet er am kommenden Sonntag, 15. September, 15 bis 18 Uhr, direkt am Doberg statt. Besucher können sich im Eingangsbereich über die Besonderheiten des Bodendenkmals informieren und das landschaftlich reizvolle Areal auf den legitimen Spazierwegen erkunden. Fossilien werden gezeigt, Informationsmaterial wird ausgelegt, Führungen werden angeboten.

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