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Gelbe Stangen, grüner Fallschutz: Die Spielanlage auf dem Kesselbrink steht, aber Kinder dürfen noch nicht drauf. Es gibt noch Mängel und es fehlt die Endabnahme. - © Barbara Franke
Gelbe Stangen, grüner Fallschutz: Die Spielanlage auf dem Kesselbrink steht, aber Kinder dürfen noch nicht drauf. Es gibt noch Mängel und es fehlt die Endabnahme. | © Barbara Franke

Pleiten-Serie am Kesselbrink: Neues Eröffnungsdatum für Spiel- und Sportanlage

Die Calisthenics-Anlage ist fertig, aber schon mit ersten Schrammen. Beim Fallschutzboden fehlt noch feuerfester Belag am Notausgang

Joachim Uthmann
20.08.2019 | Stand 20.08.2019, 08:25 Uhr

Bielefeld. Seitdem der "Grüne Würfel" schon wieder leer steht, ist die Stimmung rund um den Kesselbrink noch gedämpfter. Umso mehr warten viele darauf, dass endlich die neue, lang verzögerte Spiel- und Sportanlage, die neues Leben auf den Platz bringen soll, freigegeben wird. Doch bis dahin sind noch einige Hürden zu überwinden. Ein halbes Dutzend Firmen, Subunternehmer, der TÜV und Eigenbetriebe der Stadt mühen sich derzeit, die letzten Mängel zu beseitigen. "Noch im August soll alles abgenommen sein", sagt Norbert Wecker vom Umweltbetrieb: "Ab September soll die Anlage in Betrieb gehen." Angesichts der Problemliste ein ehrgeiziges Ziel. OB erwartete, dass es schneller geht Wenn es nach Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) gegangen wäre, hätten schon seit zwei, drei Jahren dort Kinder spielen und klettern sowie Sportler Krafttraining betreiben können. Anfang 2016 hatte sich der OB eingeschaltet, um den schwächelnden Kesselbrink wieder aufzupeppen. Clausen war zuversichtlich, dass das schnell umgesetzt werden könnte. Doch was folgte, war eine Pannen-Serie, die aber schon kurz nach der Neugestaltung des Platzes 2014 mit dem kränkelnden Rasen zwischen Würfel und Skater-Anlage begann. Versuche, ihn zu erneuern, scheiterten, mit der Firma kam es zum Rechtsstreit. Die Freifläche, anfangs für viele beliebter Treffpunkt, verkam immer mehr. Pannen-Serie begann mit kränkelndem Rasen Neue Hoffnung schöpfte die Stadt mit der Idee, hier lieber eine spannende Spiel- und Sportanlage zu bauen. Weil es aus dem alten Fördertopf kein Geld mehr gab, fand sich dafür ein neuer. Plötzlich standen fast 900.000 Euro bereit. Ein Großspielgerät, eine ausgefallene Loop-Kletter-, Rutsch- und Hangelanlage, sollte es sein, dazu eine Calisthenics-Kraftsportanlage nach dem Vorbild kalifornischer Strände. Mittlerweile stehen sie gelb leuchtend auf dem Kesselbrink, aber abgesperrt hinter Bauzäunen. Denn noch fehlt die Freigabe. Und Planung, Bezug und Herstellung zogen sich hin. Immer wieder gab es neue Probleme. Spezialanfertigung dauerte Die Calisthenics-Anlage war nicht "von der Stange" zu beziehen, musste speziell gefertigt werden, so Wecker. Das erschwerte die Ausschreibung, machte zusätzliche Prüfungen externer Büros nötig. Teils musste nachgebessert werden. Beim Planer fiel der Hauptsachbearbeiter aus, ein Projektmitarbeiter starb. Die Folge: Das Projekt verschob sich und verzögerte damit auch die anderen Elemente der Platzaufwertung. Mittlerweile sei die Calisthenics-Anlage aber als einzige abgenommen, sagt Wecker. Jedoch sei sie nicht mängelfrei. Schrammen, die beim Transport oder Aufbau entstanden sind, müssten nachlackiert werden. Fallschutz-Firma in Insolvenz Kompliziert war und ist es auch beim Großspielgerät. Das war zwar schneller fertig, musste aber erst auf dem Bauhof gelagert werden, weil der Untergrund fehlte. Der TÜV prüfte es. Als der Asphalt lag, ließ der UWB es montieren. Doch die Netze mussten jetzt teils wieder entfernt werden, weil es zu eng war, um den grünen Fallschutz aufzuziehen. Der liegt zwar jetzt weitgehend. Doch seine Verlegung verzögerte sich, weil die ausführende Firma ins Insolvenzverfahren ging. Den Asphalt hatte für sie noch ein Subunternehmen aufgebracht, doch danach stockte es. Die Stadt musste neu ausschreiben. Jetzt hat eine andere Firma den Fallschutz aufgetragen. Feuerfester Belag muss nachbestellt werden Allerdings sind noch Lücken da. Aus Brandschutzgründen. "Am Notausgang muss besonders feuerfestes Material verlegt werden", sagt Wecker: "Das ist nachbestellt. Wir hoffen, dass es noch im August klappt." Erst wenn das liegt, ist die Endabnahme des TÜV möglich. Ist das alles in zwei Wochen zu schaffen? "Es ist noch viel abzustimmen. Wir versuchen aber, alles in Bewegung zu setzen", betont der Abteilungsleiter im Umweltbetrieb. Er ist auch zuversichtlich, dass keine zusätzlichen Kosten entstehen. Die Rechnung an die Insolvenzfirma, deren Auftrag bei rund 200.000 Euro liegt, sei noch nicht bezahlt. Neuer Rollrasen auf Stufen Ganz ohne Rasen wird der Kesselbrink aber nicht sein: Auf den Stufenflächen oberhalb der Spielanlage bleibt er. Allerdings sah er auch hier nicht gut aus. Deshalb ist neuer Rollrasen verlegt worden. Dafür war ebenfalls eine neue Firma erforderlich.

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