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Eine gehörnte Mauerbiene sitzt auf Vergissmeinnicht-Blüten und sammelt Nektar. - © dpa
Eine gehörnte Mauerbiene sitzt auf Vergissmeinnicht-Blüten und sammelt Nektar. | © dpa

Weltbienentag 7 Dinge, die jeder gegen das Bienensterben tun kann

Umweltorganisationen sehen Politik und Landwirtschaft in der Pflicht. Doch schon kleine Dinge können helfen, etwas gegen das Bienensterben zu tun.

Matthias Schwarzer
20.05.2018 | Stand 20.05.2018, 20:13 Uhr

Bielefeld. Das dramatische Bienensterben besorgt nicht nur Umweltverbände, sondern auch Verbraucher. Durch moderne Landwirtschaft wird die Wildbiene ihrer Lebensgrundlage beraubt, mahnt der NABU anlässlich des Weltbienentages. Umweltschützer sehen vor allem Politik und Landwirtschaft in der Pflicht. "Wir können Insekten und ihre Leistungen als Bestäuber nur retten, wenn die Agrarpolitik grundsätzlich anders wird", sagt Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des NABU. Doch manchmal helfen auch schon die kleinen Dinge. Auch Verbraucher können ihren Teil dazu beitragen, dass es der Wildbiene vor der eigenen Haustür besser geht. Ein paar Tipps haben wir hier zusammengetragen. 1. Den Garten bienenfreundlich machen Wer der Biene etwas Gutes tun möchte, achtet schon bei der Gartenarbeit auf sie. Die richtigen Pflanzen sorgen für ein breites Nahrungsangebot für Bienen und andere Insekten. Wildwachsende Pflanzen oder ein Obstbaum im Garten können Wunder wirken. Außerdem sollte man nicht gleich jedes vermeintliche Unkraut "rausrupfen", sagt Norbert Aschoff, Vorsitzender des Imkervereins Spenge-Enger. Vor allem der neue Trend, den Vorgarten mit Kies zu gestalten, sei ziemlich bienen-unfreundlich. "Da wächst dann nichts mehr und dann wundern sich die Leute, wenn es keine Bienen mehr gibt", so Aschoff. 2. Rasenmäher stehen lassen Grundsätzlich empfiehlt es sich, auch den Rasen seltener zu mähen. Denn dabei werden auch viele Dinge weggemäht, die Bienen lieben - zum Beispiel Gänseblümchen. Experten empfehlen, den Rasenmäher nur alle drei Wochen aus dem Schuppen zu holen. 3. Blumen auf den Balkon Auch wer keinen Garten hat, sondern nur einen Balkon, kann etwas tun. Norbert Aschoff empfiehlt Blumenkästen und eine vernünftige Pflanzenmischung vor der Haustür. "Überhaupt finden die Bienen in den Städten heute längst ein besseres Nahrungsangebot als auf dem Land", so der Imker. 4. Auf Pestizide verzichten Wer seinen Garten liebt, lässt die Pestizide weg. Denn die schaden den Bienen. Gerade Cocktails aus diversen Giften können tödlich für die Tiere sein. Die Verwendung bienengefährdender Neonicotinoiden wurde ohnehin in Haus- und Kleingärten längst untersagt. Wer noch immer solche Mittel in seinem "Giftschrank" hat, sollte sie entsorgen. 5. Honig aus der Region Grundsätzlich gilt: Die Honigbiene ist nicht bedroht, sondern die Wildbiene. Trotzdem empfehlen Experten, auch bei der Wahl des Honigs ein wachsames Auge zu haben. Fast 80 Prozent unseres Honigkonsums stammt aus Importen und oftmals aus Südamerika. Wie das Bildungsprojekt "Bienenretter" sagt, werden dort im großen Stil Gentechnik-Pflanzen angebaut, deren Pollen dann in den Honig geraten. Neben der Umweltbelastung durch die langen Transportwege können auch Bienenkrankheiten nach Deutschland eingeschleppt werden. Die Initiative empfiehlt, Honig lieber direkt vom Imker zu besorgen. 6. Bienenfreundliche Lebensmittel kaufen Nicht nur bei der Wahl des Honigs empfiehlt sich ein Blick auf die Verpackung. Auch andere Lebensmittel können schädlich für die Biene sein. Grundsätzlich gilt: Saisonale Lebensmittel aus regionaler, ökologischer Landwirtschaft sind besser, da auf bienenschädliche Pestizide verzichtet wird. Wer Bio-Produkte kauft, hilft in den meisten Fällen auch der Biene. 7. Bienenhäuser bauen Wer der Biene schon bei der Fortpflanzung helfen möchte, stellt sich einen Nistkasten in den Garten. Doch hier gibt es einiges zu beachten: Mit dem falschen Material schadet man der Biene mehr, als dass man ihr hilft. Tipps für Bienen-Nistkästen bietet der NABU auf seiner Website.

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