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Hermannslauf 2015 Heiner Killi ist einer der ältesten Teilnehmer des Hermannslaufes

Volles Tempo mit 80 Jahren

Kristine Greßhöner
27.04.2015 | Stand 19.04.2016, 11:03 Uhr |
Premiere: Heiner Killi (r.) gewann in der Altersklasse M80. Trainingspartnerin Silke Lutz (35, l.) lief auch mit. - © Jörg Diekmann
Premiere: Heiner Killi (r.) gewann in der Altersklasse M80. Trainingspartnerin Silke Lutz (35, l.) lief auch mit. | © Jörg Diekmann

Bielefeld. Heiner Killi ist nicht zu stoppen. „Vielleicht komme ich im nächsten Jahr wieder und bringe ein ganzes Team mit", sagte er nach dem Lauf. Begriffe wie gemächlich, gemütlich oder ruhig – zu dem 80-Jährigen aus Baden-Württemberg passen sie in sportlicher Hinsicht nicht. Der Senior der Leichtathletikgemeinschaft Offenburg war einer der ältesten Starter beim 44. Hermannslauf – und lief vielen jüngeren Teilnehmer einfach davon.

So erklomm der passionierte Freizeitsportler, der vor 60 Jahren mit dem Lauftraining begann, nun in der Altersklasse M80 das höchste Treppchen. Mit der gemessenen Zeit von 3:07:57 Stunden sei er seit Jahrzehnten nur wenig langsamer geworden, sagte Killi. In den 1960er-Jahren habe er noch Zeiten von unter drei Stunden geschafft, nahm damals vor allem an Marathonläufen teil. Als junger Mann lief er auch bei Deutschen Meisterschaften mit, und als 67-Jähriger fuhr er 3.000 Kilometer auf der Tour-de-France-Route nach.

Ans Aufhören sei nicht zu denken, so Killi mit einem Schmunzeln. „Ich mache das, solange meine Füße mich tragen." Beim Hermann sei er von mehreren Sportlern angesprochen worden, wie alt er denn nun sei. Gezwickt habe übrigens nichts, so Killi, kurz vorm Ziel hätten bloß die Fußsohlen gebrannt.

Täglich Gymnastik und Übungen

Der 80-Jährige ist ständig im Training, er achtet auf seine Ernährung und beginnt jeden Tag um 5.30 Uhr zu Hause mit Gymnastik und Dehnübungen – auch dies mit reichlich Ausdauer: täglich 60 bis 90 Minuten lang. Mehrfach die Woche ist Killi zudem mit seiner Laufgruppe des Sportvereins in Baden-Württemberg unterwegs, regelmäßig auch bei Volksläufen vertreten. Zur Vorbereitung auf den Hermann hat er Hunderte Trainingskilometer absolviert und nahm an einem Halbmarathon teil.

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Heiner Killis Bewegungsdrang ist außergewöhnlich, der agile ältere Herr läuft Ski, kegelt gern und fährt Fahrrad. Einen seiner größten sportlichen Erfolge feierte er 2012, als er auf Platz 3 bei der Berglauf-WM landete. „Es ist ein großes Glück, dass ich nie Verletzungen erlitten habe", sagt Killi. Ausgebremst habe ihn allerdings im Alter von 70 Jahren vorübergehend ein Motorradunfall.

Nun also ein Hermannslauf, eine Premiere für seine Sportlerkarriere. Zur Feier des Tages machten ihm die Veranstalter ein besonderes Geschenk. Gemeinsam mit Silke Lutz, einer 35-jährigen Trainingspartnerin aus seiner Laufgruppe (2 Stunden, 52 Minuten), nahm Killi die Startnummer 80 in Empfang.Und auch die Teilnahme selbst, die Anfahrt, Übernachtungen im Hotel und eine Massage waren Geschenke. Denn anlässlich des runden Geburtstags im vergangenen Jahr – Killi ist Jahrgang 1934 –, schenkten Weggefährten ihm die Reise zum 44. Hermannslauf „als kleines Event", wie sein langjähriger Freund Hans-Jürgen Knappe sagt. Schon immer habe Killi einmal teilnehmen wollen. Aber früher habe es aus verschiedenen Gründen nie geklappt. „Ich bin einfach nicht dazu gekommen", erklärt Killi.

Vielleicht ein zweites Mal dabei

Ans Aufhören denkt der ältere Herr noch lange nicht, er fühlt sich fit. Die Zahl seiner durchgelaufenen Sportschuhe? Killi stutzt – und lacht. Gezählt habe er sie nicht und durchgelaufen erst recht nicht. „Ich habe sie immer noch rechtzeitig vorher entsorgt."Mit einer zweiten Hermann-Teilnahme 2016 liebäugelt er durchaus. „Die Strecke ist wirklich etwas besonderes, die Natur ist sehr schön." Bloß die Lämershagener Treppen, die hätten es in sich, urteilt der erfahrene Ausdauerläufer. Da sei das Überholen eben arg schwierig.

Ruhe gönnt sich Heiner Killi in den kommenden Tagen kaum – nach dem Lauf ist vor dem Lauf. Schon am kommenden Sonntag tritt er zu einem Halbmarathon in Offenburg an. Auch bei den Deutschen Berglaufmeisterschaften Anfang Mai wird er zu sehen sein.

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Zu den Ergebnissen

Fotos von der Zwischenstation in Oerlinghausen

Fotos vom Ziel an der Sparrenburg

Fotos von den Fans an der Strecke

Fotos vom Mini-Hermann

Video: Reporter Matthias Wolk beim Kult-Lauf

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