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SCP-Neuzugang Dennis Srbeny (l.), der sich hier gegen Hannovers Tim Walbrecht durchsetzt, zählte vor der Pause zu den auffälligsten Akteuren der Gäste. - © Florian Petrow
SCP-Neuzugang Dennis Srbeny (l.), der sich hier gegen Hannovers Tim Walbrecht durchsetzt, zählte vor der Pause zu den auffälligsten Akteuren der Gäste. | © Florian Petrow

SC Paderborn SC Paderborn gewinnt die Generalprobe in Hannover

Der SCP feiert bei ersatzgeschwächten 96ern einen hochverdienten 1:0-Sieg. Dabei kann auch ein Neuzugang überzeugen.

Frank Beineke
11.01.2020 | Stand 11.01.2020, 15:46 Uhr

Hannover. Zum Abschluss der Testspiel-Trilogie feierte der SC Paderborn den dritten Sieg. Nach dem 4:1 gegen Lotte und dem 4:3 gegen Osnabrück gab es am Samstag einen hochverdienten 1:0 (1:0)-Erfolg beim Zweitligisten Hannover 96. Kai Pröger hatte dabei in der 33. Minute vor 1.500 Zuschauern im Eilenriede-Stadion in Hannover den Paderborner Siegtreffer erzielt.

"Das war eine sehr gute erste Halbzeit und eine vernünftige zweite", resümierte Steffen Baumgart. Paderborns Chefcoach setzte bei der Generalprobe gegen die Niedersachsen auf eine Startelf, die in exakt dieser Formation auch am kommenden Sonntag, 19. Januar, beim Rückrunden-Start gegen Bayer 04 Leverkusen (18 Uhr, Benteler-Arena) auf dem Platz stehen könnte. Hannovers Trainer Kenan Kocak schonte dagegen diverse Stammspieler und griff lediglich auf einen 15er-Kader zurück, denn an diesem Sonntag steht für 96 ein weiterer Test gegen Werder Bremen auf dem Programm.

SCP dominiert in Hälfte eins

Die erste Hälfte sollte zu einer äußerst einseitigen Angelegenheit werden. Paderborn war drückend überlegen, zeigte auf einem schwer zu bespielenden Rasen sehenswerte Kombinationen, machte gerade über die Flügel viel Dampf und zwang Hannover zu zahlreichen Ballverlusten. Und wenn der SCP seinerseits mal einen Ball verlor, funktionierte das Gegenpressing ganz hervorragend.

Zu den auffälligsten Akteuren der Gäste zählte hierbei der bislang einzige Winterneuzugang: Rückkehrer Dennis Srbeny, den die Paderborner am Mittwoch von Norwich City verpflichtet hatten, sprühte vor Spielfreude und war zunächst an fast allen Offensivaktionen des Erstligisten beteiligt. So machte er mit seinem Sturmpartner Sven Michel fast auf Anhieb da weiter, wo das Duo in der Hinrunde der Drittliga-Saison 2017/2018 aufgehört hatte. Denn nach nicht einmal 180 Sekunden passte Michel auf Srbeny, der aber an 96-Keeper Ron-Robert Zieler scheiterte. "Dennis hat es heute gut gemacht. Manchmal wollte er sogar zu viel", urteilte Steffen Baumgart über die Leistung seines Angreifers.

Zieler ist der beste 96er

Hannovers Torwart sollte bis zum Pausenpfiff nicht nur wegen Srbeny allerhand zu tun bekommen. In der zehnten Minute zwang ihn beispielsweise SCP-Rechtsverteidiger Mohamed Dräger zu einer Glanztat. Die Vorarbeit hatte Srbeny mit einem feinen Hackentrick geleistet. Keine 60 Sekunden später musste Zieler einen Schuss von Klaus Gjasula per Faustabwehr entschärfen, ehe die Gäste in der 19. Minute um Linksverteidiger Laurent Jans bangen mussten. Hannovers Nachwuchsspieler Mick Gudra hatte den Paderborner im Übereifer mit einer rüden Grätsche am Sprunggelenk getroffen. Doch nach einer längeren Behandlungspause ging es für Jans weiter.

Sein Team trat auch fortan aufs Gaspedal. Im Mittelfeld zog der überragende Sebastian Vasiliadis geschickt die Fäden. Über die Außen überzeugten einmal mehr Christopher Antwi-Adjei und Kai Pröger. Letztgenannter sorgte in der 33. Minute auch für den überfälligen Führungstreffer der Gäste. Der 27-Jährige jagte einen 18-Meter-Freistoß per Vollspann durch die gegnerische Mauer in die Maschen. Pröger hatte dann auch das 0:2 auf dem Fuß, doch Zieler parierte einmal mehr glänzend (38.).

Wechselorgie bleibt aus

Der SCP knüpfte damit nahtlos an die bärenstarke erste Hälfte an, die der Bundesliga-Aufsteiger am Mittwoch beim 4:3-Testspielsieg gegen den VfL Osnabrück gezeigt hatte. Und im Gegensatz zum besagten Test gegen den VfL verzichtete SCP-Coach Baumgart diesmal auf eine Wechselorgie zur Halbzeit. Lediglich Jans, Vasiliadis und Srbeny blieben in der Kabine. Dafür kamen Jamilu Collins, Abdelhamid Sabiri und Streli Mamba.

Kurz nach Wiederanpfiff gab es dann tatsächlich die erste Torchance für Hannover. SCP-Verteidiger Sebastian Schonlau verhinderte in der 50. Minute gegen den Ex-Paderborner Marvin Ducksch das 1:1. Auf der Gegenseite scheiterte Pröger nach einem feinen Kabinettstückchen an Zieler (51.). Die Partie war nun offener. So musste sich der vor der Pause noch gänzlich beschäftigungslose SCP-Torwart Leopold Zingerle in der 58. Minute bei einem Ducksch-Schuss mächtig strecken. Dann war wieder Zieler an der Reihe, der gegen Mamba das 0:2 verhinderte (61.). In der 76. Minute hätte dann das 0:2 fallen müssen, doch Ben Zolinski vergab nach toller Pröger-Vorarbeit.

Die mangelhafte Chancenverwertung war unterm Strich dann auch aus Paderborner Sicht das einzige Manko einer gelungenen Testspiel-Darbietung. "Wir hätten wesentlich höher gewinnen müssen. Aber wir haben sehr gut gespielt", bilanzierte SCP-Sportchef Martin Przondziono, den allein die Aufstellung des Gastgebers ein wenig ärgerte. Denn ursprünglich hatte der SCP damit gerechnet, dass 96 alle Stammkräfte an Bord hat. "So hätten wir auch zuhause gegen einen Regionalligisten spielen können. Da hätten wir vielleicht sogar mehr Gegenwehr bekommen", erklärte Przondziono. Die besagte Gegenwehr aber wird es ganz sicher am 19. Januar geben. Dann geht's gegen Leverkusen wieder um die Wurst.

Information
Hannover 96 - SC Paderborn 0:1 (0:1)

Tore: 0:1 Pröger (33.)

H96: Zieler - Jung (77. Hadzic), Elez (77. Neiß), Felipe, Ostrzolek - Walbrecht - Gudra, Bakalorz, Muslija (77. Drawz), Hansson - Ducksch.

SCP: Zingerle - Dräger (86. Oeynhausen), Kilian (62. Strohdiek), Schonlau (62. Hünemeier), Jans (46. Collins) - Pröger (77. Ritter), Vasiliadis (46. Sabiri), Gjasula (77. Kapic), Antwi-Adjei (77. Holtmann) - Srbeny (46. Mamba), Michel (62. Zolinski).
Links zum Thema
[NW+] SCP-Rückkehrer Dennis Srbeny kommt mit viel Selbstbewusstsein 

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