Torschützen unter sich: Die Paderborner (v. l.) Babacar Gueye, Philipp Klement, Bernard Tekpetey und Sebastian Vasiliadis trafen beim 4:0-Heimsieg gegen Duisburg. - © Wilfried Hiegemann
Torschützen unter sich: Die Paderborner (v. l.) Babacar Gueye, Philipp Klement, Bernard Tekpetey und Sebastian Vasiliadis trafen beim 4:0-Heimsieg gegen Duisburg. | © Wilfried Hiegemann

SC Paderborn Paderborns Effizienz ist gegen Duisburg erstligareif

Der SCP fährt in einem offenen Schlagabtausch gegen den MSV einen 4:0-Heimerfolg ein

Frank Beineke
14.04.2019 | Stand 14.04.2019, 10:52 Uhr

Paderborn. Das ominöse Wort „Aufstieg" wollte auch am Samstag kein Spieler und Verantwortlicher des SC Paderborn in den Mund nehmen. Dabei hatte der Zweitliga-Neuling soeben sein Heimspiel gegen den MSV Duisburg mit 4:0 (2:0) gewonnen. Relegationsrang drei ist nur noch einen Zähler entfernt. Doch zum einen lässt der SCP lieber Taten sprechen. Zum anderen zeigte auch der vermeintlich klare Heimsieg, dass jeder Paderborner Punktgewinn das Produkt harter Arbeit ist. Denn letztlich war es durchaus ein Spiel auf Augenhöhe gewesen. „So ein Ergebnis fährst du nur ein, wenn du oben stehst", konstatierte Steffen Baumgart. Den Halbsatz „Und wenn der Gegner unten steht" hätte der SCP-Coach noch anfügen können. Denn während die Hausherren eine erstligareife Effizienz an den Tag gelegt hatten, waren die überraschend mutigen Duisburger immer wieder an der eigenen Abschlussschwäche oder am überragenden SCP-Torwart Leopold Zingerle gescheitert. Klements Kunstschuss ebnet den Weg zum Heimsieg „Wir hatten eine gute Qualität im Spiel nach vorne. Aber den Weg nach hinten haben wir allzu oft vernachlässigt. Das geht nicht immer gut", urteilte Paderborns Mittelfeldstratege Philipp Klement, der in der 25. Minute die Weichen auf Sieg gestellt hatte. Der SCP-Topscorer wurde am linken Strafraumeck nicht angegriffen, schaute sich MSV-Keeper Felix Wiedwald genau aus und jagte das Leder aus 20 Metern ins Netz. „Unser Trainer sagt ja immer, wir sollen draufschießen", erklärte ein schelmisch grinsender Klement, der nun schon satte 15 Saisontreffer auf seinem Konto hat. Und während Teamkollege Zingerle anschließend weitere MSV-Chancen vereitelte, verbuchte SCP-Flügelflitzer Christopher „Jimmy" Antwi-Adjei in Minute 42 seinen ersten von drei Assists. „Jimmy" spielte flach nach innen – und Sturmkollege Babacar Gueye traf aus kurzer Distanz zum 2:0. „Ich bin froh, dass ich spielen durfte. Und sehr glücklich, dass ich getroffen habe", erklärte Gueye, der erst zum dritten Mal in dieser Rückrunde in der Startelf gestanden hatte. Das 3:0 ging auf das Konto des zweiten Mannes, der im Vergleich zum Sandhausen-Spiel in die Startelf gerückt war: Bernard Tekpetey erzielte in der 59. Minute mit seinem zehnten Saisontreffer das 3:0. Die Vorlage hatte erneut Antwi-Adjei nach einem unnachahmlichen 70-Meter-Sprint geliefert. Schnapszahl bei der Zuschauerkulisse Die Duisburger waren dagegen nach der Pause deutlich ungefährlicher, hatten aber Pech, dass Schiedsrichter Florian Badstübner einen Treffer von MSV-Joker John Verhoek in der 72. Minute wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung aberkannte. Den Schlusspunkt setzte der vielleicht beste Akteur auf dem Platz: SCP-Mittelfeldmotor Sebastian Vasiliadis, der an diesem Tag zahlreiche Bälle erobert hatte, krönte seine Glanzleistung mit einem 28-Meter-Schuss, bei dem der Ball ins linke untere Eck einschlug (79.). Die Paderborner Fans unter den exakt 11.111 Zuschauern in der Benteler-Arena waren endgültig in Karnevalslaune. „Wir waren sicherlich die glücklichere Mannschaft. Das hätte heute auch 6:4 ausgehen können", resümierte Vasiliadis. „Wir wissen, dass das Ergebnis über vieles hinwegtäuscht", meinte sein Chefcoach Steffen Baumgart. Sein Duisburger Trainerkollege Torsten Lieberknecht taumelt derweil mit seinem Team der 3. Liga entgegen. Das am Karsamstag, 20. April, anstehende MSV-Heimspiel gegen Sandhausen ist schon ein Finale. Paderborn gastiert zeitgleich im Verfolgerduell bei Holstein Kiel. Lieberknecht dürfte Paderborn dann durchaus die Daumen drücken. Jedenfalls sagte der MSV-Coach: „Ich wünsche dem SCP, dass er den großen Traum verwirklicht. Denn verdient hätte es diese Mannschaft."

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