In den letzten Jahren mussten die Fans einige Auf- und Abstiege mit ihrem SC Paderborn erleben. - © picture-alliance/ dpa
In den letzten Jahren mussten die Fans einige Auf- und Abstiege mit ihrem SC Paderborn erleben. | © picture-alliance/ dpa

Allesfahrer-Blog Die ständige Frage nach Aufstieg oder Abstieg beim SC Paderborn

Auch wenn einiges für den Aufstieg des SCP spricht, so wird es wohl ein Traum bleiben, meint unsere Autorin. Dafür geht es im DFB-Pokal noch um eine weitere Runde

Die letzten Jahre als SC Paderborn-Fan waren nicht so einfach. Wobei, war es überhaupt jemals einfach, ein SCP-Fan zu sein? Erst ging es mit dem Verein steil bergauf, sogar bis in die Bundesliga. Nur um anschließend umso steiler abzustürzen. Im letzten Jahr ging es nun wieder in die 2. Bundesliga zurück. Da stellt sich einem die Frage, was in dieser Saison noch auf uns zukommt. Am Samstag könnte sich zumindest entscheiden, dass es in diesem Jahr nicht wieder bergab geht. Denn beim Spiel gegen Erzgebirge Aue könnte der SCP die "magische" 40-Punkte-Marke knacken, womit der Klassenerhalt als (fast) sicher gilt. Es ist zwar nicht so, dass irgendjemand in den letzten Wochen ernsthaft an den Abstieg gedacht oder ihn für möglich gehalten hätte. Dennoch ist es doch ein beruhigender Hintergedanke, dass nichts mehr passieren kann. Individuelle Klasse besser als die der Aufstiegshelden 2014 Viel lieber haben wir Fans zuletzt auf die oberen drei Plätze in der Tabelle der 2. Bundesliga geschielt. Vielleicht würde ja doch noch etwas nach oben gehen, dachte so manch einer. Oder träumte zumindest so manch einer. Zugegeben: Auch ich habe ein wenig hin und her gerechnet und überlegt, ob es zumindest für die Relegation reichen könnte. Das darf man doch oder? Immerhin gibt es genug Gründe für einen erneuten Aufstieg in die Bundesliga. Die Spieler in der jetzigen Mannschaft halte ich für stärker, als die Aufstiegshelden von 2014. Die meisten der Jungs haben eine höhere individuelle Klasse und können Spiele mit einem genialen Moment allein entscheiden. Beispiele dafür sind Philipp Klement oder Marlon Ritter, die den Unterschied ausmachen können. Wie Ritter zuletzt im Spiel gegen den 1. FC Köln mit dem Führungstreffer kurz vor Schluss bewies. Wir haben keine Chance, also nutzen wir sie Aber auch Spieler wie Kai Pröger könnten momentan den Unterschied ausmachen, denn sie haben den Überraschungsmoment auf ihrer Seite. Viele Teams belächeln den SCP immer noch für ihren Werdegang in den letzten Jahren. Sie haben die Paderborner nicht auf dem Zettel und nehmen sie nicht ernst, genau darin könnte die Chance liegen. Getreu dem Motto: Wir haben keine Chance, also nutzen wir sie. Darüber hinaus gehört man mit dem zweitbesten Angriff der Liga automatisch irgendwie zu den Aufstiegsaspiranten dazu oder? Immerhin haben Sven Michel und Co bisher einige Mannschaften in Schutt und Asche geschossen. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich die Mannschaft selbst ins Gespräch um die vorderen Plätze bringt. Es bleibt ein Ziel: DFB-Pokal-Halbfinale Doch alle guten Gründe bringen nicht viel, wenn die Ergebnisse nicht mitspielen. Die bittere Heimniederlage gegen St. Pauli hat wichtige Punkte gekostet, die im Kampf um Platz 3 einen herben Rückschlag bedeutet haben. Und so sollte die Mannschaft sich lieber darauf konzentrieren ihre Spiele zu gewinnen, anstatt das "böse" Wort Aufstieg zu benutzen. Denn wie sagt es Steffen Baumgart so schön: "Es würde für uns die Aufgabe in Aue mit Sicherheit nicht einfacher machen, wenn ich jetzt sage, dass der SC Paderborn aufsteigen will." Wenn in den nächsten Spielen ständig dreifach gepunktet wird, kann man sich darüber wieder Gedanken machen. Ansonsten sollte es eher in den Hinterkopf rücken. Im schlimmsten Fall bleibt dem SCP wohl ein Platz in der oberen Tabellenhälfte und das ist auch gut so. Denn ob die Mannschaft in der Bundesliga überlebensfähig wäre, ist doch fraglich. Außerdem haben die Mannschaft und wir Fans noch ein weiteres Ziel: das Halbfinale im DFB-Pokal, dessen Erreichen durchaus keine Utopie ist. Dafür sollten auch noch einige Kräfte übrig bleiben.

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