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Wieder ist die Gewalt gegen einen Schiedsrichter eskaliert. - © Pixabay
Wieder ist die Gewalt gegen einen Schiedsrichter eskaliert. | © Pixabay

Rüssingen Gewalt im Amateurfußball: Spieler schlägt Linienrichter nieder

Der zuständige Verband hat ein Sportgerichtsverfahren eingeleitet

Lukas Brekenkamp
21.11.2019 | Stand 21.11.2019, 17:16 Uhr

Rüssingen. Unfassbare Szenen am Rande des Fußball-Verbandspokalspiels zwischen dem TuS Rüssingen und Alemannia Waldalgesheim (beides Verbandsligisten aus Rheinland-Pfalz): Ein Spieler des TuS hat den Linienrichter niedergeschlagen, das Spiel wurde abgebrochen. Darüber berichtete auch die Wormser Zeitung, mittlerweile kursiert bereits ein Video des Faustschlags im Internet.

Es läuft die 38. Minute. Der TuS führt bereits mit 1:0, spielt jedoch seit wenigen Minuten in Unterzahl. Wie dem Live-Ticker des Spiels zu entnehmen ist, soll es einen zweiten Platzverweis für einen Rüssinger Spieler geben. Plötzlich kommt es zur Rudelbildung - ein Spieler holt im Tumult zum Schlag aus und streckt den offiziellen nieder. Das ist deutlich auf dem Video zu erkennen, das mittlerweile in sozialen Medien kursiert.

Immerhin: Der Unparteiische kam schnell wieder auf die Beine, konnte das Spielfeld ohne Hilfe verlassen.

Gewalt im Amateur-Fußball

Beim Südwestdeutschen Fußballverbandes (SWFV) wird der Vorfall der Sportgerichtsbarkeit zugeführt, doch damit ist das Problem der Gewalt bei Weitem nicht gelöst. Immerhin ist Gewalt auf den Amateur-Fußballplätzen aktueller denn je. Erst vor wenigen Tagen soll es in Hessen zu ähnlichen Vorfällen gekommen sein. Ein Schiedsrichter klagt, er sei während eines Kreisligaspiels beleidigt, bespuckt und sogar angegriffen worden.

Ebenfalls in Hessen wurde bereits vor wenigen Wochen ein Schiedsrichter während eines Kreisligaspiels bewusstlos geschlagen. Er musste mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden - auch hier kursierte ein Video der Tat im Internet. Und auch in Berlin haben Schiedsrichter zuletzt gestreikt, da sich die Fälle der Gewalt gegen die Unparteiischen immer weiter häuft.

Bielefeld ist von Gewalttaten gegen Schiedsrichter ebenfalls nicht ausgenommen: Anfang der Saison hat ein Spieler des SC Hellas Bielefeld einen erst 16-jährigen Schiedsrichter attackiert.

"Das Zulassen der Aggressivität ist ein Problem", sagte der renommierte Sportpsychologe Michael Gutmann mehreren hessischen Zeitungen: "Wichtig wäre, dass der Schiedsrichter vom kompletten Umfeld als Respektsperson akzeptiert wird. Stattdessen wird oft Intoleranz toleriert. Das ist ein Problem, dessen Folgen man nur schwer abschätzen kann."

Mit Material des SID

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