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Foulspiel: Klaus Gjasula hat Frankreichs Blaise Matuidi getroffen und wird von Schiedsrichter Jesus Manzano mit Gelb bestraft. - © AFP
Foulspiel: Klaus Gjasula hat Frankreichs Blaise Matuidi getroffen und wird von Schiedsrichter Jesus Manzano mit Gelb bestraft. | © AFP

Paris Paderborns Gjasula bleibt in der EM-Quali seinem Ruf treu

Der Akteur des SC Paderborn feiert im Alter von 29 Jahren sein Länderspieldebüt. Auch beim 1:4 in Frankreich holt er sich schnell die gelbe Karte ab. Aufregung gab es um die Nationalhymne Albaniens

Jochem Schulze
08.09.2019 | Stand 08.09.2019, 19:47 Uhr
Eric Dobias

Paris. Die falschen Hymne, Loblieder auf den Matchwinner vom FC Bayern und ein Abräumer vom SC Paderborn: Es war einiges los beim 4:1-Sieg von Weltmeister Frankreich gegen Albanien. Münchens Profi Kingsley Coman zeigte sich in Top-Form, Klaus Gjasula vom SC Paderborn trat in Paris in der 54. Minute seinen Dienst an und sah zwölf Minuten später schon Gelb. Damit war er aber noch besser im Spiel als die Organisatoren.

Denn vor dem Anpfiff gab es statt der Nationalhymne Albaniens die von Andorra – dem nächsten Gegner der Franzosen am Dienstag. Und damit nicht genug: Dem musikalischen Fauxpas folgte gleich noch ein verbaler, als der Stadionsprecher nach einer Entschuldigung die Zuschauer in Paris dazu aufforderte, „die Nationalhymne von Armenien zu respektieren".

Frankreich dominiert die Partie

Auf Intervention der irritierten und verärgerten Gäste wurde schließlich doch noch die richtige Hymne gespielt und die Partie fast zehn Minuten später angepfiffen. „Das ist etwas, das nicht passieren sollte, aber leider passiert ist", kommentierte Frankreichs Trainer Didier Deschamps die peinliche Panne.

Als es endlich losging, drehte Coman auf und fabrizierte in seinem 18. Länderspiel den ersten Doppelpack (8./68. Minute). „Er hat ein großes Spiel gemacht", lobte Deschamps. „Es ist schön, ihn auf diesem Niveau zu sehen." Coman, der bei seiner Auswechslung in der Schlussphase mit Sprechchören gefeiert wurde, blieb bescheiden: „Ich bin Profi und weiß, dass es nur ein Spiel war. Gut, wenn es gut gelaufen ist, aber am Dienstag gibt es schon das nächste Spiel." Die weiteren Tore für den Weltmeister, bei dem auch die anderen Bayern-Legionäre Benjamin Pavard, Lucas Hernandez und Corentin Tolisso in der Startelf standen, steuerten Olivier Giroud (27.) und Jonathan Ikoné (85.) bei. Mit zwölf Zählern führt Frankreich die Tabelle der Gruppe H vor den punktgleichen Rivalen Türkei (1:0 gegen Andorra) und Island (3:0 gegen Moldau) an.

Gjasulas enormer Aufstieg bis zum Nationalspieler

Gjasula feierte im Alter von bereits 29 Jahren sein Länderspieldebüt. Der Mann mit dem Helm krönte so eine erstaunliche Karriere. Denn viele Jahre lang hatte der Mittelfeldmann nur für unterklassige Klubs gespielt. Im Sommer 2018 holten die Paderborner Gjasula, vom Halleschen FC. Beim SCP eroberte er in der Zweitligaserie 18/19 prompt einen Stammplatz, verlor diesen aber später an Sebastian Vasiliadis.

Nach dem Paderborner Bundesligaaufstieg hinterließ der 1,92-Meter-Mann in der Vorbereitung einen guten Eindruck und kämpfte sich in die SCP-Startelf zurück. Gjasula, der in seinen vergangenen 127 Ligapartien immerhin 63 gelbe Karten sah, stand an den ersten drei Bundesliga-Spieltagen jeweils 90 Minuten auf dem Feld und liegt in der Laufleistung aller Akteure aktuell hinter Joshua Kimmich auf dem zweiten Platz.

Jetzt darf er in der EM-Quali-Heimpartie Albaniens gegen Island am morgigen Dienstag (20.45 Uhr) auf seinen zweiten Einsatz hoffen.

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