Rapper Casper: "Arminia ist mein St. Pauli"

Interview über Fußballkultur, Stehtribünen und Galgenhumor in Bielefeld

VON MORITZ HERRMANN, "11 FREUNDE"
Der Rapper Casper, bürgerlich Benjamin Griffey, ist im lippischen Bösingfeld bei Extertal geboren und hat in Bielefeld sowie in Augusta (Georgia, USA) gelebt. Heute wohnt Griffey in Berlin. Auf dem Bild rappt Griffey am 29. Juli 2011 in der Bielefelder Diskothek "Stereo". - © FOTO: SARAH JONEK
Der Rapper Casper, bürgerlich Benjamin Griffey, ist im lippischen Bösingfeld bei Extertal geboren und hat in Bielefeld sowie in Augusta (Georgia, USA) gelebt. Heute wohnt Griffey in Berlin. Auf dem Bild rappt Griffey am 29. Juli 2011 in der Bielefelder Diskothek "Stereo". | © FOTO: SARAH JONEK
Rapper Casper:

"Arminia ist

mein St. Pauli" - © ARMINIA
Rapper Casper:
"Arminia ist
mein St. Pauli" | © ARMINIA

Arminia Bielefeld stieg ab, er mit seinem neuen Album "XOXO" auf Platz 1 der deutschen Charts ein. Benjamin Griffey alias Casper wird als Retter des deutschen HipHop gefeiert. Mit 11freunde.de sprach Casper über den DSC, pathetische Fanlieder und Stehtribünen.

Benjamin Griffey, dein Verein, Arminia Bielefeld, stieg als Tabellenletzter aus der 2. Liga ab. Dazu kamen finanzielle Probleme. Wie sehr hat dich der Niedergang geschmerzt?
BENJAMIN GRIFFEY: So stumpf und dumm das klingt, aber ich finde, dass es an der Zeit ist, alles endlich mal so richtig kaputtgehen zu lassen, damit man den Verein neu aufbauen kann. Aber selbst in der dritten Liga sträuben sich die Verantwortlichen noch dagegen. Das ist mir, auch wenn ich nur Laie bin, unverständlich.

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Das etwas andere Fußball-Magazin

Traditionsklubs, legendäre Kicker und faszinierende Spiele. Die Autoren des "11FREUNDE"-Magazins aus Berlin schreiben über den Fußball-Kult. nw-news.de präsentiert das Interview über Arminia Bielefeld mit dem Rapper Casper aus OWL in Zusammenarbeit mit dem außergewöhnlichen Heft aus der Hauptstadt.

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Du kennst dich bei der Arminia nicht aus?
GRIFFEY: Nicht mehr. Das letzte Mal im Stadion war ich vor Ewigkeiten, als die legendäre Stehtribüne aus Stahlrohr, auf der ich stand, dichtgemacht wurde. Wir fühlten uns durch den Abriss schwer in unserem 15-Mann-Guerilla-Fantum angegriffen! Diese Tribüne und das Stadion vor seinem Umbau spiegelten immerhin all das, was die Arminia ausmacht: Der Verein der kleinen Leute zu sein, der Verein, zu dem jeder kommen kann, der Verein mit dem Stadion, das zu drei Vierteln aus Stehplätzen besteht. Als die Tribüne weg war, wollte ich auch nicht mehr hin. Arminia-Fan bin ich trotzdem geblieben. Sowas vergeht nicht.

Du bist im lippischen Bösingfeld bei Extertal geboren. Da scheint eine Fanliebe zu Arminia Bielefeld vorprogrammiert, schon mangels guter Alternativen in der Region.

Das "11FREUNDE SPEZIAL"-Cover von der aktuellen Sonderausgabe zum Fußball in den Nuller Jahren. - © COVER: 11 FREUNDE SPEZIAL
Das "11FREUNDE SPEZIAL"-Cover von der aktuellen Sonderausgabe zum Fußball in den Nuller Jahren. | © COVER: 11 FREUNDE SPEZIAL

GRIFFEY:  Naja, man kann auch zum VfB Fichte gehen, aber sonst steht die Arminia allein auf weiter Flur. Fußballbegeistert war ich schon als Kind. Beim FC Oberes Extertal wurde ich als Mittelstürmer Vereinsschützenkönig in der D-Jugend. Eines Tages nahm mich mein Stiefvater mit auf die Alm. Es war das letzte Spiel in der Regionalliga, Bielefeld stand schon als Aufsteiger fest, der Gegner hieß Eintracht Trier (05.06.95, d. Red.), am Ende stand ein Remis, 1:1. Ich erinnere mich, weil es tatsächlich mein erstes Erlebnis live im Stadion war. Der Aufstiegstaumel und die Faszination der lokalen Nähe haben mich begeistert. Ich konnte mich mit dem Verein identifizieren.

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