„Ich bin sehr zufrieden": Uwe Neuhaus hat beim Testspiel gegen Uerdingen gute Laune. Rechts Co-Trainer Peter Németh. - © Foto: Andreas Zobe/NW
„Ich bin sehr zufrieden": Uwe Neuhaus hat beim Testspiel gegen Uerdingen gute Laune. Rechts Co-Trainer Peter Németh. | © Foto: Andreas Zobe/NW

Arminia Bielefeld DSC-Trainer Uwe Neuhaus im Interview: "Es passt schon eine Menge zusammen"

Arminias Coach zieht ein Zwischenfazit der Saisonvorbereitung

Philipp Kreutzer
11.07.2019 | Stand 11.07.2019, 08:43 Uhr

Herr Neuhaus, wie zufrieden sind Sie mit dem Stand der Vorbereitung? Uwe Neuhaus: Ich bin sehr zufrieden. Es gibt keinen schwarzen Fleck auf der weißen Weste. Weder bei den Testspielen noch in der Art und Weise, wie die Mannschaft trainiert oder wie die Spieler miteinander umgehen. Trotz der Intensität, mit der sie jetzt auch im Trainingslager in Scheffau trainiert haben, haben sie untereinander eine große Lockerheit an den Tag gelegt. Das war so, wie man sich das vorstellt. Ich kann nur ein absolut positives Zwischenfazit ziehen. Wenn man bedenkt, dass wir einen relativ kleinen Kader im Trainingslager hatten und viele in den beiden Testspielen 90 Minuten durchspielen mussten, bin ich froh, dass wir nicht noch den einen oder anderen Verletzten dazubekommen haben. Ich glaube, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt in einer guten Verfassung sind und wunderbar darauf aufbauen können. Hat das Trainingslager die Mannschaft noch weiter vorangebracht als Sie es zu hoffen gewagt hatten? Neuhaus: Man wünscht sich natürlich diesen Fleiß und diesen Spaß bei der Arbeit, wie ihn die Mannschaft gezeigt hat. Ich weiß gar nicht, ob noch mehr geht. Es gab keinen Leistungsabfall in der Mannschaft, egal, in welcher Formation oder Konstellation wir gespielt haben. Wir haben, abgesehen von den beiden Neuzugängen Fabian Kunze und Agoston Kiss, die wir im Trainingslager dabei hatten, eine eingespielte Mannschaft, die die Abläufe kennt. Die Spieler haben es richtig gut gemacht. Wer konnte sich bisher besonders empfehlen? Neuhaus: Ich finde, dass ich keinen hervorzuheben brauche. Jeder hat am Limit gearbeitet und sehr gute Frühform gezeigt. Flügelspieler Keanu Staude macht zurzeit einen auffällig guten Eindruck. Neuhaus: Absolut. Das, was er im Moment zeigt, ist gut, das macht Spaß. Das gibt Hoffnung und ist auch Verpflichtung. Man kann da aber auch Joan Simun Edmundsson nehmen, der sich eine Menge vorgenommen hat und gegen Jablonec als Achter ein richtig gutes Spiel gemacht hat. Oder Jonathan Clauss, den wir gegen Jablonec hinten getestet haben. Was er vorne kann, wissen wir. Bei ihm geht es jetzt darum, Konstanz reinzubringen. Fabian Klos hat in den beiden Spielen zwar nicht getroffen, gibt aber als Führungsspieler mit den Ton an. Und Manuel Prietl läuft immer noch (lacht). Es passt also schon eine Menge zusammen, es gibt viele gute Sachen innerhalb der Mannschaft. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Kader? Neuhaus: Wir stecken täglich die Köpfe zusammen, um reagieren zu können. Es sind schwierige, zähe Verhandlungen, viele Vereine sind noch auf der Suche nach neuen Spielern. Der eine oder andere Verein hat schon mehr Einkäufe getätigt als wir, was aber nicht schlimm ist. Man muss die Ruhe bewahren, genau wie im Spiel auch. Das ist besser, als wenn man eine voreilige, falsche Entscheidung trifft. Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hat in diesem Zusammenhang vom Dominostein gesprochen, der fallen müsse, damit Bewegung in den Transfermarkt kommt. Neuhaus: Genau so ist es. Ich hoffe natürlich, dass wir nicht der Letzte in der Reihe sind (lacht). Auf welchen Positionen sehen Sie – abgesehen von der Innenverteidigung – noch Bedarf für Verstärkung? Neuhaus: Ich glaube, wir sind im Moment auf allen Positionen bis auf die Innenverteidigung doppelt und gut besetzt. Natürlich muss man auf der rechten Abwehrseite ein Fragezeichen setzen, weil man noch nicht genau weiß, wie schnell es bei Cédric Brunner mit dem Wiedereinstieg nach seiner schweren Verletzung gehen wird. Da werden wir aber in den nächsten zwei, drei Wochen Klarheit haben. So, wie die Mannschaft jetzt besetzt ist, traue ich ihr einiges zu. Aber wenn man eine Mannschaft qualitativ verstärken kann und der finanzielle Rahmen nicht gesprengt wird, sollte man das tun. Es gibt – abgesehen von der Innenverteidigung – allerdings keine bestimmte Position, mit der ich unzufrieden bin. Was trauen Sie der Mannschaft in der neuen Saison zu? Neuhaus: Wir haben ja gesagt, dass wir uns dazu erst äußern, wenn der Kader komplett ist. Mindestens bis zum Saisonstart müssen wir in jedem Fall damit warten. Denn die Testspiele, die jetzt kommen (am Sonntag gegen Norwich, am Samstag darauf gegen Barnsley, d. Red.), haben ja auch Aussagekraft. Ihr Vertrag bei Arminia läuft im Sommer 2020 aus. Können Sie sich vorstellen, darüber hinaus beim Verein zu bleiben? Neuhaus: Das werde ich dem Verein dann schon sagen. Gab es im Trainingslager Gelegenheit, darüber zu sprechen? Neuhaus: Nein, dort war das einzige Thema, wie wir die Mannschaft nach vorne bringen. Aber Sie fühlen sich generell wohl in Bielefeld und bei Arminia? Neuhaus: Das kann ich sagen, ja. Stört es Sie, dass die neuen Trikots für die Mannschaft verspätet geliefert werden? Neuhaus: Nein. Von mir aus laufen wir in den Trikots von vor zwei Jahren auf.

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