0
Auf der A 33 kam es bereits mehrfach zu Falschfahrern. - © Sarah Jonek
Auf der A 33 kam es bereits mehrfach zu Falschfahrern. | © Sarah Jonek

Neues Teilstück Trotz aller Warnhinweise: Drei Gründe für die Geisterfahrten auf der A 33

Täglich tauchen Falschfahrer in den Verkehrsmeldungen auf. Auch auf der A 33 sind Autofahrer in der falschen Richtung unterwegs. Dafür gibt es drei mögliche Gründe.

Uwe Pollmeier
03.12.2019 | Stand 03.12.2019, 14:50 Uhr

Halle. „Ich kann mir das gar nicht erklären. Die Frau muss mit ihrem Auto ja eine richtige Kehrtwende gemacht haben", sagt Sven Johanning. Dem Pressesprecher von Straßen.NRW ist es schleierhaft, wie vor gut einer Woche eine 81-jährige Fordfahrerin am Freitagnachmittag bei guten Licht- und Sichtverhältnissen von der Anschlussstelle Alleestraße etwa sieben Kilometer lang auf der falschen Autobahnseite in Richtung Bielefeld unterwegs sein konnte. Es sei, so Johanning, fast nur möglich, die eigentliche Abfahrtsspur der aus Bielefeld kommenden Fahrzeuge als Auffahrtsspur zu nutzen, wenn man bereits verkehrt herum in den Kreisverkehr hineinfährt. „Sonst ist es doch kaum möglich, so scharf rechts abzubiegen", sagt Johanning, denn durch die Straßenführung und durch die Geometrie der Verkehrsinseln werden Autofahrer fast schon daran gehindert, falsche Straßen zu nutzen. „Zudem stehen ja überall Schilder", sagt Johanning und verweist auf die Hinweise mit dem roten Kreis und dem weißen Balken in der Mitte, die er umgangssprachlich als Spardose bezeichnet, die aber offiziell die Bezeichnung »Verkehrszeichen 267 – Einfahrverbot« haben. Drei Falschfahrten auf neuem Teilstück „Im Jahr 2018 kam es auf dem Teilstück der A 33 zwischen den Anschlussstellen Bielefeld-Zentrum und Halle zu insgesamt drei Falschfahrten", teilt Sarah Siedschlag, Pressesprecherin der für Autobahnen in der Region zuständigen Polizeibehörde in Bielefeld auf HK-Nachfrage mit. In einem Fall habe der Falschfahrer angehalten werden können. Zahlen aus 2019 liegen bisher noch nicht vor. „Unmittelbar nach den ersten Falschfahrten wurden jeweils durch die zuständige Straßenverkehrsbehörde in Zusammenarbeit mit Polizei und dem Straßenbaulastträger die Sachverhalte analysiert und Sofortmaßnahmen initiiert", sagt Siedschlag. Als Grund für die Falschfahrten sei unter anderem die möglicherweise schlecht erkennbare Beschilderung an den Anschlussstellen Künsebeck und Halle in Erwägung gezogen worden. „Daher wurden in der Folge die Sichtbarkeit der Beschilderung optimiert sowie die Fahrbahnmarkierungen noch eindeutiger gestaltet", sagt Siedschlag. Oft alte Menschen Konkrete Gründe für die auf der A 33 erfolgten Falschfahrten sind der Polizei nicht bekannt. „In der polizeilichen Praxis werden als Falschfahrer häufig Personen angetroffen, die aufgrund ihres Alters den Anforderungen des Straßenverkehrs nicht mehr uneingeschränkt gewachsen sind", erklärt Siedschlag. Zudem könnte Alkohol- und Drogeneinflüsse dazu führen. Die dritte Gruppe bilden die Personen, die in suizidaler Absicht gezielt falsch unterwegs sind. Verwirrungen können auch durch Navigationsgeräte entstehen. Verlässt man sich zu sehr auf die digitalen Helfer, könnte man etwa im Kreisverkehr an der Künsebecker Anschlussstelle den Hinweis „Nehmen Sie die nächste Ausfahrt" so wörtlich nehmen, dass man direkt die nächste Fahrbahn ansteuert und die Einfahrverbotsschilder ignoriert. Diese wäre dann aber die Ausfahrt von der Autobahn. Daher sollte man stets auch die Anzeige im Blick haben und nicht von der Spur abkommen. Und am besten auch immer mitdenken und dem Navi nicht zu sehr vertrauen, sonst könnte es gefährlich werden.

realisiert durch evolver group