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Packt an: Yannik Nuffer in einer seiner mobilen Küche.  - © Mareike Patock
Packt an: Yannik Nuffer in einer seiner mobilen Küche.  | © Mareike Patock

Yannik Nuffers erfolgreicher Plan B Corona Notfallplan beim Event-Catering in Enger

Als der Lockdown kam, wurden Volksfeste und große Feiern abgesagt. Yannik Nuffers Unternehmen hat das hart getroffen. Der Engeraner hat sich auf Event-Catering spezialisiert. Wie er sich mit neuen Konzepten über die Zeit gerettet hat.

André Blickensdorf
12.08.2020 | Stand 20.08.2020, 15:40 Uhr
Mareike Patock

Volksfeste, Firmenfeiern, Hochzeiten – Event-Catering ist Yannik Nuffers Geschäft. Normalerweise jedenfalls. Im Moment jedoch läuft auch bei ihm nichts mehr wie bisher. Das Corona-Virus hat auch seine Branche hart getroffen „Mitte März wurden alle Veranstaltungen abgesagt", erinnert sich der 28-Jährige. „Das war schon surreal." Aber: Der Unternehmer hat sich nicht unterkriegen lassen – und einen Plan B gestrickt. Oder besser: gleich mehrere.

Event-Catering während Corona

Seit 2013 ist der Engeraner mit seiner Firma für Event-Catering am Start. Auf Großveranstaltungen, wie zum Beispiel dem Kirschblütenfest in Enger, bietet er mit seinen mobilen Wagen Pizza, Flammkuchen oder Cocktails an. Auch beim „Carnival der Kulturen" in Bielefeld oder dem AStA-Festival in Paderborn ist er schon vertreten gewesen. Bei Sommerfesten oder Tagen der offenen Tür sorgt er ebenfalls dafür, dass sich die Gäste wohl fühlen – mit einem Full-Service-Angebot. Er liefert nicht nur das Essen, sondern stellt zum Beispiel auch das gesamte Equipment.

Erst im Herbst/Winter vergangenen Jahres hatte Nuffer ein neues Firmengelände an der Opferfeldstraße in Enger bezogen. In der großen Halle sollten eigentlich nur seine Wagen, mobilen Küchen und Equipment untergestellt werden. Als der Lockdown kam, war diese Halle jedoch entscheidend für seinen Plan B – denn kurzerhand richtete er hier einen Drive-in ein.

Als der Ansturm auf Lebensmittel in den Supermärkten begonnen habe, sei die erste Überlegung gewesen, in der Halle einen Drive-in mit den wichtigsten Einzelhandelsprodukten zu machen. Das jedoch sei ein logistisches Problem gewesen.

Biergarten und Essen auf Rädern als Plan B

Stattdessen entstand die Idee, nicht die Rohwaren, sondern fertiges Essen anzubieten. „Wir haben hier ja unsere mobilen Küchen", sagt der 28-Jährige. Seither rollen Autos durch Nuffers Halle. Anfangs regelmäßig, heute nur noch an bestimmten Tagen. Frisch vor Ort wird das Essen zubereitet und dann in den Kofferraum gestellt – kontaktlos.

Um sein Unternehmen über die Zeit zu retten, setzt Nuffer aber auch noch auf ein anderes Konzept: Er hat auf seinem Firmengelände, unter einer großen Linde, einen Biergarten aufgemacht. 100 Plätze hat der. Wenn er geöffnet ist, läuft parallel auch der Drive-in. „Aber vor allem konzentrieren wir uns jetzt auf den Biergarten."

Jeden Tag sei der geöffnet, bei trockenem Wetter. Sonntags gebe es auch einen Frühschoppen. Angenommen werde der Biergarten gut. „Bei schönem Wetter sind wir zufrieden", sagt Nuffer. Er habe schon viele Stammgäste gewonnen. Darunter viele Radler, die bei ihm Station machten.

Hatte sich der 28-Jährige zuvor nur auf Event-Catering für größere Veranstaltungen wie zum Beispiel Volksfeste oder Familien- und Firmenfeiern spezialisiert, bietet er heute auch einen Partyservice für kleinere Feiern ab zehn Gästen an – ein weiteres neues Standbein.

Neuer Azubi trotz Corona

Corona habe ihn gezwungen, sein Unternehmen neu aufzustellen. „Und das Modell hat uns bis jetzt über die Zeit geholt." Zwei Monate seien sie in 50 Prozent Kurzarbeit gegangen. „Aber seit Juni sind wir da wieder raus." Nur so wenig Kurzarbeit zu machen, das habe in der Event-Branche kaum jemand geschafft, sagt Nuffer. „Darauf bin ich ein bisschen stolz."

Seine festen Mitarbeiter hat er alle behalten. Und: Ab August kommt noch seine erste Auszubildende dazu, die bei ihm eine Lehre zur Veranstaltungskauffrau macht. Schon vor Corona sei das eingestielt worden und dabei bleibe es auch. Nuffer betont: „Alles oder nichts – entweder schaffen wir es alle oder keiner."

Wie es im Winter weitergehen soll, weiß er indes noch nicht genau. Den Biergarten dürfe er nur bis Anfang September betreiben, sagt er. „Aber ich habe schon Ideen für neue Geschäftszweige im Kopf."

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