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Open Innovation City

Bielefeld ist Deutschlands erste "Open Innovation City"

Was das bedeutet und wie es soweit kommen konnte, erklärt Dominik Gross von der Founders Foundation.

Monika Dütmeyer
22.02.2020 | Stand 24.08.2020, 12:19 Uhr
Dominik Gross: Er wollte eigentlich nur kurz in OWL bleiben. - © Founders Foundation
Dominik Gross: Er wollte eigentlich nur kurz in OWL bleiben.
| © Founders Foundation

Bielefeld. Man müsste mal, man sollte echt und jetzt mal wirklich! So oder so ähnlich versacken viele Ideen für Verbesserungen zusammen mit ihren Ideengeber an Theken und Stammtischen. Oder im Büro des Chefs, der die Idee vielleicht ganz gut, aber irgendwie „zu modern" findet. Für alle Menschen, die sich bislang „unerhört" fühlen, gibt es absolut gute Nachrichten.

Denn seit Juli 2019 ist Bielefeld Deutschlands erste Open Innovation City. Und das bedeutet: Ideen, wie in der Stadt etwas besser laufen könnte, sind offiziell willkommen. Menschen mit offenen Ohren dafür, kann man schon jetzt per Mail unter info@openinnovationcity.de erreichen. „Richtung Sommer" kann man sie auch persönlich ansprechen. Denn dann eröffnet in der Bielefelder Altstadt das bundesweit erste „Innovation Office", geplant ist auch eine Online-Plattform. Einer, der maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt ist, ist Dominik Gross. Seit rund zehn Jahren ist er einer von gut 330.000 Bielefeldern – obwohl er das so nicht geplant hatte.

„Eigentlich wollte ich nur für eine Weile bei der Bertelsmann-Stiftung arbeiten", sagt der aus Oldenburg stammende Ökonom und lacht. Doch er blieb, um die Founders Foundation von der ersten Idee über die Planung bis in die Wirklichkeit zu begleiten.

Der Ansatz, das Konzept auf eine Stadt zu übertragen, ist neu

An diesem Freitagnachmittag sitzt er dort im Club und trinkt eine Fruchtsaftschorle. Das ist nicht nur sein Arbeitsplatz, sondern auch die „größte Innovation", die er selbst in seinem Leben bislang mit auf den Weg gebracht hat.
Es ist das Glauben und Wissen, dass Ideen wahr werden können, die er in das Projekt Open Innovation City einbringt. Die Idee dazu hat er mit Vertretern des Pioneers Club, der Fachhochschule des Mittelstands und dem Verein OWL Maschinenbau entwickeln – als Antwort auf einen Ruf der Landesregierung aus Düsseldorf. Die war auf der Suche nach Einfällen, wie Nordrhein-Westfalen zu einer der innovativsten Wirtschaftsregionen in Europa werden kann.

Ursprünglich stammt das Open-Innovation-Konzept aus der Wirtschaft vom US-Wissenschaftler Henry Chesbrough. Neu ist aber der Ansatz, es auf eine Stadt zu übertragen. Die Menschen selbst sollen dabei wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen in „ihrer" Stadt anschieben.

„Alle" sind übrigens künftig im Innovation Office willkommen. „Es geht darum, Zukunft selbst zu gestalten und nicht gestaltet zu werden", sagt der 40-Jährige. Damit die Bielefelder auf vorbildliche Weise „ins Machen kommen" hat das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW eine Fördersumme von 5,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt – für die Förderdauer bis März 2023.

 "Hervorragender Standort für das Pilotprojekt"

Denn für Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart zeichne sich die Region durch eine starke Wirtschaft, eine ausgezeichnete Hochschullandschaft und eine wachsende Start-up-Kultur aus. „Das macht Bielefeld zu einem hervorragenden Standort für das Pilotprojekt", so der Landesminister.

Und zu einem Standort, an dem das „Man müsste mal, man sollte echt und jetzt mal wirklich!" an den Stammtischen und Theken vielleicht ein wenig leiser wird. „Wie wäre es stattdessen mit einem Workshop mit inspirierenden Menschen, einer Pizza und einem leckeren Getränk?", sagt Dominik. Dieses Angebot soll auch talentierte (noch) Nicht-Bielefelder anlocken. Vielleicht bleiben sie ja, so wie er.

Information
Schirmherr des Projektes ist Oberbürgermeister Pit Clausen. Das Konzept der Open Innovation City soll später auch auf andere Städte als White-Label-Lösung übertragen werden können. Damit das gelingt, übernimmt die Fachhochschule des Mittelstands die wissenschaftliche Begleitung.
Noch mehr Infos zum Projekt, übers Team und wie man mitmachen kann unter openinnovationcity.de

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