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Zahlreiche Journalisten verfolgten den Bosseborn-Prozess im Landgericht Paderborn. - © Wilfried Hiegemann
Zahlreiche Journalisten verfolgten den Bosseborn-Prozess im Landgericht Paderborn. | © Wilfried Hiegemann

Paderborn/Höxter Reporterin über Bosseborn-Prozess: "Das, was wir hörten, war unerträglich"

Wie erlebt eine Gerichtsreporterin einen zwei Jahre dauernden Prozess? NW-Reporterin Jutta Steinmetz über ihren persönlichen Blick auf die Ereignisse

Björn Vahle
03.10.2018 | Stand 03.10.2018, 08:59 Uhr

Sie haben Angelika und Wilfried W. zwei Jahre erlebt: Was sind das für Menschen?
Jutta Steinmetz: Das ist eine schwierige Frage. Als Gerichtsreporterin sitzt man im Prozess und hört nur zu. Man darf keine Fragen stellen, die einem unter den Nägeln brennen. Deshalb kann man nur einen sehr kleinen Ausschnitt erfassen. Aber man bekommt natürlich schon einen Eindruck, gerade nach so langer Zeit. Mitleidslos und unfähig zur Empathie, so möchte ich beide Angeklagten beschreiben. Während Wilfried W. darum bemüht ist, nicht aufzufallen, ist Angelika W. ganz anders. Sie agierte auch im Gericht, bei den Befragungen - ganz gleich, wer die Fragen stellte - stets sehr selbstbewusst. Es war ihr daran gelegen, die Szene zu beherrschen und im Griff zu behalten. Sie konnte in jeder Sitzung die aktuelle Stimmung im Gerichtssaal sehr gut erfassen. Oft hatte ich den Eindruck, dass sie diejenigen durchschaute, die ihr Fragen stellten. Sie hat dann entsprechend reagiert. Ich glaube, sie gehört zu den Menschen, die immer das letzte Wort haben müssen.

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