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Paderborn Zwei Brüder mit Sinn für christliche Kunst

Familiengeschichte: Die Mündeleins prägten zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Kirchenbau

Jochem Schulze
13.08.2018 | Stand 13.08.2018, 14:33 Uhr

Paderborn. Vergangene Woche hat die NW über die beschädigte Madonna im Innenhof der Theologischen Fakultät berichtet. Die Marienfigur ist ein Werk des Bildhauers Ferdinand Mündelein (1861 - 1933). In dem Text wird auch Ferdinands älterer Bruder Franz erwähnt. Nach diesem Sproß der Paderborner Handwerker- und Künstlerfamilie ist sofort gefragt worden.

Tatsächlich hat Franz Mündelein (1857 - 1926) im gesamten Bistum, aber besonders auch im Paderborner Kreisgebiet, viele sichtbare Spuren hinterlassen. Nach seiner Architekturprüfung arbeitete er von 1876 bis 1890 beim Diözesan- und Dombaumeister Arnold Güldenpfennig. Später machte er sich im Bereich des Kirchenbaus selbstständig und wurde zu einem gefragten Baumeister.

In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts errichtete Mündelein die Liboriuskapelle in Salzkotten (1902), die Laurentiuskirche in Nordborchen (1903), die Heilig-Kreuz-Kirche in Altenbeken (1905), St. Petrus und Paulus in Scharmede (1906), St. Walburga in Alfen (1907), die Aloisius-Kapelle in Eickhoff (1909), St. Philippus Neri in Holsen (1910) und St. Antonius (1912) in Ahden. Immer wieder holte er dabei auch seinen jüngeren Bruder mit ins Boot. Zum Bau der höchst repräsentativen Pfarrkirche St. Maria Magdalena (1912) im sauerländischen Padberg steuerte Ferdinand die Innenausstattung mit Hochaltar, Beichtstuhl und Pieta bei.

Ein Cousin der Mündeleins ist auf einem anderen Kontinent als großer Bauherr bekannt. George Mundelein (1872 - 1939), dessen Großvater Franz Theodor aus Paderborn in die USA ausgewandert war und bald das "ü" in ein "u" umtauschte, ließ als Erzbischof von Chicago im Städtchen Area die University of Saint Mary of the Lake errichten. Im Jahr 1924 wurde der Ort im Bundesstaat Illinois zu Ehren des Würdenträgers in Mundelein umbenannt. Der ehemalige NW-Redakteur Wolfgang Stüken hat in den vergangenen Jahren mit mehreren Vorträgen die Erinnerung an den Kirchenmann wach gehalten.

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