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An ihrem zweiten Geburtstag verschwand Katrice Lee in Paderborn. - © phil_wels
An ihrem zweiten Geburtstag verschwand Katrice Lee in Paderborn. | © phil_wels

Paderborn/Swindon Neue Entwicklungen im Fall der 1981 in Paderborn verschwundenen Katrice Lee

Ein Mann wurde vorübergehend festgenommen, außerdem gab es Ausgrabungen im englischen Swindon

Marc Schröder
25.09.2019 | Stand 25.09.2019, 14:41 Uhr
Holger Kosbab

Birger Berbüsse

Paderborn/Swindon. Im Fall der seit 1981 vermissten Katrice Lee gibt es offenbar neue Entwicklungen. Anfang der Woche gab es im Zusammenhang mit dem Fall eine Festnahme durch die Militärpolizei (MP) im südwestenglischen Swindon. Der am Montag festgenommene Ex-Militärangehörige ist mittlerweile aber wieder auf freiem Fuß, wie ein Sprecher der Militärpolizei inzwischen bestätigt hat. Die Militärpolizei halte die Familie des Mädchens über die Entwicklungen auf dem Laufenden, will aber keine weiteren Details bekannt geben. Seit 1981 fehlt von Katrice jede Spur Seitdem Katrice an ihrem zweiten Geburtstag am 28. November 1981 in der Nähe des NAAFI-Supermarktes in Schloß Neuhaus verschwunden war, fehlt von ihr jede Spur. Die britischen Behörden haben den Fall aber seit 2017 wieder untersucht, unter anderem, da im Jahr 2012 Ermittlungspannen bekannt geworden waren. Der Vater Richard Lee hat die Suche nach seiner Tochter nie aufgegeben. Mit der Wiederaufnahme der Ermittlungen hat die britische MP unter dem Namen „Operation Bute" im Frühjahr 2018 Grabungen und forensische Untersuchungen an der Alme neben der Benteler-Arena durchgeführt. Gegraben wurde dort aufgrund eines Hinweises. Zuvor hatten die Behörden ein Phantombild veröffentlicht, das zeigt wie Katrice Lee als Erwachsene aussehen könnte. Nachdem Katrice an ihrem zweiten Geburtstag in einem Lebensmittelgeschäft der britischen Armee in Paderborn verschwunden war, hatte jemand am nächsten Tag auf der Brücke über die Alme ein grünes Auto gesehen. Ein Auto wie jenes, in das damals am Lebensmittelmarkt der mögliche Entführer gestiegen sein soll, mit einem Kind, das so aussah wie Katrice. Die Grabungen blieben jedoch erfolglos. Am Mittwoch vermeldete unter anderen die BBC, dass es am Montag im Zusammenhang mit dem Fall eine Festnahme in der englischen Stadt Swindon gegeben habe. Zudem sei der Garten eines Wohnkomplexes durchsucht und Grabungsarbeiten durchgeführt worden. Vater kritisiert Militärpolizei seit Langem Erst durch die Grabungen in Paderborn begegnete der Vater Richard Lee den heutigen Ermittlern mit einem positiven Gefühl. Auch wenn er die Richtung der Ermittlungen nicht bestimmen könne. Zuvor hatte er das Vorgehen im November 1981 kritisiert: Da die britischen Ermittler davon ausgingen, dass Katrice in die Lippe gefallen sei, wurden keine anderen Spuren verfolgt. Für Lee sei da alles verbockt worden, wodurch sein Verhältnis zur Militärpolizei angespannt war. Als er zu den Grabungen zweimal aus dem britischen Hartlepool nach Paderborn reiste, betonte er mehrfach, wie fest er davon überzeugt sei, dass Katrice, die heute 40Jahre alt wäre, zwar entführt worden sei, aber irgendwo lebe.

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