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Zusätzlich zum Integrationspreis, Bürgerpreis und Kulturpreis gibt's künftig auch den Heimatpreis der Stadt Paderborn. - © Björn Leisten
Zusätzlich zum Integrationspreis, Bürgerpreis und Kulturpreis gibt's künftig auch den Heimatpreis der Stadt Paderborn. | © Björn Leisten

Paderborn Paderborn vergibt künftig einen Heimatpreis

Auch wenn das Land zahlt: Für den Vorschlag gibt es im Stadtrat viel Gegenwind.

Holger Kosbab
14.07.2019 | Stand 13.07.2019, 12:30 Uhr

Paderborn. Integrationspreis, Bürgerpreis, Kulturpreis: All diese Auszeichnungen verleiht die Stadt Paderborn regelmäßig. Künftig kommt mit dem Heimatpreis eine weitere Ehrung hinzu. Mit den Stimmen von CDU, Johannes-Willi Knaup (LKR) und Stephan Hoppe (FÜR Paderborn) wurde im Stadtrat mehrheitlich beschlossen, die Voraussetzungen und Richtlinien zu schaffen. Allerdings gab es auch viel Gegenwind für den Antrag der CDU. Heimat ist ein Modethema. Mit Fördergeldern ermöglicht das NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung künftig, mit Geld dotierte Heimatpreise zu vergeben. Damit sollen Maßnahmen unterstützt werden, die auf eine Identifikation mit der Stadt oder Region zielen. Für eine Kommune wie Paderborn sind es 5.000 Euro, der Kreis Paderborn – er hatte bereits beschlossen, einen Heimatpreis zu vergeben – bekommt 10.000 Euro. Erhalten sollen die Ehrung Paderborner Personen, Vereine, Verbände oder andere Institutionen, die sich durch besonderes Engagement im Bereich Heimat auszeichnen. Zugleich soll das Ehrenamt gestärkt werden. Bekommt bald jeder irgendeinen Preis? Manfred Krugmann (SPD) sieht die Gefahr, einer „beliebigen Ausweitung von Preisauslobungen". Es könne nicht sein, „dass jeder mal irgendeinen Preis bekomme". Sascha Pöppe (FDP) befürchtet ebenfalls eine „Verwässerung der Würdenträger" durch die Vielzahl an Preisen. Sabine Kramm (Grüne) wünschte sich bei der Preisvergabe eine aktive Auseinandersetzung mit dem Bestehenden. Enthalte der Preis auch Anteile aus den Bereichen Soziales und Integration sei er durchaus begrüßenswert. Gegenüber der beabsichtigten Form müsse der Preis einen anderen Charakter haben. Roswitha Köllner (Linksfraktion/Offene Liste) befürchtet, dass mit dem Preis nach einer weiteren Auszeichnungsmöglichkeit für Schützen gesucht werde. An die Schützen habe er, ob dies geglaubt werde oder nicht, „am allerwenigsten gedacht", sagte Michael Pavlicic in seiner Antragsbegründung für die CDU. Doch gäbe es vom Land Fördergelder, dann sollte die Möglichkeit zur Verleihung eines solches Preises genutzt werden. "Nur weil die Stadt Geld bekommt" Einen Heimatpreis verleihen, nur weil die Stadt dafür Geld bekomme: „Das entlarvt sich selbst", sagte Hartmut Hüttemann (FBI Freie Wähler). Wenn schon, dann müsse eine solche Auszeichnung aus dem Bedürfnis der Paderborner heraus vergeben werden. Krugmanns Vorschlag, zu prüfen, ob der Bürgerpreis durch das Geld finanziert werden könne, fand ebenso wenig eine Mehrheit wie eine Idee des Kulturdezernenten Carsten Venherm. Er hatte angeregt, das Geld möglicherweise für das Projekt „Heimatwerkstatt" zu nutzen. Zwei Initiativen hätten Interesse an der Teilnahme. Um in den Genuss einer 90.000-Euro-Förderung zu kommen, müssten sie jedoch 10.000 Euro selbst stemmen.

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