0
Ein bis zwei Gebäude in der Alanbrooke-Kaserne könnten künftig Raum bieten für Akteure der freien Kunst- und Kreativszene. - © Holger Kosbab
Ein bis zwei Gebäude in der Alanbrooke-Kaserne könnten künftig Raum bieten für Akteure der freien Kunst- und Kreativszene. | © Holger Kosbab

Paderborn Paderborner Alanbrooke-Kaserne soll Kulturquartier werden

In ein oder zwei Gebäuden sind Räume für die Kreativwirtschaft vorgesehen

Holger Kosbab
13.07.2019 | Stand 12.07.2019, 20:07 Uhr

Paderborn. Urbanität trifft Historie: Die denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Alanbrooke-Kaserne im Riemekeviertel sind das Gesicht der Konversion in Paderborn. In Zukunft könnten sie auch zu einem Hot Spot der Paderborner Kreativ- und Kulturszene werden. Ein entsprechendes Konzept lässt die Stadtplanung derzeit durch die Stadtteilgenossenschaft Inwest aus Dortmund erstellen und wurde in ersten Zügen im Kulturausschuss des Stadtrats vorgestellt. Mit dem Entwurf für ein oder zwei der prägnanten Bauten möchte sich die Stadt Paderborn um eine Förderung als „Nationales Projekt des Städtebaus" bewerben. So wie sie es bereits bei der Neugestaltung des mittleren Paderquellgebiets erfolgreich gemacht hat. Die Kreativszene hat großes Interesse. "Das unterstützen wir auf ganzer Linie", sagte Jan Bargfrede, Vorstandssprecher der Paderborner Kreaturen auf nw.de-Anfrage. Schon bei frühen Bürgerbeteiligungen zu Alanbrooke sei deutlich geworden, dass die Paderborner "einen Ort mit kulturellem Spirit" wünschten. So wie das Hafenviertel in Münster, wo der kreative Geist sichtbar werde. Im Vergleich zur Event bezogenen Kultur in Paderborn könne Alanbrooke zu einem "Kristallisationspunkt werden, den es so bisher nicht gibt", sagte Bargfrede. Ein Ort, zu dem der Paderborner geht, weil er einfach cool sei und Potenzial biete für das New Yorker Modell: Dass sich ein Kreativer in ein Café setzt und für einen bestellten Kaffee zweieinhalb Stunden ein freies W-Lan nutzen kann. Mit aufgeklapptem Laptop sei es dann "sichtbare Kreativität", so Bargfrede, der wie andere Kreative von Inwest interviewt wurde. 30 Vertreter der Kreativszene werden interviewt Um den Bedarf für ein Kulturquartier zu ermitteln, werden von Inwest Interviews mit 30 Vertretern der Kreativszene aus einem Umkreis von 20 Kilometern geführt. "Grundsätzlich stoßen wir hier auf sehr offene Ohren", sagte Michael Heinze vom Institut für Raumforschung & Immobilienwirtschaft, das das Alanbrooke-Kulturquartier-Konzept zusammen mit der Inwest entwickelt. Analysiert werden vor allem der Bedarf und eine mögliche Nutzung der zum Teil sehr verbauten Gebäude. Ein Zwischenbericht ist für September geplant. Das fertige Konzept soll im November vorgestellt werden mit den Ergebnissen der Umfrage und der Machbarkeitsstudie, Vorschlägen zur Raumnutzung und Beteiligung der Zielgruppen oder auch zur Betreiber-, Organisations- und Rechtsform - etwa als Genossenschaft. Auch die Berechnung der Umbaukosten für die Kalkulation einer späteren Miete steht auf dem Plan. Später folgt die Wirkungsmessung: Wie erfolgreich läuft der Standort? Die Leute sollen in Paderborn gehalten werden Paderborns Technische Beigeordnete Claudia Warnecke sagte, dass man herausfinden werde, ob es für das Vorhaben eine tragfähige Basis gebe. Manfred Krugmann (SPD) ist sich sicher, dass der Bedarf vorhanden sei. Dies hätten die bisherigen XO-Talks zu den Stadtentwicklung, Kultur- und Kreativwirtschaft gezeigt. Stefan Schwan (Grüne) sähe es als spannend an, Kreative aus anderen Teilen Deutschlands anzuziehen oder auch international Aktive. Der Ansatz sei an anderer, wie Heinze erklärte: Es gehe darum, ein Angebot für junge Leute und Start-ups zu schaffen, um diese in Paderborn zu halten. "Wir haben uns schon vor einem Jahr mit verschiedenen Akteuren zusammengesetzt und überlegt, was man da machen kann", sagte Alexandra Sucrow, Vorsitzende des Kunstvereins Paderborn, auf nw.de-Anfrage. Aus Sicht der Stadt wäre Alanbrooke ein perfekter Standort für den Verein, dessen Mietvertrag an der Westernstraße im Dezember endet, sagte Sucrow. Sie würde zwar gerne im Zentrum bleiben, ein Kulturquartier biete jedoch den Vorteil des Zusammenspiels mit anderen Kreativen. Deshalb werde der Kunstverein "hoffentlich in die Planung einbezogen".

realisiert durch evolver group