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Die Spitze des PBSV: Rüdiger Uhle (v.l.), Peter Disselnmeyer, Schützenkönig Ralf Brinkmann, Jürgen Lutter, Frank Langenhorst, Thomas Spieker, Bernd Zengerling und Christian Lüke. - © Birger Berbüsse
Die Spitze des PBSV: Rüdiger Uhle (v.l.), Peter Disselnmeyer, Schützenkönig Ralf Brinkmann, Jürgen Lutter, Frank Langenhorst, Thomas Spieker, Bernd Zengerling und Christian Lüke. | © Birger Berbüsse

Paderborn Das Paderborner Schützenfest wird europäisch

Vom 12. bis 15. Juli wird auf dem Schützenplatz gefeiert. Dabei will der Verein ein ganz besonderes Zeichen setzen

Birger Berbüsse
04.07.2019 | Stand 03.07.2019, 17:43 Uhr

Paderborn. Ein Zeichen setzen in schwierigen Zeiten: Das wollen die Paderborner Schützen bei ihrem 162. Schützenfest. Die Feierlichkeiten vom 12. bis 15. Juli sollen ganz im Zeichen Europas stehen. Das reicht von kleinen Dingen bis zum ganz großen Auftritt. Schon im vergangenen Jahr hatte der Vorstand des Paderborner Bürger-Schützenvereins (PBSV) als Jahresmotto "Paderborner Schützen - mitten in Europa" gewählt. "Weil uns das Thema als Bürger einer Stadt mit europäischen Wurzeln sehr am Herzen liegt", sagt Oberst Thomas Spieker zur Begründung. Aus der Bevölkerung habe es dazu reichlich positive Rückmeldungen gegeben. "Die Paderborner gehen bei dem Thema mit, es ist ihnen wichtig", berichtet er. Deshalb habe es der Vorstand als Aufgabe angesehen, das Thema auch beim "größten Schützenfest der Region" umzusetzen. Gemeinsames Singen der Europahymne Gleich beim Zapfenstreich am Freitagabend wird es wohl den emotionalsten Moment geben. Dann wollen die Schützen vor dem Rathaus nach dem traditionellen Singen der Nationalhymne gemeinsam mit den erwarteten 2.000 Zuschauern auch die Europahymne anstimmen. Dazu werden extra Liedzettel verteilt, die musikalische Begleitung kommt vom Blasorchester Lichtenau. "Wir könnten in Paderborn die größte Gemeinschaft sein, die die Europahymne singt", hofft Oberst Spieker. Dem akustischen Symbol der Europa-Verbundenheit folgen mehrere visuelle. So soll auf dem Schützenplatz in diesem Jahr auch die Europaflagge gehisst werden. Außerdem prangen die bekannten gelben Sterne auf blauem Grund auch auf den diesjährigen Bierdeckeln - natürlich zusammen mit dem PBSV-Wappen und dem Jahresmotto. Flagge und Wappen vereint gibt es auch als kleinen Anstecker zu erwerben. Spieker hofft, dass möglichst viele Schützen und Festbesucher dem nachkommen und so ihr individuelles Zeichen für Europa setzen. In dieser Kompanie müssen sich die Gäste umgewöhnen Auch in den Kompanien wird das Thema eine Rolle spielen, Details wollten die Hauptleute beim Pressegespräch jedoch noch nicht nennen. Lediglich Maspern-Hauptmann Christian Lüke verriet, dass der diesjährige Bierorden seiner Kompanie auch Bezug zu Europa nimmt. "Den Orden wollen wir dem langjährigen Europaparlamentarier Elmar Brok widmen", so Lüke. In den Kompanien des 4.300 Mitglieder starken Vereins soll das ganze Festwochenende wie gewohnt kräftig und gesellig gefeiert werden. Umgewöhnen müssen sich dabei allerdings die Besucher der Western-Baude, wo die Führungsriege um den neuen Hauptmann Rüdiger Uhle einige Veränderungen im Aufbau und der Dekoration vorgenommen hat. Einheitlich hingegen sollen die Biergläser sein. Dafür hat der Verein extra neue angeschafft, die das Vereinswappen tragen, und natürlich in jeder Kompanie zurück genommen werden. Die Preise für das an diesem Wochenende stets reichlich konsumierte Getränk bleiben unverändert (1,20 Euro im Vorverkauf, 1,50 Euro auf dem Platz). Munition "mit etwas mehr Bumms" Eine bedeutsame und publikums- wie schützenfreundliche Änderung ist hingegen beim Vogelschießen zu erwarten. Nachdem sich die Entscheidung aufgrund fehlender Durchschlagskraft der Gewehrkugeln im Vorjahr quälend lang hinzog, soll der neue König diesmal wieder flotter gekrönt werden. Dabei helfen soll Munition "mit etwas mehr Bumms", wie es die Schützen formulieren. Der Vogel, der mit diesen Flintenlaufgeschossen des Kalibers 16/76 zur Strecke gebracht werden soll, hat in etwa die Ausmaße des guten Stücks im Vorjahr. 94 Zentimeter hoch, 128,8 Zentimeter Flügelspannweite und 30,8 Zentimeter breit ist der Adler, den Reinhard Hepers wieder mit seinem Sohn Leonhard in 40-stündiger Feinarbeit gebaut hat. Mit 11,5 Kilogramm ist er jedoch deutlich leichter als die massigen 18,5 Kilogramm Lindenholz, die 2018 bearbeitet werden mussten, bis Ralf Brinkmann den Vogel erlegt hatte. Wie lange es am Montagnachmittag dauert, bis der Mann an der Seite von Schützenkönigin Jana Mirk feststeht, ist zwar noch nicht klar. Fest steht aber, dass es morgens beim launigen Schützenfrühstück so einiges zum Lachen geben dürfte. "Schließlich gibt es derzeit in Paderborn genug Themen, über die es sich lohnt, zu frotzeln", sagt Oberst Spieker.

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