0
Das neue Kundenschulungszentrum von Enercon hat Anfang September in Lichtenau eröffnet. Vor dem Eingang steht eine Gondel vom Typ E 126. - © Jens Reddeker
Das neue Kundenschulungszentrum von Enercon hat Anfang September in Lichtenau eröffnet. Vor dem Eingang steht eine Gondel vom Typ E 126. | © Jens Reddeker

Lichtenau Lichtenau macht aus der Energiewende eine Besucher-Attraktion

In der Stadt soll dank EU-Fördermitteln bald eine Tour buchbar sein, die Gästen zeigt, wieso die Kommune ihren Beinamen trägt

Jens Reddeker
26.11.2019 | Stand 26.11.2019, 15:10 Uhr

Lichtenau. Seinen Ruf als Energiestadt will Lichtenau im nächsten Jahr für Besucher erlebbar und buchbar machen. Mit der so genannten "Energie Land Lichtenau Erlebnistour" wollen Klimaschutzmanager Günter Voß und Tourismus-Chef Matthias Preißler ein Angebot schaffen, das nach ihren Angaben schon jetzt zahlreich nachgefragt werde. Im Umweltausschuss gab es einhellige Zustimmung zum Projekt. Im Gespräch mit der NW erläutert Voß, dass jährlich rund 25 Anfragen bei der Stadt eintrudeln. Darin wünschten sich Vereine, Institutionen, Schulen und andere Gruppen eine Tour durchs Lichtenauer Stadtgebiet, um mehr zu erfahren über die Erzeugung regenerativer Energien. Auf kurzem Dienstweg konnte er bislang ungefähr die Hälfte davon umsetzen. Mit einem Augenzwinkern sagt er: "Wir sind der ideale Standort für Städter, die sehen wollen, wo die Energiewende gemacht wird." Nun sollen 64.000 Euro für die Erstellung einer fachlich-touristischen Route aus EU-Fördermitteln des EFRE-Projekts kommen. Die Förder-Zusage erhofft sich Voß am 5. Dezember. Für die Co-Finanzierung stehen bereits Zusagen der Stadtwerke Lichtenau und der Bürger-Energiestiftung. Beide wollen jeweils 17.000 Euro übernehmen. Angeschafft werden sollen von dem Geld ein Bulli und ein Kleinwagen mit Elektroantrieb. Sie können Gruppen von Station zu Station befördern. Vorausblick auf den Klimacampus Zum online buchbaren Programm gehören sollen das Technologiezentrum Lichtenau, das Wasserwerk in Herbram, das Klärwerk in Grundsteinheim, Photovoltaikanlagen auf einer Freifläche und im Naturbad Atteln, die Holzhackschnitzel-Heizwerk in Herbram-Wald und das Schulungszentrum des Windradherstellers Enercon in Lichtenau. "In zwei Jahren kann dann auch der Klimacampus dazukommen", blickt Voß schon auf die Zeit nach dem Umbau der Realschule. Das Projekt ist zunächst auf fünf Jahre ausgerichtet. Während dieser Zeit würde die Stadtkasse mit jährlich 1.500 Euro für Instandhaltung von Ausstellungsexponaten, Wartung der E-Fahrzeuge und allgemeine Kosten belastet. Schon im Sommer könnten die ersten gebuchten Gruppen auf Tour gehen, profitieren könnte auch die örtliche Gastronomie.

realisiert durch evolver group