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Gewerbegebiet Flughafen Büren-Ahden - © Johannes Büttner
Gewerbegebiet Flughafen Büren-Ahden | © Johannes Büttner

Büren Trotz Kritik: Bürener Bauausschuss gibt Grünes Licht für Chefs Culinar

Der Bürener Bauausschuss räumt mit seinem Ja zu einem Bebauungsplan die erste Hürde für das Unternehmen aus dem Weg

Marco Schreiber
05.04.2019 | Stand 05.04.2019, 07:55 Uhr

Büren. Mit großer Mehrheit stimmte der Bürener Bauausschuss am Mittwochabend der Aufstellung eines Bebauungsplanes zu, der dem Unternehmen Chefs Culinar die Ansiedlung im Bürener Ortsteil Ahden ermöglichen soll. Zum ersten Mal sprachen Kommunalpolitiker bei einer Sondersitzung des Gremiums öffentlich über die Pläne des europaweit agierenden Lebensmittel-Großhändlers, die in der vergangenen Woche bekannt geworden waren. Chefs Culinar soll eine 120.000 Quadratmeter große Fläche südlich des Hellwegs in Ahden für ein Zentrallager bereitgestellt werden. Über den dafür notwendigen Flächentausch beriet der Stadtrat bereits in nichtöffentliche Sitzung. Im aktuellen Flächennutzungsplan sei dort noch eine landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen, sagte Bauamtsleiterin Marita Krause. Der Regionalplan erlaube jedoch eine gewerbliche Nutzung. Deshalb könne der Flächennutzungsplan geändert werden. Dem notwendigen Verfahren stimmte der Bauausschuss ebenfalls mit einer Gegenstimme zu. Als nächstes muss der Stadtrat über das Vorhaben befinden. Noch keine Verträge unterzeichnet Die vorherige Diskussion nutzt der CDU-Fraktionsvorsitzende Joachim Finke für grundsätzliche Worte. Man befinde sich am Anfang eines weiten Weges, "um das Vorhaben mit Genehmigungen zu versehen". Wichtig sei nun, die Anwohner zu beteiligen. "Wir werden die Ahdener Bevölkerung einbeziehen", verspricht Finke. Er schlägt in diesem Zusammenhang eine Betriebsbesichtigung von Chefs Culinar in Weeze vor. Einige Bürener Delegierte seien bereits dort gewesen. Reinhold Zühlke von den Grünen lehnt die Pläne des Unternehmens in Bausch und Bogen ab, was ihm lauten Beifall von der gut besetzten Zuschauertribüne einbringt. Hier werde ein Prestigeobjekt übers Knie gebrochen, "ohne auf die Belange der Ahdener einzugehen", sagt Zühlke. Dem Rathaus wirft er Heuchelei vor, das Vorhaben sei bereits "im Vorfeld festgeklopft" worden. Man habe die Öffentlichkeit "bewusst als störende Beeinträchtigung aussortiert". Bürgermeister Burkhard Schwuchow verwehrt sich gegen diese Vorwürfe. Es gebe keine fertigen Verträge. "Das ist nicht richtig", sagt er. Man halte sich genau an die Vorgaben der Gemeindeordnung und diskutiere öffentlich über die Einleitung des Bauleitverfahrens, "um die Bürgerbeteiligung vorzunehmen". Die Zuhörer aus Ahden sind von dem Abstimmungsergebnis wenig überrascht. Man habe es genau so erwartet, sagt Ortsvorsteher Rainer Fischer. Am Freitag will sich der Ahdener Dorfrat mit den Plänen von Chefs Culinar beschäftigen. Die Sondersitzung beginnt um 19.30 Uhr.

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