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In diesem Haus in Borchen hat sich die Bluttat am Wochenende ereignet. - © Julia Lichtnecker
In diesem Haus in Borchen hat sich die Bluttat am Wochenende ereignet. | © Julia Lichtnecker

Borchen/Paderborn Verdächtiger der Bluttat von Borchen schweigt

Der Mann soll seine 76-jährige Schwiegermutter getötet haben. Er wurde in Nürnberg verhaftet.

Martin Fröhlich
24.09.2019 | Stand 27.09.2019, 15:20 Uhr

Borchen. Die Tat hat wohl ganz Borchen erschüttert: Eine 76-jährige Rentnerin aus dem Triftweg ist am Wochenende getötet worden. Was den Vorfall besonders dramatisch macht - der Täter soll ihr Schwiegersohn (53) sein. Die Polizei hat jetzt erste Ergebnisse der Ermittlungen bekannt gegeben.

Die Ermittler der Bielefelder Mordkommission sehen nach der Obduktion als gesichert an, dass die Frau durch "Fremdeinwirkung" ums Leben kam, wie es in Polizeisprache heißt. Weitere Details wollten die Beamten nach der Untersuchung der Toten durch die Rechtsmediziner aus ermittlungstaktischen Gründen jedoch nicht nennen. Zumindest kenne man nun den Todeszeitpunkt, wolle diesen aber noch nicht öffentlich machen.

Die Polizei hat die Haustür des Gebäudes am Triftweg versiegelt. - © Julia Lichtnecker
Die Polizei hat die Haustür des Gebäudes am Triftweg versiegelt. | © Julia Lichtnecker

Am Sonntagabend hatte die Schwiegertochter der Borchenerin sich Sorgen gemacht. Sie konnte die Schwiegermutter, die seit 2013 verwitwet war, nicht erreichen und niemand öffnete im Haus am Triftweg die Tür. Sie rief in ihrer Not die Feuerwehr zu Hilfe. Die fand schließlich die Leiche. Auffällig war schon zu diesem Zeitpunkt, dass die Tochter der Frau und ihr Ehemann, die mit im Haus leben, nicht aufzufinden waren. Laut den Ermittlern deuten aber Spuren am Tatort daraufhin, dass der Schwiegersohn der Täter ist.

Die Flucht endet fatal

Das Paar befand sich zu diesem Zeitpunkt längst im 380 Kilometer entfernten Nürnberg, doch die offenkundige Flucht endete fatal. Die beiden waren bereits am Sonntagmorgen, also mehrere Stunden bevor die Leiche gefunden wurde, in einen schweren Auffahrunfall auf der A 3 an der Anschlussstelle Nürnberg-Bord verwickelt. Bei dem Unfall an sich, bei dem ein 75-Jähriger ums Leben kam, wurden sie zunächst nicht verletzt. Doch die Ehefrau sprang plötzlich aus dem Wagen, kletterte über die Leitplanke und rannte auf die Gegenfahrbahn. Dort wurde sie von einem Wagen erfasst und schwer verletzt. Ob sie aus dem Wagen ihres Mannes geflüchtet ist, ist vollkommen unklar. Auch die beiden Hunde des Paares sollen sich im Auto befunden haben.

Der Verdächtige sitzt in Nürnberg in U-Haft

Die Frau wurde mit einem Hubschrauber ins Nürnberger Südklinikum geflogen. Ihr Mann nahm sich demnach ein Hotelzimmer in der Nähe. Dort wurde er in der Nacht von einem Sondereinsatzkommando der Polizei aufgespürt und festgenommen. Er sitzt in Nürnberg in U-Haft.  Er hat sich laut Polizei einen Anwalt genommen. Ob er nach Ostwestfalen überstellt wird und wann, ist nach Informationen von nw.de derzeit noch offen. Bei dem Verdächtigen handelt es sich Informationen von nw.de zufolge um einen Tierarzt, der beim Kreis Paderborn angestellt ist.

Er war 2014 in TV-Sendungen auf dem Sender Vox zu sehen. Dort setzte er sich für Tierschutz ein. Die Paderborner Kreisverwaltung wollte zu dem Vorfall keine Stellungnahme abgeben. Auf die Spur kam ihm die Polizei nur deshalb so schnell, weil er in den Unfall auf der A3 verwickelt war. Als seine Personalien später überprüft wurden, kam heraus, dass der Mann zur Fahndung ausgeschrieben war.

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