In ihrem Element: Regine Brinkmann schätzt die Gespräche mit Kunden am Grill in ihrem Imbisswagen auf dem Blasheimer Dorfplatz. - © Sandra Spieker
In ihrem Element: Regine Brinkmann schätzt die Gespräche mit Kunden am Grill in ihrem Imbisswagen auf dem Blasheimer Dorfplatz. | © Sandra Spieker

Lübbecke So geht es weiter auf dem Blasheimer Dorfplatz

Angesichts des Aus für den Hofladen samt Postfiliale sucht Regine Brinkmann nun nach einer Nachfolge.

Sandra Spieker
09.07.2019 | Stand 08.07.2019, 16:20 Uhr

Lübbecke-Blasheim. Hier kennt man sich, hier trifft man sich – bei einer Bratwurst, Pommes oder einer Flasche Bier. Hier sind Neuigkeiten aus dem Ort Thema, aber auch die ganz große Politik. Geschäftsleute, Biker, Rentner, Mütter mit Kindern, sie alle essen bei Regine Brinkmann „Up’n Blasheimer Dorfplatz" gern mal eine Wurst. Auch, weil die 62-Jährige ihren Job gern macht. Die soziale Komponente ist ihr wichtig. Sie steht mit viel Herzblut am Grill in der Imbissbude an der B 65, Tag für Tag – außer sonntags. Ebenso mit Herzblut hat sie dort den Dorfplatz mit Hofladen zum Leben erweckt, aufgebaut und den Laden später vermietet. Dass das Geschäft samt Postfiliale nun zum 15. Juli schließt, ist ein Rückschlag. Aber es soll weitergehen auf dem Blasheimer Dorfplatz, sagt Regine Brinkmann. Am Anfang war es ein normales Bauernhaus an der Hauptstraße 102, in dem einst eine Bäckerei ansässig war. Innerhalb von wenigen Wochen hat Regine Brinkmann das Gebäude an der Hauptstraße umgebaut, viel Geld hineingesteckt. Im Mai 2007 konnte sie den Tante-Emma-Laden, die „Stöber-Deele" und die Postagentur eröffnen. Später kam nebenan eine Filiale der Bäckerei Spilker hinzu. 2007 Tante-Emma-Laden eröffnet Wichtig war es Regine Brinkmann immer, heimische Anbieter zu präsentieren. Sie, die sich selbst als „Labertasche", „kritisch" und „kreativ" bezeichnet, wollte mit dem Projekt „Up’n Blasheimer Dorfplatz" die dörfliche Kultur erhalten und fördern. Eine Obstannahme, Lagenser Fruchtsäfte, eine Reinigungs-Annahme, Wela-Produkte, Honig, saisonales Gemüse, Karten, Bücher bot sie an. Hart war die Anfangszeit: zwei Einbrüche in 14 Tagen, vor ein paar Jahren folgten ein versuchter Einbruch, aufgestochene Reifen und eingeworfene Scheiben. Aber der Laden lief. Eine Imbissbude auf dem Platz wurde zunächst extern betrieben, später stellte Regine Brinkmann ihren eigenen Imbisswagen auf. Doch beides – Imbiss und Hofladen –, das ging nicht. Die Personalsuche war schwierig. Sie fand einen Nachfolger für den Hofladen, doch der blieb nicht lange, ebenso nun die Nachfolgerin. Doch Regine Brinkmann steht immer wieder auf. Am schönsten wäre ein kleiner Wochenmarkt „Ich bin Idealistin, ich liebe Blasheim", sagt die gebürtige Stockhauserin. Sie sucht jetzt dringend eine Nachfolge, sodass wenigstens die Post wieder hier eröffnen könnte. „Der Dorfplatz soll Mittelpunkt bleiben." Gelitten hat Blasheim schon 2017, als sich die Sparkasse hier zurückzog. Für Regine Brinkmann ist der Platz die „höchste Lebensschule", wie sie sagt. „Hier wurde auch schon gefegt", sagte sie. Und meint die Tradition beim 30. Geburtstag. Statt der Rathaustreppe, sozusagen. Sie freut sich, wenn richtig etwas los ist auf dem Platz. „Ich organisiere alles." Immer freitagvormittags kommt der Fischwagen Heidbrink. Noch schöner wäre es, einen kleinen Wochenmarkt etablieren zu können, sagt sie. Weiß aber auch um die Schwierigkeit, Beschicker zu finden. „Die haben alle ihre festen Termine." Den Flohmarkt mit Pflanzenbörse veranstaltet Regine Brinkmann weiterhin einmal im Monat.

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